Subaru XV 2,0 D Comfort Test Seiteansicht Heck
Der Boden steht hoch, immerhin ­arbeitet darunter der Allradantrieb.
 

Testbericht: Subaru XV 2,0 D Comfort

Hohe Radkästen müssen ja nicht unbedingt mit einer hohen Karosserie einhergehen.

01.04.2012 Autorevue Magazin

Beim ersten Hinschauen scheint Subaru den Impreza höher gestellt und rundum kunststoffbeplankt zu haben, ab dem fünften Hinschauen erkennt man Unterschiede: ­anderer Verlauf der Sicken, Fensterlinien, Scheinwerfer, ­etwas steileres Heck. Dazu ein Zentimeter mehr Radstand und drei Zentimeter mehr Länge – aber um das festzustellen, müsste man schon ein echt gutes Augenmaß ­haben. Dies zeugt von Subarus Ambi­tion des Andersseins auch innerhalb des eigenen Modellprogramms: Man baut auch dort gerne zwei Autos, wo ­eines reichen könnte – ­derlei ­nötigt ebenso Respekt ab wie die wunderbare Schrulle, einen Diesel-Boxer zu entwickeln, wo der Zukauf eines Reihen-Vierzylinders günstiger gewesen wäre, zu ihm ­später.

Der Subaru XV ist nicht leicht einzuordnen, was völlig wurscht ist, weil Autos ja zum Fahren da sind und nicht zum Einordnen. Wir notieren also: SUVs schauen anders aus, hier steht die sportliche Geländemittelklasse mit Kompakt­zitaten. Er ist sozusagen der BMW X6 des kleinen Bausparers, dampft allerdings weniger ­Testosteron aus, danke. Die Farbgebung unseres Testautos kokettiert ein wenig mit dem Retro-Gedanken, aber man muss nicht herumdiskutieren: Buntes ist ohnedies fahrlässig ausgestorben im Straßen­verkehr, ein paar orange Ein­spren­gsel sind höchst willkommen, und wen beim Farb­an­kreuzen grad der Mut verlässt, der darf ohnedies ­alles wählen bis auf Tangerine Orange und Ca­me­l­lia Red.

Subaru XV 2,0 D Comfort Test Koferraum

Der Motor. Wir fuhren den stärkeren Diesel (147 statt 109 PS und 350 Nm statt 310), die Laufruhe des Boxers ist konstruktionsbedingt noch immer beispielhaft, lediglich die Geräuschdämmung wünscht man sich beim Beschleunigen etwas fülliger. Enttäuschend ist das Fehlen des charakteristischen Boxer-Untertons, der nach der Präsentation des ­Motors so wunderbar Subarus Charakter ­betonte – wir hoffen auf ein Einzelschicksal statt auf übereifrige Sounddesigner. Der ­Antritt des 2,0-l-Aggregats ist jedenfalls ausreichend mollig, das Sechsganggetriebe, einen Hauch nach dem Motor präsentiert, ist auf der Höhe der Zeit, der Verbrauch ist es ebenso: Wir kamen auf 6,2 l/100 km, die übrigens mit absoluter Präzision auch am Bordcomputer abzulesen sind.

Natürlich wäre ein Fronttriebler dieses Auftritts ehrenrührig für Subaru, der XV ist ausschließlich mit permanentem Allradantrieb erhältlich, was man spätestens im nächsten Winter schätzen wird. Übers Jahr merkt man den ­Allradantrieb am ehesten am ­hohen Kofferraumboden, dennoch blieben 450 bis 1270 Liter Ladevolumen, und nach dem Umlegen der Rücksitzlehnen ist der ­Laderaum völlig eben.

Und hier noch ein Trailer zum Subaru XV

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