Prius-III021
 

Toyota Prius III 1,8 VVT-i Hybrid Testbericht

Der Hybridantrieb besitzt nicht nur eine technische Dimension, er vermittelt auch ein Stück neues Lebensgefühl.

01.09.2009 Autorevue Magazin

Als vor etwa einem Jahrzehnt die erste Generation Prius heranrollte (Debüt Dezember 1997), wurden europäische Experten nicht müde, von der technischen wie auch wirtschaftlichen Unsinnigkeit eines dermaßen komplizierten Hybridsystems zu sprechen. Doch die langfristige Planung und der Bienenfleiß der Toyota-Techniker haben dazu geführt, dass die Japaner jetzt einsam am Gipfel stehen, während sich andere gerade erst die Bergschuhe anziehen.

Fahrgefühl und Performance des Hybridantriebs im Prius waren von Anfang an nicht unumstritten: Weiche Federung, gefühllose Lenkung und eine Antriebseinheit, die nach europäischen Maßstäben schnell Überforderung signalisierte, hielten unsere Begeisterung in Grenzen, trotz des damals bereits signifikanten Verbrauchsvorteils. Man könnte sagen: Die positiven Aspekte konnten stark gesteigert, die Nebenwirkungen vehement zurückgedrängt werden. So ist der tatsächliche Verbrauch für ein Fahrzeug dieser Leistungs- und Komfortebene mit 5,6 Liter Benzin je 100 km sensationell niedrig.

Die deutlich höhere Motorleistung (73-kW-Benzinmotor, 60-kW-E-Motor gegenüber 43/30 kW) macht das Auto jetzt von der Antriebsseite her souverän, weil es nie mehr angestrengt wirkt, wenngleich man noch immer instinktiv das Gleiten bevorzugt. Die Auslegung von Federung und Lenkung geht nach wie vor in Richtung Beruhigung des Fahrstils, hat aber an Präzision zugelegt, so dass nur mehr diese Kippbewegung um die Längsachse beim Einlenken bleibt, die manchen europäischen Fahrer ein wenig irritieren mag.

Der Innenraum präsentiert sich großzügig, freundlich und fein, wohl auch wegen der hellen Materialien, von denen wir annehmen, dass sie ihre positive Ausstrahlung auch nach stärkerem Gebrauch behalten.

In Sachen Komfortelektronik wurde heftig aufgerüstet, erhältlich ist alles bis hinauf zum radarbasierten Abstandstempomat und LED-Scheinwerfer. Was die Japaner von Europa gelernt haben: Man bekommt die guten Dinge paketweise dazu und darf dafür tief in die Taschen greifen wie bei einem BMW. Die Fülle an Funktionen fordert uns natürlich auch auf der Kommunikationsebene, kurzum: Man kommt mit allem ganz gut zurecht, jedenfalls wenn man da und dort mehrere Anläufe nimmt. Nur eines wäre nett: Wenn man das Gepiepse wegprogrammieren könnte, das ertönt, sobald man den Rückwärtsgang einlegt. Wir würden selbst dafür noch extra bezahlen.

Mehr zum Thema
pixel