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Toyota Celica Supra M61
 

Toyota Supra, fast schon sportlich

Toyota hatte ein Problem. Die Z-Modelle von Konkurrent Datsun. Also musste eine Lösung her und die hieß Supra, also erst Celica XX, aber alles nach der Reihe.

16.10.2015 radical mag

Toyota hatte da ein Problem. Zwar verkaufte sich der Celica bestens, doch Datsun hatte  mit den Z-Modellen (ab 1969) ein Angebot, das machte der Toyota-Führung ziemlich Bauchweh. Es musste also unbedingt etwas auf den Markt, das den Datsun ein wenig die Butter vom Brot nehmen konnte. Die erste Idee war nicht besonders einfallsreich: Im April 1978 begann Toyota mit der Produktion des Mark I Supra, genannt Celica XX, der eigentlich nur ein klassischer Celica Liftback war, aber über einen gut 13 Zentimeter verlängerten Radstand verfügte. In Japan kam das Fahrzeug mit einem 2-Liter-Sechszylinder mit 110 PS auf den Markt (Motoren mit mehr als 2 Liter Hubraum waren damals in Japan mit einer heftigen Luxussteuer belegt), für die USA gab es aber einen 2,6-Liter-Sechszylinder, der allerdings auch nicht mehr als 110 PS schaffte. Geschaltet wurde über ein manuelles 5-Gang-Getriebe oder eine 4-Gang-Automatik. Schon 1979 legte Toyota für den japanischen Markt aber nach, spendierte dem 2-Liter-Reihensechser einen Garrett-T03-Turbo, die Leistung stieg auf 145 PS; es war dies der erste Toyota, der vom Werk mit einer Aufladung versehen wurde. Und 1980 wurde der Hubraum des amerikanischen Modells auf 2,8 Liter angehoben, doch die 116 PS rissen immer noch niemanden vom Sitz; der Sprint von 0 auf 60 Meilen (96 km/h) dauerte 10,2 Sekunden. Man sah weiterhin ziemlich alt aus gegen den Datsun Z, der schon 1969 mit einem 2,4-Liter-Reihensechszylinder auf 151 PS gekommen war; 1975 hatte Nissan den 280Z eingeführt, auch 2,8 Liter Hubraum wie der Celica XX, aber stolze 170 PS.

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© Bild: Werk / Toyota Celica XX

Toyota Supra bekommt mehr Leistung

Für das Modelljahr 1982 legte Toyota den Celica neu auf, und davon profitierte auch der Supra (der nur noch in Japan als Celica XX bezeichnet wurde). Noch immer war dieses Fahrzeug klar als Celica-Derivat erkennbar, doch für Europa gab es nun immerhin etwas mehr Leistung: der 2,8-Liter-Motor kam auf 170 PS, als Getriebe wurde einzig ein manueller 5-Gänger angeboten. In Japan und den USA gab es auch noch andere Motor- und Antriebsvarianten. Doch der MA61, wie er intern hieß, war unterdessen ein ganz anständiger Sportwagen, vielleicht etwas kopflastig, doch die vier innenbelüfteten Scheibenbremsen sowie das Sperrdifferential unterstützten eine sportliche Fahrweise.

Drehunwilliger Sechszylinder

Wobei: wir sind so einen MA61 gefahren – und staunten ein wenig, wie drehunwillig der Sechszylinder ist. Das Ding muss richtig kräftig getreten werden, damit es einigermaßen in Fahrt kommt. Die Lenkung erinnert mehr an das Steuer-Werkzeug auf einem Öltanker, die Wege sind unglaublich lang, die Reaktionen dabei gering. Aber man hat eh genügend Zeit, auch die Schaltwege des 5-Gang-Getriebes sind beachtlich. Da merkt man halt schon, dass unterdessen 30 Jahre vergangen sind. Aber dafür ist der Celica Supra ein komfortables Gefährt, das über guten Langstrecken-Komfort verfügt.

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© Bild: Wale Pfaeffli / Toyota Celica Supra M61

Der spannendste Motor

Ab 1986 musste der Celica dann mit Frontantrieb antreten – und die dritte Generation des Supra durfte erstmals unter eigenem Namen fungieren. Und das selbstverständlich mit Heckantrieb. Motor-Varianten gab es in Hülle und Fülle, am spannendsten war sicher der 3-Liter, der auf 277 PS kam, aber nur in Japan angeboten wurde; es war dies ein Homologationsmodell für die Gruppe A, von dem nur 500 Stück gebaut wurden. Es soll aber den einen oder anderen Supra geben, der nach den japanischen Spezifikationen aufgerüstet wurde.

Kinderkrankheiten

Standardantrieb des MA70/71 war ein 3-Liter-Sauger mit zwei obenliegenden Nockenwellen, der auf 204 PS kam; dazu gab es noch den Turbo, der 238 PS leistete. Doch gerade der Turbo machte Probleme, er war einfach auf den bestehenden 3-Liter montiert worden, ohne die anderen technischen Komponenten anzupassen, und deshalb kam es etwas gar oft zu defekten Zylinderkopfdichtungen oder gar Motorschäden wegen Überhitzung. Diese Probleme sind heute gelöst, gerade die Turbo-Modelle beginnen langsam wieder im Preis zu steigen. Besonders gesucht sind natürlich die Targa-Modelle.

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© Bild: Werk / Toyota Supra MA70

Endlich gelingt das Kunststück

Gebaut wurde der MA70/MA71 zwischen 1986 und 1992 – und Toyota überholte damit endlich den ewigen Konkurrenten Nissan, dessen ZX-Modelle unterdessen nur noch fetter, aber nicht mehr schneller geworden waren. 1989 gab es ein erstes Facelift mit einem wunderbaren Heckspoiler, 1991 gab es neue Felgen. Wir sind eine späte Variante gefahren, und obwohl deutlich schwerer als der MA61 (Leergewicht ab 1.530 Kilo), fühlt sich gerade die Turbo-Variante ziemlich sportiv an; gemäß Werksangaben soll er in nur 6,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen (was vielleicht ein wenig optimistisch ist). Da gibt es zwar ein mächtiges Turboloch, mindestens eine Gedenksekunde, doch wenn der Supra dann mal auf Touren ist, dann schiebt er mächtig an. Bei unserem Gefährt war nicht die originale Auspuffanlage installiert, doch darüber wollen wir uns gar nicht beklagen, so ein Reihensechszylinder tönt halt schon gut.

Besten Dank für diesen Beitrag an die Kollegen von radical-classics.com.

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