Smartphone im Auto
Durch telefonieren im Auto steigert sich das Unfallrisiko um das Achtfache.
 

Telefonieren im Auto: 8-fach höheres Unfallrisiko

Telefonieren, SMS schreiben, essen und sonstige Ablenkungen führen zu einem achtfach höheren Unfallrisiko.

09.01.2014 APA

Wer nicht mit einem achtfachen Unfallrisiko durch die Gegend fahren will sollte auf telefonieren, SMS schreiben, essen und sonstige Ablenkungen verzichten. US-Wissenschafter haben untersucht, wozu solches Verhalten führt – zu einem bis zu achtfachen Unfallrisiko. Die Ergebnisse mit insgesamt 151 buchstäblich überwachten Autolenkern wurden jetzt in der medizinischen Fachzeitschrift, im „New England Journal of Medicine“ publiziert.

42 Führerschein-Neulige und 109 Routiniers

Sheila Klauer vom Virginia Tech Transportation Institute (Blacksburg) und die Co-Autoren: „Wir führten zwei Studien über die Verbindung zwischen sekundären Beschäftigungen zum Autolenken, zum Beispiel telefonieren, durch. Um eine objektive Beurteilung abgeben zu können, wurden Beschleunigungsmesser, Kameras, GPS-Systeme und andere Sensoren in den Autos von 42 Führerschein-Neulingen (16,3 bis 17 Jahre alt) und von 109 Erwachsenen mit mehr Routine als Autolenker installiert.“

Die Ergebnisse der Studie

Die Ergebnisse sprechen eindeutig dafür, sich beim Autofahren – egal mit welcher Erfahrung am Steuer – am besten auf die eigentliche Aufgabe konzentriert:

  • Wählten die Führescheinneulinge am Handy, stieg das Crash- und Beinahe-Crash-Risiko auf das mehr als Achtfache.
  • Schon das Greifen nach dem Handy bedeutete für die relativ unerfahrenen Autolenker ein siebenfach höheres Gefährdungspotenzial.
  • Das Senden oder das Lesen von SMS-Nachrichten etc. führte bei den „Novizen“ am Steuer zu einem etwas weniger als vierfachen Risiko für Crashs oder Beinahe-Unfälle – ebenso eine Ablenkung entlang der Fahrstrecke.
  • Essen am Steuer war in dieser Probandengruppe mit einem dreifach höheren Risiko für solche Zwischenfälle verbunden.
  • Anders war die Situation bei den Autofahrern mit Routine, allerdings auch nicht insgesamt positiv: Wer am Handy für ein Telefonat wählte, erkaufte sich damit ein zweieinhalbfach höheres Unfall- oder Beinahe-Unfall-Risiko. Bei den übrigen Ablenkungen gab es kein aussagekräftiges Ergebnis.
  • Noch ein Faktum: Während die Führerschein-Neulinge mit der Zeit eher zu mehr risikoreichen Nebenbeschäftigungen beim Lenken ihres Fahrzeugs tendierten, blieb dies bei den „Routiniers“ über einen Zeitraum von zwölf Monaten etwa gleich.
Mehr zum Thema
  • Pauli

    Vielleicht sollte man in diesem Zusammenhang auch einmal den Trend zum Touchscreen im Auto überdenken. Meiner Meinung nach sollten Touchscreens während der Fahrt automatisch gesperrt werden.

  • Ravenbird

    Besonders die „Multi-Taskerinnen“ (Frauen) sind gefährdet. Kaum eine ohne Handy am Ohr!
    TelefoniererInnen sind die versteckten Besoffenen – nur VIEL gefährlicher, weil immer und überall auftretend.
    Entzug der Fahrerlaubnis für 4 Wochen bei Betreten – mindestens!
    Heutzutage eine Bluetooth-Freisprechanlage, die in (fast) allen Autoradios integriert ist (wenn nicht, schmeißen sie den Mist mitsamt dem Auto weg! – das Zeug kostet keine 100 Euro!) zu nutzen, kann keine Hexerei sein.
    Es gibt so viele G’scheiterln, eine(r) wird das doch einschalten können :-)

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