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Yamaha PED2
 

Bonsai-, Elektro- und Hybrid-Bikes in Tokyo

Auf der Tokyo Motor Show 2015 sind, nicht nur, aber hauptsächlich, Bonsai-Bikes angesagt. Ein Rundgang auf der Automesse macht das deutlich. Was uns noch aufgefallen ist.

02.11.2015 radical mag

Klar, einer der großen Hingucker war bei Honda zu finden. Ein Dreirad, dass sich in die Kurve legen kann. Ein solches Konzept mit zwei Vorderrädern und einem angetriebenem Hinterrad ist ja nicht neu. Aber Honda geht bei der Antriebtechnik einen Schritt weiter. Der Vierzylinder-Boxermotor des «Neowing Tilting Tricycle» erinnert an die Goldwing, gekoppelt ist der Benziner aber auch an einen Elektromotor. Was diese Studie zum ersten Full-Hybrid der Welt machen würde. Und das Dreirad sieht tatsächlich sehr seriennah aus. Auch wenn der Preis für diese hochkomplizierte Antriebs- und Fahrwerkstechnik doch ziemlich hoch sein dürfte. Auch vor Ort wollten sich die Honda-Verantwortlichen nicht zu den Serienchancen der Neowing äußern, genauso verschwiegen waren sie, wenn man nach den technischen Daten fragte. Bei den kleinen Bikes gibt Honda ebenfalls Vollgas. Eine ganze Armada von Kleinstmotorrädern im Stile der legendären Monkey besiedelte den Stand in den Messehallen in Tokyo. Besonders cool die beiden «Groom 50»-Modelle, mit modernsten Federelementen, die von der Leistung des Einzylinder-Virtakters kaum überfordert sein dürften.

Honda-Neowing-bu
© Bild: Markus Chalilow / Honda Neowing

Neuheiten von Kawasaki

Auch Kawasaki hat ein neues, kleines Bike vorgestellt. Die Z125 leistet 9,5 PS aus einem Einzylinder-Viertakter, soll nur 101 kg wiegen und verfügt über ein Automatikgetriebe. Die Pro-Version der Z125 verfügt hingegen über ein konventionelles Vierganggetriebe. Auffallend die winzigen 12-Zoll-Räder. Wir mögen nicht über das Fahrverhalten urteilen, aber so richtig knackig dürfte das mit diesen Bonsai-Reifen nicht sein.

Yamaha setzt auf Individualität und Elektrobikes

Yamaha hingegen präsentierte sich in Tokyo fast schon schizophren. Auf der einen Seite wird das Yard-Built-Programm immer weiter ausgebaut. Mit diesen Kits kann man ein neues Motorrad wie einen echten Klassiker aussehen lassen. Dieses Programm ist für Yamaha ein riesiger Erfolg, immer mehr Designer schaffen neue Modelle die nach einer eingehenden Prüfung durch die Japaner als Umbaukits angeboten werden. Auf der anderen Seit gibt man sich sehr futuristisch. Gleich zwei elektrisch angetriebene Motorräder hat man zur Show gebracht. Die schon fast klassisch gestylte PED2, die an die alten Yamaha DTs erinnert und die Straßenversion, die PES2. Ganz speziell ist, dass die Straßenmaschine über einen Zweirad-Antrieb verfügt. In der Vorderradnabe ist ein zweiter Elektromotor verbaut. Sicher gewöhnungsbedürftig.

Yamaha PED2 und Yamaha PES2
© Bild: TOSHIFUMI KITAMURA/AFP/Getty Images / Yamaha PED2 und Yamaha PES2

Suzuki enttäuscht

Eher schon enttäuschend waren die Neuheiten bei Suzuki. Die Gixxer – ein Citybike mit 150 cm3-Mootr – ist so hässlich, dass wir sie hier nicht zeigen mögen. Und der Hustler Soot ist ein Roller, der uns in Form- und Farbgebung an Plaste-Bomber aus der DDR erinnert. Dazu noch ein Sondermodell zum 30. Geburtstag der GSX-R-Baureihe. Etwas gar mager für ein Heimspiel.

Was uns in Tokyo gefehlt hat

Was in Tokyo an der Motor Show leider fehlte, waren die Kleinode unbekannter Hersteller. Offenbar ist das Pflaster in Japans Hauptstadt zu teuer geworden. Denn auch bei den Autos waren kaum Klein- oder Spezialhersteller zu sehen.

Besten Dank an die Kollegen von radical-mag.com

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