Rot muss er sein, mit schwarzen Felgen. Böse und doch nicht aufdringlich.
 

Unmittelbare Freude – der Porsche 911 Carrera GTS

It’s always sunny in California. Und dennoch sollte es kein 911 Carrera 4 GTS Cabriolet werden. Der Sinn des GTS-Labels wäre ad absurdum geführt. Geht es hier doch um die Kunst des Weglassens.

21.11.2014 asphaltfrage

Er ist die pure Form des Neunelf. Für alle, die sich einen GT3 auf Grund dessen optischer Lautstärke nicht kaufen können – oder wollen. Auch ist der GTS nicht so kompromisslos wie sein Bruder mit dem feststehenden Flügel – eine schlechtere Rundenzeit wird in Kauf genommen, wenn der Pilot dabei trotzdem Spaß hat.

Das Heck: Breit, rot mit klassischem Lüftergitter. 911 auf dem Höhepunkt.

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Und den wird er haben, alleine schon wegen der Option des Handschaltens. Denn nichts integriert Dich so in das Fahrerlebnis wie das manuelle Sortieren der Gänge. Aus dem Handgelenk, mit der passenden Portion Zwischengas – Freude, die durch kein PDK der Welt zu ersetzen ist.

Überhaupt, Freude: der Auspuff des Carrera GTS tobt noch lebendiger dank spezieller Abstimmung der Klappen. Dazu röchelt der Einlass ähnlich wie in alten Tagen. Dafür sorgt neben der neuen Resonanzsauganlage auch der bearbeitete Zylinderkopf. Frische Nockenwellen gibt es obendrein. Das Ergebnis sind 430 ehrliche PS, die den breiten Carrera auf 306km/h beschleunigen.

Doch Höchstgeschwindigkeit ist nicht das zentrale Thema, auch wenn die Mitgliedschaft im Club-300+ in ihrer emotionaken Wichtigkeit nicht zu unterschätzen ist. Es ist vielmehr die Geschwindigkeit um die Kurve. Hier ist der GTS in seinem Element, gibt dem Fahrer genau das was er braucht.

Boulevard kann er auch. Wie es überhaupt wenig gibt, wo er sich nicht gut bewegt.

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Er lässt ihn teilhaben am Fahrerlebnis. Mit einer feinen Transparenz, wie sie nur wenige Automobile vermitteln können. Das Fahrwerk – hier unbedingt auf PDCC verzichten, schließlich will man die nahende Haftungsgrenze spüren – ist auf den Carrera GTS angepasst worden und spannt einen grazilen Spagat zwischen Komfort und Dynamik. So auch die Lenkung: man gewöhnt sich an die elektrische Unterstützung des 991. Durch die breiteren Vorderachsfelgen hat man überdies das Gefühl, dass der Elfer ein wenig spontaner einlenkt, als er das bisher tat. Warum das wichtig ist? Weil Gefühl das Erlebnis ausmacht.

Natürlich: Allradantrieb, vollvariable Sperrmomente, aktiver Wankausgleich, automatisches Zwischengas und zugkraftunterbrechungsfreie Schalterei machen schnell. Aber sie machen eben schnell. Von vornherein schnell sein; zu wissen, dass es an einem selbst liegt, der die Kurve am Rande der Haftung balancierend perfekt ausgemalt hat – erst das gibt tiefe Zufriedenheit.

Rotäugiger Benzinbruder. Auf Wunsch rasten die Zuffenhausener Sattler gerne auch mal an der Nähmaschine:

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