Trendwende bei Daimler

Daimler verzeichnet starkes Plus beim Betriebsgewinn – Abstand auf BMW und Audi verkürzt – Gewinn im Gesamtjahr bleibt aber rückläufig

24.10.2013 APA

Das erste Mal seit Anfang 2012 verzeichnete Daimler ein starkes Plus beim Betriebsgewinn. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg im Sommerquartal 2013 um 15 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro und übertraf damit die Erwartung der Analysten leicht. Grund für das gute Ergebnis sind neue Automodelle und Kostensenkungen, zudem profitierte Daimler zuletzt von der starken Nachfrage in den USA und China sowie der Stabilisierung des europäischen Marktes.. „Wir haben diesen Sprung geschafft, und wir haben damit die Grundlage gelegt für das Jahr 2014“, so Finanzvorstand Bodo Uebber am Donnerstag in Stuttgart. Der Gewinnanstieg werde sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen.

Daimler will wieder zu BMW und Audi aufschließen – Analysten trotz positiver Signale skeptisch

Dass der einstige Marktführer bei Premiumautos den Abstand zu BMW und Audi wieder verringert, lässt sich an der Umsatzrendite der Pkw-Sparte mit der Luxusmarke Mercedes-Benz ablesen. Sie kletterte im dritten Quartal um fast einen Prozentpunkt von 6,4 auf 7,3 Prozent. Die Konkurrenz aber fährt immer noch neun bis zehn Prozent ein. Doch auch bei Mercedes sollen mittelfristig von jedem verkauften Auto wieder zehn Prozent Gewinn hängen bleiben. Bis 2020 will Daimler den Erzrivalen BMW vom Thron der Luxuswagen-Hersteller stoßen. Auch Analysten sehen Daimler jetzt auf Kurs, die Lücke zu den Rivalen zu schließen. Doch bleiben Zweifel, ob der Erfolg auch dauerhaft ist, denn in früheren Jahren konnten die Stuttgarter vollmundige Versprechen oft nicht halten. „Das Problem ist, in der Vergangenheit haben wir das auch öfter gesehen und sobald sich irgendwo etwas außerplanmäßig entwickelt hat, hat es nicht mehr funktioniert“, sagte Michael Punzet von der DZ Bank.

Gewinn im Gesamtjahr bleibt rückläufig

Trotz des guten Quartalergebnisses wird Daimler im Gesamtjahr wegen der vorangegangenen schwachen Geschäfte zum zweiten Mal in Folge einen Rückgang beim operativen Gewinn einfahren – dann sei mit 7,5 Mrd. Euro zu rechnen nach 8,1 Mrd. Euro im Vorjahr, so Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG. Diese Zahl schließt den Sondererlös von 3,2 Mrd. Euro aus dem Verkauf des EADS-Anteils nicht ein. Der Nettogewinn stieg von Jänner bis September – größtenteils dank des EADS-Milliardenerlöses – um 67 Prozent auf 7 Mrd. Euro.

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