TUW Racing 2013 Edge 5 – Monocoque
Das CFK-Monocoque wurde bereits geliefert und wartet darauf, dass das restliche Auto ein- und angebaut wird.
 

On the Edge – das Auto des TUW Racing Teams

Mit dem Edge 5 krempeln die Wiener Studierenden ihren Rennwagen komplett um.

02.06.2013 Online Redaktion

Es kann nur nach vorne gehen. Und wo, wenn nicht im Rennsport, ist Vollgas angesagt? Eben. Edge 5 also, die fünfte Generation des Formula Student-Boliden, neu, wie noch nie. Der Stahlrohr-Rahmen ist einem CFK-Vollmonocoque gewichen, die kleineren Räder haben alle Fahrwerksparameter über den Haufen geworfen, der Motor wurde entschlackt, und mit ihm auch das Gewicht, und nicht zuletzt wird das Design signifikante Veränderungen erfahren.

Das Monocoque von TUW Racing – leichte Hülle, leichte Fülle

Carbon. Überall ist nur Carbon, Carbon, Carbon, kaum ein Wort hört man öfter, wenn man mit den Enthusiasten von TUW Racing über das neue Fahrzeug spricht. Der Sitz, das Lenkrad, die Felgen, der Tank, der Wassenbehälter – und natürlich das Monocoque, tragende Säule, nicht nur des Fahrzeuges, sondern des ganzen Konzepts.

TUW Racing hat sich für ein Vollmonocoque entschieden, Cockpit und Motorraum sind in einem Teil vereint, getrennt nur durch die vorgeschriebene Firewall. Auch die Crashbox ist aus CFK und optisch in das Monocoque integriert. Das Monocoque war Neuland für das Team, hier muss besonders sorgfältig geplant werden, weil wenn die Form einmal gefräst ist, gibt es kein Zurück mehr, zumal auch die Negativ-Formen für das Monocoque aus CFK gefertigt wurden, um Spannungen im Material zu minimieren.

Wie muss die Form dimensioniert sein? Passt der Motor hinein? Erfüllt das Cockpit die Vorgaben? Wie aerodynamisch ist das Ganze, und schaut es dabei auch noch gut aus? Viele Aspekte müssen in kurzer Zeit unter einen Hut gebracht werden, das TUW Racing Team hat Partner in aller Welt – bis die Teile tatsächlich in Wien sind, dauert es lange. So viel darf bereits verraten werden: die Übung ist gelungen, das Monocoque ist bereits in Wien gelandet und sieht toll aus.

Motor und Antrieb – weniger ist mehr

Kampfgewicht ist alles. Manchmal mehr als schiere Leistung. Also Kompressor weg, strömungsoptimierte Airbox rein, Saugrohreinspritzung: Bringt minus zehn Kilogramm. Der Motor kommt von KTM und wurde vom TUW Racing Team weiter verfeinert. Der Hubraum wurde verkleinert (das Reglement schreibt 610 ccm vor), der Zylinderkopf neu gestaltet, weil Abgaswerte hier niemanden interessieren. Manche Teile wurden aus Aluminium nachgefertigt, um Gewicht zu sparen. Statt einer Lichtmaschine kommt ein Akku zum Einsatz, dessen Ladung hoffentlich das ganze Rennen hindurch halten wird.

Auch das Getriebe wurde überarbeitet. Es hat einen Gang verloren und die verbleibenden neu sortiert. Außerdem wurde die elektropneumatische Schaltung, die schon in den letzten Fahrzeugen zum Einsatz gekommen ist, weiter optimiert. Nun wird auch die Kupplung pneumatisch betätigt, allerdings nur beim Runterschalten – nach oben hin werden die Gänge einfach reingeschnalzt, nur die Zündung macht kurz Pause, um den Antriebsstrang zu entlasten.

TUW Racing 2013 Edge 5 – Zusammenbau

Elektronik, Elektronik, auch bei einem Formula Student-Boliden

Keine Klimaanlage, kein Navigationssystem, kein Massagesitz – so ein Rennauto muss doch eine ziemlich simple Elektrik verbaut haben. Denkt man. Tatsächlich sind im Edge 5 drei Steuergeräte verbaut, vierzig Sensoren und dazwischen vierzig Meter Kabel. Einige Parameter müssen gemessen werden, damit der Motor überhaupt rennt, andere dienen der Überwachung und der Analyse. Umsonst ist hier nichts.

Durch intelligente Konstruktion und geringere Leitungsdurchmesser konnte der Kabelbaum leichter werden als im Vorjahr. Damit wurde Platz für eine Live-Telemetrie-Anlage mit Datenaufzeichnung und GPS-Sensor – für die Analyse der Testläufe und Rennen eine enorme Erleichterung. Außerdem kommt der Edge 5 mit zwei Displays: Die Armaturen sind auf dem Lenkrad untergebracht, an der Monocoque-Kante darüber signalisieren LEDs den idealen Schaltzeitpunkt. Damit kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

Wie geht es nun weiter? Derzeit trudeln die letzten Teile ein, der Zusammenbau läuft auf Hochtouren. Und am kommenden Freitag, den 7. Juni wird der Edge 5 offiziell in der TU Wien präsentiert. Und hier auf autorevue.at.

Wer mit dem TUW Racing Team in Verbindung treten will: Hier geht’s zu Ihrer Facebook Page.

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  • Tonitirol

    Da werden bestimmt gute Ideen geboren

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