Erste Untersuchungs-Ergebnisse: Verunglückter Tesla fuhr zu schnell

Erste Untersuchungsergebnisse zu dem Tesla-Crash im Mai, bei dem der Fahrer ums Leben gekommen war:: Das Model S mit aktiviertem Autopilot war mit 119 statt den erlaubten 105 km/h unterwegs gewesen.

28.07.2016 APA

Bei dem ersten tödlichen Unfall eines Elektroautos mit Selbstfahrfunktion könnte überhöhte Geschwindigkeit eine Rolle gespielt haben. Das Model S mit aktiviertem Autopilot sei vor dem Zusammenstoß mit einem Lastwagen mit rund 119 Stundenkilometern (74 Meilen pro Stunde) unterwegs gewesen, hieß es in einem am Dienstag veröffentlichten Zwischenbericht der US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB. Erlaubt gewesen wären auf der vierspurigen Autobahn in Florida, auf der sich der tödliche Crash ereignet hatte, nur rund 105 Stundenkilometer (65 Meilen pro Stunde).

Untersuchung noch nicht abgeschlossen

Die Behörde betonte, dass die Untersuchung des Falls noch nicht abgeschlossen sei und dass die Unfallursache noch nicht bestimmt sei. „Alle Aspekte des Unfalls sind weiter Gegenstand der Untersuchung“, hieß es in einer Erklärung des NTSB. Der Fahrer habe zum Zeitpunkt des Unfalls Autopilot-Funktionen eingeschaltet gehabt.

Kreuzender Lkw nicht erkannt

Anfang Mai starb der Fahrer eines Model S, als ein Lastzug im rechten Winkel die Straße kreuzte. Die Bremsfunktion wurde nicht ausgelöst. Das Unternehmen vermutet, dass die Autopilot-Sensoren die weiß gestrichene Seite des kreuzenden Lkw mit dem taghellen Himmel dahinter verwechselten und den Lkw deswegen nicht als Hindernis erkannten, das eine Bremsung hätte auslösen müssen.

Tesla verteidigte Autopiloten

Tesla hatte das Autopilot-System bereits nach Bekanntwerden des tödlichen Unfalls verteidigt. Es sei der erste solche Unfall nach 200 Millionen gefahrenen Kilometern. Im normalen Straßenverkehr gebe es im US-Durchschnitt dagegen alle 150 Millionen Kilometer einen tödlichen Unfall. Der Konzern betont auch stets, dass das System in einer Beta-Version aufgespielt ist – die Fahrer müssen auch bei Autopilot-Fahrten jederzeit die Hände am Lenker halten und die Verantwortung für ihre Fahrten ausüben.

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