Der Toyota Yaris
In Österreich sind 14.000 Fahrzeuge von der Rückrufaktion betroffen.
 

Millionen-Rückruf bei Toyota

Der japanische Autobauer Toyota ruft weltweit Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten. In Österreich sind tausende Autos davon betroffen.

09.04.2014 APA

Der Autokonzern Toyota ruft weltweit Fahrzeuge in die Werkstätten. Insgesamt seien 6,39 Millionen Autos betroffen, davon etwa 92.000 in Deutschland, teilte der japanische Autobauer am Mittwoch in Tokio und Köln mit. In Österreich sind es knapp 14.000 Autos, wie ein Sprecher des Importeurs Toyota Frey der APA auf Anfrage sagte.

Die betroffenen Modelle

Bei Modellen des Yaris, die zwischen 2005 und 2010 gebaut wurde, könnte es Probleme an den Sitzschienen oder einem Befestigungspunkt der Lenksäule geben. Bei den Fahrzeugen RAV4 und Hilux (2004 – 2010) sei ein Bruch im Fahrzeugkabelbaum nicht auszuschließen. Insgesamt gehe es um fünf Bauteile, 27 Toyota-Modelle würden zurückgerufen.

Kostenloser Austausch

Die betroffenen Bauteile würden geprüft und falls nötig kostenlos ausgetauscht. Bisher seien von den betroffenen Baugruppen gut 1.000 Fälle gemeldet worden, hieß es. Unfälle habe es aber in diesem Zusammenhang keine gegeben. Insgesamt seien 6,76 Millionen einzelne Bauteile betroffen, geht aus einer Toyota-Mitteilung hervor. Da aber in einigen Autos mehrere dieser Teile verbaut sind, liege die Zahl der Fahrzeuge, die in die Werkstätten müssten, bei 6,39 Millionen.

Erneut Millionen-Rückruf

Der Massen-Rückruf erfolgt zu einer Zeit, da sich der weltgrößte Autobauer gerade erst von den Auswirkungen eines millionenfachen Rückrufs erholt hat, der vor vier Jahren das Image des Unternehmens schwer angeschlagen hatte. In Kürze dürfte Toyota Rekordgewinne für das am 31. März abgelaufene Geschäftsjahr 2013/2014 bekannt geben.

Vorwurf der US-Behörden

Die Behörden auf dem wichtigen US-Markt hatten dem japanischen Branchenprimus vorgeworfen, 2009/2010 Rückrufe wegen rutschender Fußmatten und klemmender Gaspedale verzögert zu haben. Erst vor wenigen Tagen hatte Toyota in den USA im Rahmen eines Vergleichs 1,2 Mrd. Dollar (874,4 Mio. Euro) gezahlt, um ein Strafverfahren abzuwenden. Toyota war vorgeworfen worden, das Ausmaß der damaligen Mängel vertuscht und die Öffentlichkeit wiederholt belogen zu haben. Bei Unfällen sollen damals zahlreiche Menschen zu Tode gekommen sein.

Reaktion von Toyota

Als Lehre daraus hatte Toyota eine umfangreiche Qualitätsoffensive gestartet. Der Konzern versprach, dass Qualität fortan vor Expansion komme. Vor diesem Hintergrund erfolgt nun der nächste große Rückruf. Sollte es einmal Zweifel an der Qualität der verkauften Autos geben, so betont der Branchenprimus, stehe man zur eigenen Verantwortung und hole konsequent alle infrage kommenden Fahrzeuge in die Werkstätten.

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