Justy-3
Andere Plaketten wandeln den Daihatsu Sirion in einen Subaru Justy. Der kommt bis auf Weiteres mit einer 69-PS-Motorisierung. Allrad? Vorerst nicht.
 

Subaru Justy Testbericht

Neue Eltern bringen neue Werte. Nicht die schlechtesten.

01.01.2008 Autorevue Magazin

Der neue Subaru Justy ist ein sehr theoretisches Auto – zumindest wenn es darum geht, warum er ist, was er ist. Schließlich war der Justy lange nichts anderes als ein umetikettierter Suzuki Swift mit Allrad. Das kam nicht von ungefähr: Subaru-Mutter Fuji Heavy Industries hatte sich 1999 mit General Motors ins Bett gelegt, woraufhin sich schöne Synergien mit Suzuki, GMs zweiter japanischer Pkw-Beteiligung, ergeben sollten. Swifts und Justys aus ungarischer Produktion zum Beispiel. Allein: Treue ist kein Geschäftsmodell – GM, chronisch angeschlagen, hat seine Anteile an Suzuki und Subaru Ende 2005 abgestoßen, Toyota einen Mehrheitsanteil an Subaru volley übernommen und seine Kleinstwagen-Tochter Daihatsu in Stellung gebracht. Was dem Justy ab sofort eine Wende hin zum Sirion-Lookalike beschert.

Subaru ist der Neue nur noch kraft Logo: Boxermotor (im Justy ohnehin nie ein Thema) gibt’s nicht, Allradantrieb nur eventuell (wenn Daihatsu den Sirion 1,3 4WD umpinselt). Zurück bleiben ehrliche, gar nicht knuffig-putzige 3,6 Meter Auto, vor allem eine Leistungsschau aktueller japanischer Kleinwagen-Kompetenz. Der 1,0-Liter-Dreizylinder mit 69 PS: Solides, jüngst aufgefrischtes Daihatsu-Backbone, auch in Citroën C1, Toyota Aygo und Peugeot 107 anzutreffen, sparsam, dennoch fidel. Gut: die 94 Nm fallen über den Justy nicht her wie der Weihnachtsshopper über den SCS-Parkplatz, innerhalb der Ortsgrenzen ist dennoch Justy-Land. Lebensbestimmend sind hier hetzige Ampelsprints, Parken-in-Echtzeit, eine etwas hakelige Schaltung und ein Dahinwieseln jenseits aller Umweltdebatten. 118 g CO2. Überland erledigt der 890-Kilo-Fighter aufgeweckt, aber etwas bemüht seinen Job: Kleiner Motor, schmale Sitze, kurzer Radstand weisen naturgemäß nicht Richtung Reise. Fünf vollwertige Plätze und eine Ahnung von Kofferraum gibts dennoch. Den Rückbank-Verschiebetrick beherrscht der Justy nicht, flugs umklappbare Lehnen indes schon. Bei den Armaturen dominiert etwas lieblos zusammengeschraubtes Plastik mit allerlei Ablagen, die Optik ist klar mit einem Hang zum Peppig-sein-Wollen.

Subaru oder Daihatsu ist übrigens mehr Sympathie- als Kostenfrage. Der Sirion 1,0 kommt zwar um 990 günstiger, tritt aber ohne Klimaanlage und hintere Kopfairbags an. Die hat der Justy immer an Bord, womit – im direkten Vergleich – der Preisvorteil auf zehn Euro schrumpft. Eine heiße Rechnung.

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  • Alex_67

    Aha!

  • Hm, ist doch blöd, wenn man nem Auto das einzige, was es kann wegnimmt… Wieder ein kleiner unauffälliger Allradler weniger. Schade, man hätte nämlich draufkommen können, dass man SUVs doch nicht so nötig braucht, wie einem die Hersteller weiß machen wollen…

    Oder?

  • ioni

    Disziplin, Herr Gasser!
    der admin

    Moment ioni. ICH bin Dein Admin! ;)

  • dekatee
    • ioni

      re dekatee: sicher, hab ich auch!

  • dschungeltier

    nettes auto, aber ganz schön teuer. keine automatik?

  • Dimple

    Netter Kleinwagen – das wirklich traurige ist jedoch die einfach auf den Kühlergrill gepappte Subaru-Plakette, während auf der Motorhaube noch das Daihatsu-Zeichen ist.

    lg
    Dimple

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