Subaru Impreza 2,0 D Testbericht

Ein bisschen brav, ein bisschen wild und mit dem neuen Diesel-Boxer auch ein bisschen sparsam.

01.04.2009 Autorevue Magazin

Mangelnde Konsequenz kann man Subaru nicht vorwerfen. Der Entschluss, auch den Dieselmotor als Boxer zu bringen, ist sicher nicht leicht gefallen, schließlich wäre man mit einem guten zugekauften gewöhnlichen Aggregat alleweil billiger davongekommen. Aber nein: Subaru heißt Boxermotor, heißt Allradantrieb, wahrscheinlich für alle Zeit.

Hier im Impreza überzeugt der Dieselmotor erstmals wirklich, zumindest erscheint er in den schwereren Modellen (Legacy, Forester, Outback) nicht ganz so souverän. Im Impreza passt alles. Ein Boxermotor hat ja prinzipiell beste Voraussetzungen für geschmeidigen Lauf, das gilt ganz speziell für den Diesel. Durch das hohe Drehmoment von 350 Nm, die gute Lenkung, den sehr guten Allradantrieb bringt er atmosphärisch ein bissl was von dem Wahnsinn rüber, der die 300-PS-WRX-Modelle kennzeichnet. Das aber alles zu grundvernünftigen Preisen, von der Auslage bis zur Tankstelle. Gut, den Normwerten kommt man nicht ganz so nah, wie es der Bordcomputer (6,6 l/100 km) ausdrückt, aber 7,2 Liter sind auch noch okay, zumal der Wagen ja ordentlich Spaß macht, was man gerne nützt. Der relativ hohe Verbrauch der Benzinmodelle war ja immer schon eine Schwachstelle. Mit dem Diesel entkommt man elegant. Das eigens für den Dieselmotor entwickelte Sechsganggetriebe lässt sich hier im Impreza sauber schalten.

Während die große Limousine namens Legacy doch ziemlich bieder auftritt, wirkt der Impreza regelrecht brisant, vor allem mit dem Sportpaket. Aber auch ohne 17-Zoll-Alufelgen und Bespoilerung rundum macht er einiges her. Die Lufthutze auf der Motorhaube ist nämlich beim Diesel immer dabei, weil darunter der Ladeluftkühler wohnt. Das Sportpaket für knapp 3.000 Euro ist trotzdem nicht überflüssig, denn es enthält auch Xenonlicht, Keyless-Go mit Startknopf, eine hochwertige Audioanlage und die Sportsitze. So kommen wir mit dem Metallic-Lack auf einen stolzen Preis von rund 30.000 Euro. Dort beginnt man beim Audi A3 quattro erst mit dem Ankreuzeln der Extras.

Der neue Subaru Impreza hat auch schon die neue EuroNCAP-Testprozedur über sich ergehen lassen und dabei sehr gut abgeschnitten, in der Fußgängersicherheit sogar vorbildlich. (Allerdings: Der Test wurde mit einem Benziner durchgeführt, der mehr Platz unter der Motorhaube hat und keine Lufthutze.) Den fünften Stern verfehlt der Impreza trotzdem, weil er außerhalb Österreichs oft noch ohne ESP angeboten wird.

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