Die Fatih Sultan Mehmet Brücke in Istanbul
Die Türkei setzt 2014 vermehrt auf Autoexport.
 

Türkische Autobauer 2014 mit Exportoffensive

In der Türkei sorgt eine Mehrzahl an Steuererhöhungen dafür, dass die Prognosen der Autoabsatzahlen 2014 denkbar schlecht ausfallen.

31.01.2014 APA

Österreichische Autofahrer stehen bei den bevorstehenden Steuererhöhungen und Abgabenerhöhungen europaweit nicht alleine da. In der Türkei sorgt eine Mehrzahl an Steuererhöhungen dafür, dass die Prognosen für die Autoabsatzahlen 2014 denkbar schlecht ausfallen. Der erwartete Rückgang bei der Binnennachfrage soll durch den Export ausgeglichen werden.

Produktionszahlen sollen gehalten werden

Wie der Verband der türkischen Automobilhersteller (OSD) in einer aktuellen Aussendung bekannt gab, will die Autoindustrie die heurige Produktion zumindest auf dem Niveau von 2013 halten. Im Vorjahr wurden in der Türkei laut OSD 1,13 Millionen Fahrzeuge produziert. Die Branche hat ihre Produktion damit um fünf Prozent hochgefahren.

Heimatmarkt rückläufig

Die Inlandsnachfrage wird sich heuer jedoch deutlich einbremsen. Große Sprünge sind hier nicht in Sicht. Der Verband hofft auf stärkere Absätze im Ausland um die Probleme im Inland zu kompensieren.

Der Automobilsektor ist die größte Exportbranche der Türkei

Im Vorjahr haben sich die Ausfuhren um 14 Prozent auf 828.000 Fahrzeuge erhöht. Wie der Vorsitzende der Automobilhersteller, Kudret Önen, deutlich machte, sei dies unter anderem auf alternative Absatzmärkte zurückzuführen, trotz rückläufiger Absätze auf dem europäischen Markt. Auch die Umsätze konnten die Autohersteller 2013 um 12 Prozent auf 21,5 Mrd. US-Dollar steigern.

Europaweit die jüngste Bevölkerung und die ältesten Autos

Für den Absatz im Inland skizziert die Automobilbranche hingegen ein düsteres Bild. Zwar hat die Türkei die jüngste Bevölkerung Europas und die ältesten Autos: Rund 32 Prozent der Pkws in der Türkei sind 16 Jahre und älter.

Rekordabsatz im Jahr 2013

Der Autoabsatz in der Türkei hat im Vorjahr noch alle Rekorde gebrochen. Weit mehr als eine halbe Million Neuwagen (PKW) wurden 2013 verkauft, beinahe 20 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Insgesamt wurden im Vorjahr mehr als 850.000 Fahrzeuge abgesetzt.

Verbrauchsteuer um 5 bis 15 Prozent erhöht

Mit Jänner 2014 wurde die Verbrauchssteuer für Personenkraftwagen um 5 bis 15 Prozent angehoben, je nach Größe des Motors. Die Verkaufspreise für Fahrzeuge werden sich damit um durchschnittlich 3,5 bis vier Prozent erhöhen. Hand in Hand mit den neuen Steuern geht eine Welle an Gebühren und Geldstrafen für Autofahrer, die bereits unter den europaweit höchsten Treibstoffpreisen stöhnen.

1,1 bis 1,2 Mio. Fahrzeuge sollen produziert werden

Für heuer liegen die Erwartungen bei rund 1,1 bis 1,2 Millionen produzierten Fahrzeugen. Davon sollen zwischen 810.000 und 850.000 Fahrzeuge exportiert werden. Die Automobilhersteller hoffen 2014 auf Umsätze in Höhe von bis zu 22 Mrd. US-Dollar (16,21 Mrd. Euro). Die steigenden Produktionszahlen etwa von Toyota Türkei, Hyundai Assan oder Ford Otosan könnten die Bilanz ausgleichen, glaubt Verbandspräsident Önen.

Toyota Corolla als Produktionsschlager

Toyota Türkei hat im Vorjahr seine Fahrzeugproduktion um 61,9 Prozent auf 102.000 Fahrzeuge gesteigert, berichtete die türkische Zeitung „Hürriyet“. Der neue Corolla, der mit Juni 2013 erstmals vom Band lief, hat die Produktionszahlen in die Höhe schnellen lassen. Toyota exportiert den Corolla in mehr als 50 Länder, inklusive den Nahen Osten, Nordafrika und Zentralasien. In der Türkei hat Toyota im Vorjahr 36.030 Neuwagen verkauft.

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