Toyota Yaris VVT-i Hybrid Lounge
Die weit verbreitete Angst vor dem Ungewissen – wie lange halten die Batterien? – ist ein Argument gegen den Yaris Hybrid. Das einzige.
 

Testbericht: Toyota Yaris VVT-i Hybrid Lounge

Angst vor dem Ungewissen – sonst gibt es kein Argument gegen den Toyota Yaris Hybrid.

03.12.2012 Autorevue Magazin

Der finanzielle Vergleich des Toyota Yaris Hybrid mit einem Nicht-hybrid (1,33 dVVT-i mit 99 PS) ist exakt kaum möglich, weil die unterschiedlichen Ausstattungsniveaus nicht vergleichbar sind. Es zeigt sich aber ein Prinzip, nämlich, dass der Hybrid in der Anschaffung nur unwesentlich teurer ist, wohl unter 1.000 Euro. Je schneller die Benzinpreise ­steigen, desto eher hat man das durch den Wenigerverbrauch des Hybrid wieder herinnen.

Deutlicher Minderverbrauch gegenüber dem Nicht-Hybrid

Der 1,33-Liter-Benziner legte sich im Autorevue-Langzeittest auf 6,9 Liter Verbrauch fest, es gab großen Stadt-Anteil. Der Yaris Hybrid nun hat sich bei 5,3 Litern festgebissen, ebenfalls fast nur Stadt – und nur hier kann der Hybrid­antrieb ja auch punkten. 1,6 Liter Benzin weniger auf 100 Kilometer also. Bei 10.000 Kilometern im Jahr sind das 160 Liter, macht ungefähr 240 Euro. Und macht ungefähr 370 Kilo weniger ausgepustetes Kohlendioxid im Jahr. Das ist schon was, nämlich das, was ein Porsche Cayenne Turbo auf 1300 Kilometern freisetzt (Normausstoß – in Wahrheit sind es ein paar hundert Kilometer weniger). Ein wenig ­gutes Gewissen ist also erlaubt.

Ja, die Batterie: Es handelt sich um eine aus der Nickel-Metallhydrid-Fraktion, also nicht das Modernste, dafür aber das derzeit Haltbarste. Sollte nicht vor dem Auto sterben. Bei Lithium-Ionen-Akkus gibt’s hingegen noch keine gesicherten Erkenntnisse. Die Batterien sind unter den Rücksitzen montiert, nehmen daher kein Kofferraumvolumen weg. Dieser hat einen doppelten Boden und ist klassenüblich ausreichend.

Das Auto aber, und sein Verhalten:

sehr leise im elektrischen Betrieb, gelassen bei gelassenem Benzinbetrieb, angestrengt aber, wenn man aufs Gas steigt. Die Drehzahl geht nach oben, später folgt der Schub. Ein bissl Schub halt.

Also lässt man sich zu gelassenem Fahren herbei und besitzt in diesem Falle ein wirklich angenehmes, freundliches, sanftes Auto. Man hat allerdings nicht das Gefühl, besonders viel elektrisch zu fahren. Mit Standgas geht’s eine ganze Weile dahin, beim Anfahren für vielleicht eine halbe Sekunde, ansonsten wirkt der E-Motor meistens nur unterstützend im Hintergrund mit. Für den EV-Modus, also rein elektrisches Fahren, ist die Batterie praktisch nie ausreichend aufgeladen.

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