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US-Justiz stellt Verfahren gegen Toyota gegen Milliardenzahlung ein

Gegen die Zahlung von 1,2 Mrd. Dollar stellt die US-Justig das Strafverfahren im Zusammenhang mit tödlichen Unfällen wegen klemmender Gaspedale gegen Toyota ein – höchste Strafe gegen Autokonzern aller Zeiten

19.03.2014 APA

Der japanische Autohersteller Toyota einigte sich mit der US-Justiz darauf, dass das Strafverfahren im Zusammenhang mit tödlichen Unfällen wegen klemmender Gaspedale gegen die Zahlung von 1,2 Mrd. Dollar (863,2 Mrd. Euro) eingestellt wird. Das sei die höchste Strafe, die in den Vereinigten Staaten jemals gegen einen Autokonzern verhängt worden sei, teilte das Justizministerium in Washington am Mittwoch mit.

Toyota muss Sicherheitsstandards künftig von unabhängigen Experten überprüfen lassen

Toyota räumte den Angaben zufolge ein, Autokäufer mit falschen Angaben über die Sicherheitsprobleme bei Fahrzeugen der Marken Toyota und Lexus in die Irre geführt zu haben. „Wenn Autobesitzer sich hinter das Lenkrad setzen, können sie mit Recht erwarten, dass ihr Fahrzeug sicher ist“, sagte US-Justizminister Eric Holder. „Toyotas Verhalten war schändlich.“ Außerdem habe der Konzern in der Angelegenheit „ungenaue Angaben“ gegenüber dem US-Kongress gemacht. Der Vergleich sieht vor, dass Toyota die Einhaltung von Sicherheitsstandards künftig von unabhängigen Experten kontrollieren lassen muss.

Mehr als 10 Mio. Fahrzeuge wegen klemmenden Gaspedalen zurückgerufen

Zwischen 2009 und 2011 hatte Toyota mehr als zehn Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten zurückgerufen, weil Fußmatten sich mit dem Gaspedal verhakt und dadurch eine ungebremste Beschleunigung ausgelöst hatten. Die Probleme werden mit mehreren tödlichen Unfällen in Verbindung gebracht.

Toyota zahlte bereits mehr als 66 Mio. Dollar an NHTSA

Toyota hat bereits mehr als 66 Mio. Dollar an Strafen an die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA gezahlt. Zudem verklagten Hinterbliebene von Unfallopfern den Autokonzern auf Wiedergutmachung. Darüber hinaus verlangten Autobesitzer eine Entschädigung für den Wertverlust ihrer Wagen. Mit letzterer Gruppe einigte sich Toyota Ende 2012 auf die Zahlung von 1,1 Mrd. Dollar.

Toyota: Vergleich ist „schwergefallen“

Toyotas Chefjustiziar Christopher Reynolds erklärte in einer Mitteilung, es sei „schwergefallen“, den jetzigen Vergleich einzugehen. Es sei aber „ein großer Schritt vorwärts, um dieses bedauernswerte Kapitel hinter uns zu bringen“.

 

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  • Marcus

    Na, dann können wir jetzt sicher drauf vertrauen, dass GM mit mehr als 300 (!!) schweren Verkehrsunfällen wegen zurückspringender Zündschlösser wohl eine deutlich höhere Strafe bekommt. Die offiziell bestätigten mindestens 12 Todesfälle dürften wohl nur die Spitze des Eisbergs sein.
    Mein Wissenstand in punkto Toyota war bisher, dass alle Vorwürfe wegen Haltlosigkeit fallengelassen wurden. Dass sie Toyota deswegen jetzt zur Strafe verdonnern, wundert mich! Vielleicht ist doch ein Funken Lokalpatriotismus dabei, wenn die US-Behörden den japanischen Konzern besonders scharf verurteilen? Bei GM hingegen wurde offenbar 10 Jahre lang vertuscht.

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