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Der neue Subaru Levorg – Licht und Schatten

Der neue Subaru Levorg fällt unter die Kategorie „Raritäten“, längst decken Autos mehrere Zielgruppen ab. An diese Formel hält sich der Japaner nicht.

01.12.2015 radical mag

Autos, wie der Subaru Levorg, sind zu Raritäten geworden. Autos, die einfach einen Zweck erfüllen. «Nur» eines können, dass dafür aber richtig. Die nicht Cabrio, SUV und Kombi in Personalunion sein wollen, die nicht ein ganzes AKW im Heck brauchen, um all die Mikrowellen, Audioanlagen und Waschmaschinen mit Strom zu versorgen. Der Levorg von Subaru ist ein Kombi, wie er klassischer kaum sein könnte. Nicht mit erhöhter Sitzposition, nix mit 28 individuell einstellbaren Sitzen. Aber, mit schlauen Detaillösungen. Während man in gewissen Modellen anderer Marken keinen einzigen USB-Anschluss findet, hat der Levorg gleich zwei allein im Fond, damit die Kids ihre Elektronik-Berge auch am Leben halten können. Und er hat, für heutige Verhältnisse, große Fenster. Da sieht man was von der Gegend und fühlt sich in auf den Landstraßen nicht wie im Tunnel. Nein, der Levorg kann nicht ohne den Fahrer in eine Lücke einparken. Und nein, wenn man den Wäschekorb ins Gepäckabteil legt ist sind die Jeans nicht frisch gewaschen wenn man am Ziel ankommt. Aber, mit dem Levorg kann man eines richtig gut: nämlich Autofahren.

Test Subaru Levorg (11)
© Bild: Werk

Sind die 170 PS im Subaro Levorg genug?

170 PS generiert der Vierzylinder-Boxer unter der Lufthutzenhaube. Dazu 250 Nm an Drehmoment. Auch hier, nicht der Wahnsinn, andere Hersteller holen aus ihren 1600er-Motoren heute deutlich über 200 PS heraus. Wie lange das gut geht, wissen wir nicht. Aber wir gehen davon aus, dass der kleine Turbo-Boxer auch wegen der heute bescheidenen Maximalleistung so standfest sein wird wie fast alle Subaru-Motoren. Und, Hand aufs Herz, wer nicht oder nur kaum auf deutschen Autobahnen unterwegs ist reichen die 170 Pferde locker. Obwohl das Fahrwerk viel mehr wegstecken würde. Es ist genügend Leistung da, immer. Klar, am Berg, wenn sich die Spitzkehre öffnet und die kurze Gerade zum Vorschein kommt, da hätte man vielleicht schon gerne ein paar PS mehr. Aber spätestens, wenn die Sonntagsfahrer auf ihrem Ausflug die Straßen versperren ist dann auch wieder gut, dass der Boxer so seidig läuft, dass man sich keine Gedanken um den richtigen Gang machen muss und dass der Levorg so nett abrollt.

Fahreigenschaften und Bedienung

Ja, der Levorg kann auch sehr zügig, die vordere Aufhängung stammt nicht umsonst aus der US-Version der Impreza WRX. Aber, eigentlich will der Levorg vor allem ein freundlicher, guter Begleiter sein. Und diese Rolle spielt er richtig gut. Denn auch die Verarbeitung ist im Subaru mittlerweile richtig gut. Platz gibt’s vorne wie hinten genug und auch die Bedienung ist – ja das gibt’s noch – einfach. Fürs Klima gibt’s drei Drehregler, der Rest ist über Schalter geregelt. Nur wer in die Tiefen des Infotainmentsystems abtauchen will, schmiert seine Fingerabdrücke auf den großen Touchscreen. Klar hat auch Subaru mittlerweile einen Strauß an Fahrhilfen, doch wen kümmert es? Das Auto liegt satt auf der Straße, mangelnde Traktion ist nie ein Thema, das CVT-Getriebe hält nur im Extremfall vor sich hin – wozu also der ganze Schnickschnack? Klar, die anderen haben es auch, also muss auch Subaru nachziehen.

Test Subaru Levorg (6)
© Bild: Werk

Soundanlage im Levorg

Andere Hersteller verbauen Audioanlagen renommiertester Hersteller, Subaru baut einfach ein System ein das klingt. Nicht hochstehend, aber gut. Braucht man mehr? Die Audiophilen vielleicht, aber diese Zeitgenossen überlegen sich eher den Kauf einer DS als eines Subaru’s.

Licht- und Schattenseite

Es gibt also viel Licht beim Levorg, fast 1.500 Liter Stauraum wenn man mal was transportieren muss. Aber, das Ganze hat auch eine Schattenseite. Richtig sparsam ist der Levorg, den es nur mit dem beschriebenen Motor und der Automatik gibt, nicht. Ein normaler Kombi, der im Testschnitt 8,4 Liter pro 100 Kilometer verbraucht, ist eigentlich nicht mehr ganz Zeitgemäß. Es ist einfach dieser Liter zu viel, den sich Subaru schon immer genehmigte. Wer aber damit leben kann, dass er vielleicht öfters als andere an die Zapfsäule muss, der kann mit dem Levorg glücklich werden. Also nicht mit dem komischen Namen, aber mit dem Auto.

Test Subaru Levorg (8)
© Bild: Werk

Fazit

Wir hatten jedenfalls viel Freude mit dem Japaner. Und wir staunen auch, dass der Wagen – obwohl er aus Japan kommt und der Importeur nicht von einem schwachen Euro profitieren kann – zu anständigen Preisen angeboten wird. Der Spaß beginnt bei 28.990 Euro. In Voll-Trimm kostet er als Luxury S dann noch um einiges mehr. Aber, wenn man die Zeitersparnis einrechnet ist das gar nicht so viel. Denn im Luxury S ist einfach alles drin, dass die Japaner zu bieten haben, man spart sich also stundenlanges Studieren der Aufpreislisten.

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