Auch ohne "testa rossa" in den Top 10 der schönsten Motoren: der Ferrari F50.
Auch ohne "testa rossa" in den Top 10 der schönsten Motoren: der Ferrari F50.
 

Top 10: die schönsten Motoren

Es ist wieder Zeit für eine Bestenliste. Das ewige Küren der Schnellsten, Stärksten, Teuersten ist ein Volkssport, dem wir uns nicht entziehen wollen – bloß: soll es nicht um langweilige Themen gehen.

13.11.2014 asphaltfrage

Deshalb hier nun die Top 10 der schönsten Motoren der Welt. Und um das Ganze abzukürzen: es ist keine Auswahl aller Motoren, sondern bloß derer, die man in den letzten zwanzig Jahren auf der Straße fahren konnte. Denn sonst wäre uns die Auswahl doch arg schwer gefallen. Kommentare, Ideen und Vorschläge für weitere Kategorien sind deshalb gerne gesehen!

Platz 10: der 4.8 Liter V10 im Lexus LFA

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Fast, so scheint es, also wolle der Luftfilterkasten den Motor umarmen. Eh klar, denn der furios auf 9.000 Touren drehende V10 (der extra deshalb einen digitalen Drehzahlmesser bekam, weil ein analoger nicht Schritt hätte halten können!) ist ein ganz feines Renntriebwerk. In absoluten Zahlen mit 560PS und 480Nm zwar eher abgeschlagen hinter der Konkurrenz, der Faszination tut das aber keinen Abbruch.

Platz 9: der 3.2 Liter R6 im BMW M3 CSL

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Der beste Reihensechszylinder aus München? Ganz klar. Das 360PS starke Triebwerk aus dem besonders leichten M3-Sondermodell. Nicht allein wegen des Klangs des Carbon-Luftsammlers. Kein Motor vor und nach ihm war so nah am Rennsport – wie die Leistungsdaten zeigten. Nicht immer erreichten die Reihensechser ihre angegebenen Nennwerte. Was ein Indiz dafür ist, wie nah BMW an der Grenze des Machbaren war in jenen Tagen.

Platz 8: der 3.2 Liter V6 im Alfa 156 GTA

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Wer einmal die polierten Ansaugrohre im V des Arese-Sechszylinder gesehenen hat  stimmt uns zu. Selten hat ein Motor schöner ausgesehen, als der V6 von Alfa. Mit bis zu 250PS ließ er dank Geräusch und Ansprechverhalten fast vergessen, das seine Kraft meist nur über die Vorderräder auf die Straße gebracht wurde. Nach ihm kam der GM-Gussklumpen und, irgendwie, das Vergessen. Denn: was ist geworden aus der einst so stolzen Marke?

Platz 7: der 2.0 Liter R4 im Honda S2000

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120PS pro Liter Hubraum. Honda legte eine neue Messlatte für den sportlichen Serienmotorenbau. Dabei hatte das S2000-Triebwerk nicht viel mit der Serie zu tun. Titanpleuel, dreistufige Vanos, handpolierte Ansaugkanäle und eben: 9000 Umdrehungen. Ein Wahnsinn. Auch heute noch. Und mit dem roten Ventildeckel in aufwändiger Schrumpflack-Ausführung, ist der Reihenvierer auch ein ausnehmend schönes Triebwerk.

Platz 6: der 13.6 Liter V16 im Cadillac Sixteen

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Okay, ein bisschen geschummelt haben wir schon – den Sixteen gab es nie zu kaufen. Aber es gab in den letzten siebzig Jahren auch keinen solch monumentalen Motor mehr. 13.6 Liter Hubraum, aufs glänzendste poliert und mit hinreißender Auspuffanlage. 1000PS und 1350Nm, frei saugend versteht sich. Verwaltet von einer Viergang-Automatik, versteht sich auch. Cadillac wollte mit dem Sixteen übrigens seine Effizienz-Kompetenz zeigen. Denn dank Zylinderabschaltung läuft der Sixteen meist nur als Four, ab und an auch als Eight.

Platz 5: der 6¾ Liter V8 im Bentley Brooklands

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Six and three-quarter. Alles andere ist kein Bentley. Der ganze neumodische Zirkus, der unter VW-Ägide in Crewe einzog, lässt einen echten Bentley kalt. Warum? Weil der traditionelle V8 auch nach 50 Jahren Bauzeit noch alles in den Schatten stellt. 530PS und 1050Nm – auf Befehl des Chauffeurs konnte der V8 mit seinem polierten Ansaugschmuckstück ein veritables Erdbeben entfachen. Das dabei bloß zwei Ventile pro Zylinder und eine untenliegende Nockenwelle zum Einsatz kommen? Der Gentleman genießt und schweigt.

Platz 4: der 4.7 Liter V12 im Ferrari F50

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Niemand hat den Ferrari F50 auf dem Plan. Ein Auto, das seit seinem Erscheinen im Schatten des Vorgängers steht. Erst der Enzo galt als echter Nachfolger für den F40. Dabei stimmt das alles nicht. Der F50 war ein sensationelles Auto. Mit einem noch sensationelleren Motor. Im Gegensatz zu den blumigen Broschürensprüchen anderer Hersteller, stammte der V12 des Italieners tatsächlich direkt aus der Formel 1. Auch war der 520PS starke Motor eines der ersten Triebwerke, das als tragendes Teil konstruiert wurde und so einen Hilfsrahmen überflüssig machte. Bei soviel Rennsport-Genen ist dann auch egal, dass er auf die legendärere „testa rossa“-Zylinderköpfe verzichten musste. Schwarz steht ihm eh gut.

Platz 3: der 5.3 Liter V8 im Aston Martin Vantage V600

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Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Manchmal auch als Dorn. Egal, unter der Haube des barocken Vantage rief Aston Martin zur Materialschlacht. 5.3 Liter V8 – gut. Kompressoraufladung – besser. Noch ein Kompressor – noch besser. Das Ergebnis: 612PS, 814Nm, 322km/h und 3.9 Sekunden auf 100. Zu einer Zeit, in der selbst Ferrari und Lamborghini gerade so auf die 400er kamen. Wahnsinn!

Platz 2: der 6.1 Liter V12 im McLaren F1

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Als Gordon Murray die Idee für seinen F1 kam, war ihm auch klar, wer ihm den Motor bauen sollte: Paul Rosche. Mit ihm hatte er nicht nur einen Formel 1-Titel gewonnen, sondern er wusste auch, dass der findige Bayer sicher schon etwas in der Schublade hatte. Hatte er. Im Prinzip zwei zusammengeschraube M3-Reihensechser jener Zeit. Verfeinert mit edlen Motorsportzutaten. Die 627PS des fertigen V12 lagen weit über den Vorgaben Murrays, was dazu führte, dass der McLaren F1 erst sieben Jahre nach seiner Rekordfahrt auf 391km/h vom Bugatti Veyron abgelöst wurde.

Platz 1: der 6.0 Liter V12 im Pagani Huayra

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Es war klar, der Pagani musste gewinnen. Einer solchen Orgie aus eloxiertem Aluminium, Magnesium, Titan und Kohlefaser kann kein anderes Triebwerk das Wasser reichen. Auch sonst wird es schwer dem doppelt aufgeladenen Sechsliter von AMG zu folgen. 730PS und 1000Nm (abgeregelt!) sind eine Ansage. Aber wir wollen lieber schweigen. Und den Anblick genießen.

Euer Lieblingsmotor ist nicht dabei? Oder habt ihr gar Vorschläge für weitere Top 10? Etwa den schönsten Rennmotor aller Zeiten? Los, diskutieren wir!

Mehr zum Thema
  • Giotto Bizzarrini

    Meine (eben „rein subjektiven“) Vorschläge (weil auch live gehört) für die besten Sounds (ja, auch Rennwägen) wären da:

    BRM V16
    AC Cobra 427 S/C
    Lamborghini Countach LP400S mit Kreissieg Auspuff
    Audi Quattro Sport
    Lamborghini Gallardo SV
    Jaguar XJ13
    Corvette ZR1 (6.Generation)
    Ferrari 250TR
    Maserati 250F
    Alfa 8C
    Porsche 906

    Ups, da kam doch noch ein Porsche als 11.ter ohne Rangordnung dazu

  • Fabian

    Was eindeutig fehlt ist ein Wankel von Mazda. Aber nicht der Renesis sondern einer der älteren Modelle 13B REW, 20B oder der 26B aus dem Mazda 787B von LeMans. Einfach ein unvergleichbarer Sound!
    LG Fabian

  • martin seidl

    Oh no ein seidl, na 2 seidl san mehr als 1 krügerl ;)
    Wir sind aber nicht verwandt, verschwägert oder!?

    Zum thema:
    Besten klang würde ich ja bemerkenswert finden wenn der tesal gewänne :) denn jede top 10 liste braucht ihren überraschungseffekt und dieser sieg wäre ein treffendes
    sinnbild für die akkustische irritation des machtvollen anschubs in aller stille.
    Für diesen sieger würde die autorevue dann einen lauschigen klangteppich auslegen :)
    Am 10. Platz wurd sich gut ein fiat panda mit so einem stückerl fahrradschlauch aufm auspuffröhrl machen, da steigt man gleich einmal gut gelaunt in die liste ein, hihi
    Nix macht nämlich eine solche langweiliger als wenn sie trocken, ernst versachlicht wird.
    Zwischen diesen ersten und letzten platt halt die klassischen kolbensymphoniker, zb am 007. Platz den DB5 usw

    Egal, wie gesagt hauptsach der audi 5zylli kommt aufs podest!-)

  • Hubert Seidl

    Meine No1 wurde ganz vergessen,

    Bugatti Veyron, wer den Murl einmal ausgebaut gesehen hat,
    mit Diff und Getriebe, der kann in dieser Liste die Top Platzierung
    nicht verstehen… ;)

  • Fabian Mechtel

    Fulvia! Herrlich auch der italomerikanische Dialekt :-)

    http://www.youtube.com/watch?v=1UUbhmx0qK0

  • manuelito

    Lamborghini 4.0 V12 im Countach, und Hr. Seidl hat auf jeden Fall recht, eine Liste der 10 am besten klingenden gehört auch her.
    Vorschlag (rein Subjektiv):

    Audi Urquattro
    Maserati Quattroporte
    Ferrari 360 Modena Challenge Stradale
    67´Ford Mustang Fastback
    Aston Martin V8 Vantage
    Mercedes SLS AMG
    Fiat 1000 Abarth
    Lamborghini Aventador
    Mclaren Honda MP 4/4 (F1 1988 Senna/Prost)

    und zu guter letzt:

    Lancia Fulvia 1.3 S (weil ich eine besitze und sie einfach geil klingt, punkt Ende, keine Diskussion)

    Alles Motoren die ich akustisch vernehmen durfte und mit den Attributen „Geil, Gänsehaut, bitte nicht aufhören“ im Hirn verankert sind.

    • martin seidl

      du meinst kurzegsagt quasi: eine symphonie in einer „dur“ :)

      ja deine liste klingt gut! – im warsten sinne

      kleiner schönheisfehler ist der honda f1, da kein serienmotor, leider
      und ein bmw reihen6er sollte in einer solchen liste doch auch gehör finden, gehört absolut dazu!

      auf wiederhören ;)

    • Fabian Mechtel

      Ton der Fulvia muss sofort her, sonst kann die Liste nicht angenommen werden! Überhaupt: mehr V4 fahren!

      Die Liste liest sich in der Tat gut – wir durchforsten mal Youtube über das Wochenende und schauen, was zu hören ist.

      In diesem Sinne, prost.

    • manuelito
  • martin seidl

    sehr fesch die murln, ja!

    und jetzt gebt uns was auf die ohren.
    ich schlage vor: die 10 am schönsten klingen serienmotoren

    und wehe der audi 5tuttler ist nicht unter den top3!!!
    (ich persönlich finde den ja ohne turbo, also ohne das zischen, fauchen und pfeifen, nur das sauger 5er grummeln und granteln beim aufziehen pur, noch ohrenschmalz erweichender! – aber hey, ich mach da jetzt nicht Euren job, schreibt ihr mal schön diese top 10!!)

    :-)
    salü martö

    • martin seidl

      „klingenden“ solls natürli heissen – q.e.d. dass das besser IHR schreibt!-)

    • Fabian Mechtel

      Okay, challenge accepted! Gerne auch mit Video-Vorschlägen zur Vorhörung ;)

      Ein wohltönendes Wochenende Euch allen,

      Fabian

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