Toyota Urban Cruiser Testbericht

Von allem etwas, und das mit überschauberen Ausmaßen.

01.07.2009 Autorevue Magazin

Auch der Urban Cruiser bedient den Eindruck, Toyotas Designer hätten die feine Klinge subtiler Formensprache gegen eine Machete getauscht: Nach dem Avensis ist er das zweite Modell, das aus dem Vollen geschnitten zu sein scheint, solide, unantastbar, unverwundbar auch bei Steinschlägen und Murenabgängen. Die freundliche Ausstrahlung bleibt so ein wenig auf der Strecke, und immerhin entsteht eine bislang unentdeckte Kategorie: Das Kleinwagen-SUV – wobei das S für Sports hier etwas deplatziert wirkt, aber das Kürzel KUV harrt noch seiner Entdeckung.

Mit 3,93 Meter Länge spielt der Urban Cruiser jedenfalls bei den erwachsenen Kleinwagen mit, sein Preis hingegen weist ihn als Alternative im Kompaktsegment aus: Einstieg bei 17.841 Euro (1,33 dVVT-i Mid), unser 1,4 D-4D mit Partikelfilter, Allradantrieb und Topausstattung High steht mit 23.691 Euro am obersten Ende der Preisliste.

Aufgewogen wird diese Summe zwar nicht mit besonders feinen Materialien innen, aber mit einem Büschel an Talenten: Man sitzt etwas höher als alle, die kein ausgewachsenes SUV fahren; man ist vernünftig, aber dennoch saftig motorisiert; man darf auch im Fond menschenwürdig sitzen; man unterfüttert die kleine Freiheit mit Allradantrieb. Der schaltet sich selbst zu, wenn die Vorderräder den Vortrieb nicht mehr alleine im Griff haben, ist also unauffällig dienstbar. Das Gelände des Urban Cruiser wird der Neuschnee der Großstadt sein, und 16 cm Bodenfreiheit (zwei mehr als beim Fronttriebler) helfen dann beim Parken auf Schneehaufen. Negativ wirkt AWD nur auf den Kofferraum: Der Antriebsstrang benötigt Platz unter dem Bodenblech, damit passen 305 l in den Urban Cruiser (2WD: 314–388 l), aber kein Reserverad. (Für Notfälle fährt ein Reparaturkit mit). Freilich sind die Rücksitze geteilt klappbar.

Der 1,4-l-Turbodiesel ist perfektes Maß für die 1275 kg des Urban Cruiser: 90 PS und 205 Nm (abrufbar zwischen 1800 und 2800 U/min) lassen ihn auch aus niedrigen Drehzahlen sauber und satt hochdrehen, sechs (etwas widerborstig schaltbare) Gänge halten ihn im optimalen Drehzahlfenster, die Geräuschdämmung ist wuchtig wie die Karosserie. Auch das Fahrwerk ist perfekt stadttauglich ausgelegt, also untadelig komfortabel, aber ausreichend straff für etwas forscher angepeilte Kurven.

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