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VW Golf R Variant: Zwischen Kindergarten und Rennstrecke

Der neue VW Golf R Variant taugt mit einem Ladevolumen von 1.620 Liter zu Familienausflügen und Großeinkäufen, die 300 PS gehören eher auf der Rennstrecke.

16.04.2015 Press Inform

Zu Beginn die Zahlenspiele zum Testobjekt: Der VW Golf R Variant ist ein 300-PS-Kombi aus dem Hause Volkswagen. Von 0 auf 100 km/h geht es in 5,1 Sekunden, bei umgeklappter Rückbank können 1.620 Liter beladen werden.

Es folgen die ersten wichtigen Erkenntnisse zum Golf R Variant: Die Launch Control unterstützt nicht das sanfte Anfahren im Stadtverkehr und die Traktionskontrolle kann nicht zum Schutz der Umwelt komplett deaktiviert werden. Zudem erfährt der Fahrer trotz deaktivierten ESC immer noch eine kleine Fahrhilfe durch die etwas hecklastiger eingestellte Haldexkupplung sowie leichte Bremseinsätze des kurveninneren Hinterrades. Für die Sicherheit des Allradlers ist also gesorgt.

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© Bild: Werk

Assistenzsysteme im VW Golf R Variant

Hinzu kommen ja auch noch diverse Assistenzsysteme wie die automatische Distanzregelung ACC, ein Front Assist mit City-Notbremsfunktion und der Tempomat. Vorausgesetzt im Konfigurator wurden hier und da ein paar Kreuzchen gesetzt, denn Volkswagen lässt sich jeden elektronischen Hilfsarbeiter bezahlen. Der Begriff des Basispreises in Höhe von 50.180 Euro muss hier deutlich gefettet und unterstrichen werden. Der Normverbrauch des 4,60 Meter langen und 1.574 Kilogramm schweren VW Golf R Variant liegt übrigens bei 7,0 Litern auf 100 Kilometern.

Ausflug auf die Rennstrecke

Nach ausgiebigen Grenzerfahrungen auf dem Ascari-Racetrack im Süden Spaniens darf dem nur beigepflichtet werden. Im Race-Modus reagiert das Gas spontan, die Gangwahl des Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebes stimmt nahezu mit der eigenen überein. Hier und da wird der nächst höhere Gang allerdings trotz Entmündigung der Automatik wie von Zauberhand von selbst und einen Augenblick zu früh eingelegt. Das Resultat ist, dass am Kurvenausgang durch den automatischen und direkt folgenden menschlichen Gangwechsel das Getriebe in einem zu hohen Gang werkeln muss. Dafür regelt die im Sportmodus befindliche Traktionskontrolle so dynamisch, dass eine komplette Deaktivierung unnötig ist.

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© Bild: Werk

Und im Stadtverkehr?

Im Vergleich zum Golf R trägt der Variant 100 Kilogramm mehr am Heck, die Folge ist, dass der Kombi besser kontrolliert werden kann. Ein leichtes und vor allem gewolltes Übersteuern mithilfe der sehr präzisen Lenkung erleichtert das sportliche Kurvenfahren ungemein – und macht zudem wirklich Spaß. Wer jetzt glaubt, dass ein so sportlicher und bis zu 250 Kilometer pro Stunde schneller Golf R Variant sich nicht für die Stadt eignet, der irrt gewaltig. Die Federung ist trotz der 20 Millimeter-Tieferlegung überraschend komfortabel und an der Übersicht hat sich ebenfalls nichts geändert. Ganz im Gegenteil. Ein kleiner Zwischenspurt zum Überholen auf der Landstraße oder eine starke Vollbremsung im Stadtverkehr fallen dank der starken Leistung und der zupackenden Bremsanlage auf den vorderen Bremssätteln noch sicherer aus.

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© Bild: Werk

Höchstgeschwindigkeit des VW Golf R Variant

Dass der 2,0 Liter große Vierzylinder-Benzinmotor neben den 300 PS auch noch 380 Newtonmeter auf die Straße bringt, verdankt er nicht etwa nur der Software. „Wir haben den Turbolader gegenüber dem GTI vergrößert“, verrät Guido Sever. Auf die Frage, ob der neue VW Golf R Variant denn wirklich nur 250 Kilometer pro Stunde schafft, antwortet er mit einem Grinsen im Gesicht: „Wir sind auf einer abgesperrten Teststrecke schon 270 Sachen gefahren.“ Es wird also nicht viel Vorstellungskraft benötigt, um zu erahnen, wo die ersten Fahrten einiger Kunden hinführen werden.

Dank an press-inform

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