Surfen Fuerteventura
 

Surfin Bird

Von einem der auszog, in Ruhe gelassen zu werden und doch nur Schmerzen fand.

29.04.2012 Online Redaktion

Samstag. Fuerteventura. Flug. Flucht. Urlaub. Macht’s gut, ihr Trottel, ich bin auf den Kanaren.

Montag. 8 Uhr. Habe Schwierigkeiten, die Surflehrer auseinanderzuhalten. Das liegt einerseits daran, dass ich wegen der Gezeiten zu Unzeiten aufstehen muss. Andererseits daran, dass sie alle gleich aussehen. Die gleichen halblangen, halbblonden Haare, die gleiche kalkulierte Unrasiertheit im Gesicht.

Dienstag. 16 Uhr.
Der zweite Kurstag ist vorbei. Erste Verspannungen in den Schultern. Wellenreiten quält die Muskeln. Ich kaufe zur Sicherheit Bananen und stelle zwei Wecker.

Mittwoch. 16 Uhr.
Qualen. Brust brennt. Schultern schmerzen, Oberarme verhöhnen mich. Kann die Bananen nicht alleine tragen, weil ich auch Rindfleisch, Eier und Milch brauche. Verwerfe meinen Plan, einer Rentnerin den Rollator zu klauen, weil ich ihr derzeit nicht gewachsen wäre.

Donnerstag. 16 Uhr.
Der Kassierer im ­Supermarkt wird stutzig. Er verdächtigt mich der illegalen Affenhaltung. Ich würde gerne überzeugender parlieren, kann aber meine Arme nicht mehr bewegen.

Donnerstag. 20 Uhr.
Ein einziger Trottel ist im Surfcamp, der muss natürlich aus Wien sein und sich deswegen einbilden, wir wären Freunde. Er macht irgendwas mit Online-Marketing. Ich höre weg.

Donnerstag. 21 Uhr.
Ich höre wieder hin. Lohnt sich aber nicht. Er erzählt mir irgendwas von „Extreme-Cross-Frisbee“ im ­Prater. Ich schalte ab.

Donnerstag. 22 Uhr. Bin wieder da. Er versucht den Surflehrer davon zu überzeugen, dass Surfer Helme tragen müssten. Wäre so schlecht nicht. Dann könnte ich sie auseinanderhalten. Zappe geistig trotzdem wieder weg.

Freitag. 16 Uhr. Die Polizei stürmt mein Hotelzimmer. Sie haben in mir den Chef einer Affenschmuggler-Bande erkannt. Der Kassierer vom Supermarkt hat mich verpfiffen … nur ein Alptraum … ich bin nur in der Obstabteilung ohnmächtig geworden.

Samstag. Was ich gelernt habe: nienienie fünf Tage in Folge stundenlang surfen. Es sei denn, man ist Arnold Schwarzen­egger in jung.

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