Teslas Autopilot kommt per Software-Update

Mit dem Autopiloten sollen Teslas selbst die Spur wechseln, den richtigen Abstand halten und einparken können – Software befindet sich noch in der Anfangsphase

16.10.2015 APA

Seit Langem spricht Elon Musk darüber, nun ist es so weit: Elektroauto-Pionier Tesla stattet seine Autos via Software-Update mit einem Autopiloten aus. Die Fahrzeuge sollen so selbst die Spur wechseln, den richtigen Abstand halten und einparken können – trotzdem täten die Fahrer gut daran, zumindest in der Anfangsphase die Hände am Steuer zu lassen, wie Musk betonte. Das Update ist – wie jedes Softwareupdate – kostenlos.

Per Software-Update zum Autopilot: Der erste Praxistest von Tesla

Wer haftet bei Unfällen?

Die bereits im vergangenen Jahr angekündigten „Autopilot“-Funktionen werden zunächst in den USA per Software-Update hinzugefügt. Europa und Asien sollen rasch folgen. Die Software sei allerdings noch in einer frühen Phase, und die Fahrer sollten die Hände am Lenkrad lassen, betonte Gründer und Chef Elon Musk in einer Telefonkonferenz am späten Mittwoch. In entspannten Verkehrs-Situationen können einige Fahrer vielleicht das Steuer loslassen – „aber wir empfehlen das nicht“. Gebe es einen Unfall beim Spurwechsel mit „Autopilot“, hafte immer noch der Fahrer, warnte Musk.

Kann der Autopilot die Spur wechseln und einparken?

Das Auto wechselt die Spur alleine, wenn der Blinker aktiviert wird. Beim Einparken sucht die Software auch automatisch nach einer passenden Parklücke am Straßenrand.

Autopilot lernt mit der Zeit

Tesla hatte bereits seit Monaten die frisch produzierten Fahrzeuge seines Model S mit Radar- und Ultraschall-Sensoren sowie Kameras ausgestattet. Dies ermögliche unter anderem eine Seitenaufprall-Warnung. Rund 60.000 der insgesamt 90.000 gebauten Teslas hätten die nötige Technik an Bord. Sensor-Daten von den Fahrzeugen werden zu Tesla hochgeladen, um die Fähigkeiten der Software zu verbessern. „Das System lernt mit der Zeit“, sagte Musk.

Wann sollen vollautonome Teslas auf den Straßen fahren?

Auch der SUV Model X, dessen Produktion gerade hochgefahren wird, soll die „Autopilot“-Funktionen bekommen. Musk rechnet damit, dass Autos in drei Jahren im Prinzip ganz allein die Insassen von A nach B bringen könnten. Es werde aber mindestens ein Jahr länger dauern, den rechtlichen Rahmen dafür zu schaffen.

„Sollte keine Fußgänger umfahren, hoffentlich“

Computer seien grundsätzlich bessere Autofahrer als Menschen, betonte Musk. Zugleich räumte er ein, dass es der Software zum Teil schwerer falle, Fußgänger und Radfahrer zu erkennen als andere Fahrzeuge. Das selbstfahrende Auto „sollte keine Fußgänger umfahren, hoffentlich“, sagte er. Aber aktuell sei es aus seiner Sicht noch zu früh, unbesorgt zu sein.

150 Tesla-Mitarbeiter arbeiten am Autopiloten

Bei Tesla arbeiteten rund 50 Mitarbeiter an der „Autopilot“-Software und etwa 100 an der Hardware dazu, sagte Musk. Der Autobauer hat insgesamt rund 14.000 Beschäftigte.

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