Ein Tesla Model S innen
Tesla schreibt hohe Verluste.
 

Verlust von Tesla steigt

Die Kosten im ersten Quartal hätten sich im Vergleich zum Vorjahresquartal auf rund 200 Mio. Dollar verdoppelt.

08.05.2014 APA

Die hohen Investitionen in Forschung in Entwicklung führen beim Elektroautohersteller Tesla zu einem deutlichen Anstieg des Verlusts. Nach den ersten drei Monate des Jahres schreiben die Kalifornier ein Minus von fast 50 Millionen Dollar (35,9 Millionen Euro), so Tesla. Das ist rund dreimal so viel wie im Vorjahresquartal.

Verdoppelung der Kosten

Die Kosten im ersten Quartal hätten sich im Vergleich zum Vorjahresquartal auf rund 200 Mio. Dollar verdoppelt, erklärte Tesla. Allein für Forschung und Entwicklung seien 81,5 Mio. Dollar ausgegeben worden, 33 Prozent mehr als im ersten Quartal 2013.

Standort für Gigafactory

Tesla hatte im Februar die Produktion von Batterien für Elektroautos in großem Stil angekündigt. In der sogenannten Gigafactory sollen ab 2017 die ersten Auto-Akkus gefertigt werden, 2020 dann sollen es rund eine halbe Million Stück im Jahr sein. Noch müsse der Standort für die Fabrik festgelegt werden, erklärte Tesla am Mittwoch. Das Unternehmen will in diesem Jahr 650 bis 850 Mio. Dollar investieren – in die „Gigafactory“ sowie die Ausweitung der Produktion.

Weitere Modelle geplant

Tesla baut bisher nur das Model S, hinzu kommen soll ein Sieben-Sitzer, das Model X. Im ersten Quartal sei mit 7.535 produzierten Model S ein Rekord erzielt worden, teilte das Unternehmen mit. Insgesamt sollen in diesem Jahr 35.000 Wagen vom Band rollen.

Mehr wert als PSA

Trotz der kleinen Stückzahl von Autos ist Tesla an der Börse schon viel mehr wert als etwa der kriselnde europäische Autobauer PSA Peugeot Citroen. An dem US-Unternehmen ist auch der deutsche Hersteller Daimler mit einem kleinen Anteil beteiligt.

Mastermind Elon Musk

Tesla-Gründer Elon Musk ist durch den Internet-Bezahldienst Paypal reich geworden. Er baut nicht nur Elektroautos, sondern schickt mit seiner Firma SpaceX auch Satelliten ins All. Im vergangenen Sommer stellte er seinen Entwurf für ein neuartiges Verkehrsmittel namens Hyperloop vor, das Reisende mit Geschwindigkeiten von mehr als 1.000 Stundenkilometern durch eine Röhre befördern soll.

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  • Enrich

    Sie können, so wie die Produzenten der Sparbeleuchtungsbirnen der EU-Komission für einen Verbot der normalen Autos zahlen….

  • Hubert

    Danke, jetzt weiß ich wieder, warum ich als Treuer Leser nach über 20 Jahren Auto-Revue Abo dieses gekündigt habe.
    Es ist Zeit, sich von der Umklammerung der Erdölindustrie zu lösen, dies gilt auch für die Auto-Revue. Und bitte noch um Info, mit welchem Auto der Tesla hier verglichen wurde.

  • Hans-Peter

    Kann mich voll und ganz dem Kommentar des Herrn Schulzen anschliessen, denn so einen Blödsinn von einem Journalisten in diesem Medium zu lesen ist echt schockierend. Eigentlich sollten Sie ja verantwortungsvoll mit dem was Sie schreiben umgehen. Einen z.B Audi A7 um die Hälfte des Model S zu bekommen…..wo kann ich den kaufen???

    Nachdenklich, Hans-Peter

  • Kienotto

    Tesla muss einfach weitermachen. Die sind die besten Vorreiter der E-Mobilbauer. Ich bin mit meinem Nachbars S gefahren und werde es nie vergessen.

    • Marcus

      Ich verstehe den Hype wirklich, wirklich nicht: JEDES EINZELNE europäische E-Fahrzeug braucht 30 bis 50% weniger Strom für dieselbe Strecke. (gut, AMG SLS Electric Drive braucht gleichviel Strom wie der Model S)
      Eine aus meienr Sicht ganz wichtige Sache, die Tesla offenbar noch nicht verstanden hat: Wenn ich mit einer der hochwertigsten Energieformen – nämlich Strom (zu 100% Exergie, also fast verlustfrei in andere Energieformen umwandelbar) ein Fahrzeug betreibe, dann muß ich für ein halbwegs ökologisches Fahrzeug extrem sparsam mit der Energieform „Strom“ umgehen.
      Tatsächlich habe ich nämlich bei Stromerzeugung in einem kalorischen Kraftwerk schon ganz dramatische Energieverluste in der Stromerzeugung – eine Verschwendung beim Strom wirkt sich daher doppelt bitter auf den Primärenergieverbrauch aus. Die Kraftwerke haben gerade 50 bis 52 % thermoelektrischen Wirkungsgrad. Mit den Stromnetzverlusten und den Ladeverlusten bin ich flugs auf 40 % herunten. Und bei 40 % liegen die effizientesten Verbrennerautos. Wenn ich jetzt 40 oder 80% mehr Strom verbrauche, schaut die Gesamt-Energiebilanz nicht mehr gut aus. Aus dem Vorzeige-Auto wird ökologisch gesprochen eine lahme Ente.

  • hs

    Zitat:
    „Das Model S kostet mehr als doppelt so viel wie ein vergleichbares Auto mit herkömmlichem Antrieb.“

    Nun teilt uns ein vertrauenswürdiger APA-Journalist mit, dass ein mit dem Tesla Model S vergleichbares Auto für weniger als 32.500 Euro zu haben sei.

    Also eine außerordentlich schöne, repräsentative 5-bis 7-Sitzer-Limousine mit 1800L Kofferraum, ultra-leisem, hoch effizienten 225 kW (306 PS) starkem Antrieb mit Vollautomatik für „weniger als den halben Preis“ des Tesla Model S (Listenpreis 65.000 Euro)?

    Nun würde mich aber interessieren, welches vergleichbare Fahrzeug mit herkömmlichen Antrieb sie uns Lesern freundlicherweise nennen werden. Vielen Dank schon mal dafür!

    Viele Grüße
    Holger Schulzen

    • Marcus

      1800 L Kofferraum, sind Sie noch zu retten? 1800 L ist der Stauraum, wenn man die Rücksitze umklappt!
      Ironie des Schicksals: Jahrelang haben uns die US-Bürger erklärt, mit einem Kombi können oder wollen sie nichts anfangen. Und jetzt bauen sie selbst die E-Stromverschwendungs-Kutsche (gleich schwer und ökologisch genauso mies wie Touareg, Q7, X6 oder Cayenne) und sind ganz begeistert vom Kombiheck!???!

  • Ravenbird

    Ich finde den Tesla S faszinierend. Eine völlig unerfahrene Firma stellt ein Auto auf die Räder, das in der Qualität mit allen Premiumherstellern mithalten kann.
    Eine Schande für Rolls, Mercedes, BMW… könnte man sagen.
    ABER:
    Wenn ich 100.000 Euro für einen Autokauf zur Verfügung habe, kaufe ich mir KEINEN Tesla, sondern eine Nobelkutsche konventioneller Bauart.
    Und dazu einen kleinen „normalen“ Elektrowagen, wie es sie schon länger gibt von Renault oder Nissan. Die reichen fürs gute Gewissen und fürs Einkaufen in der Ortschaft oder der unmittelbaren Nachbarschaft.
    Ich nehme nicht einmal das dünne Händler- und Werkstättennetz des Tesla als Kriterium, sondern einfach die Tatsache, dass die Akkutechnologie aus dem vorigen Jahrtausend stammt. Das ist wie ein Pferdefuhrwerk neben einem Formel Eins.
    Für diese enorme Summe hole ich mir kein Tretauto von Fred Feuerstein. Und ich meine damit ausschließlich die Akkus. Der Rest des Autos ist schlicht phänomenal.
    Schade.

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