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Vom Besten: Ford Focus ST 2015

Der neue Ford Focus ST ist, verzeiht die Wortwahl, verdammt schnell und wird neben Golf GTI und Corsa OPC auf keinen Fall untergehen.

07.08.2015 radical mag

Jaja, die alte Mär. Viel Leistung, bretthartes Fahrwerk und Vorderradantrieb. Es braucht ein Sperrdifferential sonst gehen all die Ponys nur in Rauch auf. Auf dieses Rezept mit der Sperre vorne setzen mittlerweile viele Hersteller. Manche mit etwas mehr Erfolg (z. B. Test VW Golf GTI Performance) andere nötigen dem Fahrer schon mehr Leidensfähigkeit ab (z. B. Test Opel Corsa OPC). Und nun kommt auch noch Ford mit dem Focus ST ums Eck. Der liegt leitungsmäßig weit, sehr weit vorne. Abgesehen vom limitierten Sondermodell mit 274 PS ist beim Golf GTI bei 230 Pferdestärken Schluss. Der Focus ST dagegen lässt 250 Pferde auf der Vorderachse herumtrampeln. Dazu 345 Newtonmeter an Drehmoment, gekoppelt natürlich an eine manuelle Schaltbox mit sechs Gängen. Und, nein, er hat keine Differentialsperre. Jedenfalls keine mechanische. Sondern versucht, mit gezieltem Bremseingriff die Traktion so gut wie möglich sicherzustellen. Und wie bereits beim Fahrbericht des ST waren wir auch beim Test überrascht. Das funktioniert tadellos.

Der neue Ford Focus ST 2015 ist verdammt schnell

Der Ford ist verdammt schnell, und vor allem: einfach beherrschbar. Klar, auch beim Focus ST sind die Lenkeinflüsse, wenn man ihn hart ans gas nimmt, nicht ohne. Aber, wenn man Angast sollte man ja auch konzentriert sein. Also: kein Problem. 6,5 Sekunden verspricht Ford für den Sprint aus dem Stand auf 100 km/h. Das mag sein, aber es ist eigentlich egal. Denn, wir haben ewig keinen Turbobenziner mehr bewegt, der derart spontan anspricht. Und, vielleicht liegt hier der Hund der Traktion begraben. Um flott aus der Kurve zu kommen reichen 2.500 Umdrehungen. Der Ford braucht keine hohen Drehzahlen, dass massive Drehmoment und eben das spontan reagierende Vierzylinder-Triebwerk geben einem das Gefühl, mit dem guten alten Fünfzylinder unterwegs zu sein. Dieser Eindruck wird durch die Programmierung des Soundgenerators unterstützt. Der Focus brummt und stampft als wär’s ein fetter Fünfender.

Test Ford Focus ST 2015 (6)
© Bild: Werk

Im Vergleich zum Golf GTI und Corsa OPC

Also, ein Sperrdifferenzial hat uns eigentlich nicht gefehlt. Und auch an Komfort mangelt es dem ST nicht. Natürlich ist der Ford keine Sänfte, aber im Vergleich zum Corsa OPC ist er: eine Gondel. Und im Vergleich mit einem Golf GTI: ebenbürtig. Dazu kommt, dass die Federwege noch so lang sind, dass auch schlechte Straßen kein Problem darstellen. Im Gegenteil: je gröber die Wellen und Schläge, desto erstaunter ist man ob des Fahrgefühls. Wie sich der Ford über derartiges Geläuf scheuchen lässt ist schon tief beeindruckend. Und, darüber haben wir – die wir nicht gerade als Goodyear-Jünger bekannt sind – auch gestaunt. Die Goodyear Eagle F1 im Format 235/45 R 18 machen ihre Sache wirklich gut. Wem das zu wenig ist, kann auch 19-Zöller zusammen mit einer fetten Bremse (Durchmesser vorne 33,5cm) ordern. Weitere Eindrücke vom Fahren gibt’s in unserem Fahrbericht, dort gibt’s auch ein paar Zeilen zum Diesel-ST. Den neuen Ford Focus ST gibt’s in Österreich ab 34.250 Euro.

Pac-Man-Optik, aber hervorragende Konnektivität

Klar, es gibt auch bei Ford jede Menge Optionen, aber der ST-3 hat natürlich die famosen Sitze von Recaro, Bi-LED-Leuchten und viel mehr. Auch die Konnektivität ist vorzüglich. Einzig optisch kommt das Bediensystem etwas altbacken daher. Da ist man irgendwie bei Pac-Man stehen geblieben. Was der einfachen Bedienung eigentlich keinen Abbruch tut. Nur hat man bei Ford etwas gar viele Funktionen einmal auf den Bildschirm gesetzt. Man muss zuweilen schon etwas treffsicher sein, um das gewünschte Menu zu aktivieren.

Test Ford Focus ST 2015 (8)
© Bild: Werk

Verbrauch gibt’s auch

Ach ja, ohne Sprit geht natürlich auch beim Ford Focus ST nichts. Und nein, sparsam ist er nicht. 6,8 Liter pro 100 Kilometer hat man bei Ford als Normverbrauch ausgeknobelt. Das dürfte realistisch sein, wenn man sich auf der Autobahn einem Laster mit 88 km/h anhängt. Im wahren Leben waren es dann 8,7 Liter. Aber das finden wir schon noch okay. Wie bei Turbomotoren üblich, ist die Spreizung groß. Wer über Land zuckelt schafft auch mal 7,3 Liter, wer jeden Sonntagmorgen nur Pässe attackiert, wird bei 9,5 L/100 km landen. Unser Fazit: Der Focus ST ist etwas vom Besten, dass sich in dieser Klasse tummelt. Punkt.

Vielen Dank für diesen Beitrag an die Kollegen von radical-mag.com

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  • Stefan

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