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Barra räumte bei ihrem dritten Auftritt vor einem Kongressausschuss erneut Versäumnisse ein, erklärte aber, Maßnahmen ergriffen zu haben.
 

US-Abgeordnete befragen GM-Chefin Mary Barra zu Zündschlossskandal

General Motors droht eine 10 Milliarden Dollar-Sammelklage

18.06.2014 APA

Die seit Jahresbeginn amtierende GM-Chefin Mary Barra muss sich im Zündschloss-Skandal die Frage nach ihrer eigenen Rolle gefallen lassen. US-Abgeordnete wollten am Mittwoch bei einer Kongressanhörung in Washington wissen, wie ein gefährlicher Defekt mehr als zehn Jahre lang ignoriert werden konnte. Bei Unfällen mit Kompaktwagen, die bei voller Fahrt ausgingen, starben nach GM-Angaben 13 Menschen – Verbraucherschützer gehen von mehr als 300 Toten aus.

Frage nach Verantwortlichkeit

Zwar habe ein GM-Bericht die Verfehlungen einzelner Mitarbeiter aufgeführt, jedoch habe der Bericht nicht geklärt, wer letztlich an der Spitze verantwortlich gewesen sei, sagte die Abgeordnete Diana DeGette. Sie merkte an, dass Barra vor ihrer Berufung zur Konzernchefin die Entwicklungsabteilung geleitet habe und damit auch zuständig für die Fahrzeugsicherheit gewesen sei.

Barra räumte Versäumnisse ein

Die Firmenkultur bei GM sei darauf ausgerichtet gewesen, dass niemand Verantwortung übernehme, sagte der Abgeordnete Fred Upton. „Das System hat versagt und Leute sind gestorben. Dies hätte vermieden werden können.“ Barra räumte bei ihrem dritten Auftritt vor einem Kongressausschuss erneut Versäumnisse ein, erklärte aber, Maßnahmen ergriffen zu haben, darunter die Trennung von 15 Mitarbeitern. „Wir tun viel.“ Der Opel-Mutterkonzern GM ruft 20 Millionen Autos wegen diverser Defekte zurück.

10 Milliarden Dollar-Sammelklage gegen GM

Die Rückrufwelle birgt für General Motors auch immer größere finanzielle Risiken. Die auf Verbraucherklagen spezialisierte US-Anwaltskanzlei Hagens Berman sieht die Marke GM derart beschädigt, dass der Wert aller Wagen des größten US-Autobauers gelitten habe. Hagen Bermanns will nun über eine Sammelklage mehr als 10 Milliarden Dollar (7,4 Mrd Euro) an Schadenersatz für Autobesitzer erstreiten, wie die Kanzlei am Mittwoch in Seattle ankündigte.

Wertverluste zwischen 500 und 2600 Dollar pro Auto

GM muss sich bereits mit einer Reihe von Klagen auseinandersetzen im Zusammenhang mit defekten Zündschlössern, etwa von Unfallopfern oder den Besitzern der konkret betroffenen Wagen. Die neue Sammelklage würde die Zahl der möglicherweise Anspruchsberechtigten vervielfachen. Hagens Berman geht von Wertverlusten zwischen 500 und 2600 Dollar pro Auto aus. Die Kanzlei hatte für Toyota-Besitzer nach dem Massenrückruf der Japaner 2009/2010 einen milliardenschweren Schadenersatz ausgehandelt.

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