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Allzweckwurst

SsangYong hat den Rodius entschärft. Gewissermaßen.

05.03.2013 Online Redaktion

Was ist die Steigerungsform eines Multi Purpose Vehicles? Richtig, ein APV – ein All Purpose Vehicle! Und genau so ein Fahrzeug bringt SsangYong im Frühsommer mit dem neuen Rodius auf den Markt. Wir wollen an dieser Stelle keine Wunden aufreißen und an das Vorgängermodell erinnern, nur so viel: die optische Symphonie aus Walross und Dachgaupe ist geblieben, wenngleich sie entschärft wurde. Eine auffällige Erscheinung ist der Rodius immer noch.

Und damit gleich zu den Stärken dieser Neuheit: Platz. Genaue Volumina sind noch nicht bekannt, aber Daumen mal Pi dürfte der Rodius Sharan und Galaxy locker ausstechen – vorausgesetzt, man schafft es, die kapitale Rücksitzbank aus dem Auto zu lupfen. Das Layout ist bekannt: In Reihe zwei warten zwei Einzelsitze, während im Kofferraum eine Dreier-Sitzbank parkt. Die Sitze sind verschieb- und zusammenklappbar, die Sitzflächen allesamt etwas zu nieder, aber die konsequent gerade Dachlinie sorgt dafür, dass einem auch in Reihe drei die Kopfffreiheit nicht ausgeht. Die Beinfreiheit ist rundum fürstlich.

SsangYong Rodius Interieur

Das Cockpit ist übersichtlich und mit seinen Bärentasten einfach zu bedienen. Wie beim Vorgänger sind die Instrumente in einem zentralen Armaturencluster untergebracht, und weil die europäischen Journalisten das immer blöd finden, hat man sich bei SsangYong nicht lumpen lassen und einen zweiten Tacho hinter das Lenkrad montiert, immer im Blick des Fahrers.

Als Antriebseinheit kommt der aus dem Korando bekannte 2,0-Liter-XDi-Turbodiesel zum Einsatz, mit 155 PS (114 kW) und 360 Nm. Geschaltet wird entweder manuell (mit sechs Gängen) oder über eine Mercedes-Fünfgang-Automatik. Serienäßig werden die Hinterräder angetrieben, Allradantrieb ist erhältlich. Weitgehend Gleichstand also mit dem Vorgänger.

Das ideale All Purpose Vehicle also? Naja. Der Qualitätslevel ist noch nicht ganz auf Höhe der Zeit: das Leder fühlt sich eher nach Kunstleder an und die Mittelarmlehne (Modell Guillotine) kommt mit scharfkantigen Metallscharnieren daher. Die Anmutung der Türgriffe lässt sich am besten mit einem Video veranschaulichen (man entschuldige die miese Handy-Qualität):

Wenig überzeugend ist auch die Sicherheitstechnik: 4 Airbags und ESP sind auf dem Stand eines Dacia Basis-Sandero. Aber SsangYong gibt sich zuverlässig, was sich unter anderem in dem ein oder anderen Satz aus der Pressemitteilung widerspiegelt:

„Mit Kernmerkmalen wie der innovativen und flexiblen Raumnutzung, der luxuriösen Innenausstattung und einer wettbewerbsstarken Marktpositionierung besticht der neue Rodius mit seinem dynamischen, starken und unverwechselbaren Aussehen.“

„Der neue Rodius ist mit Doppelquerlenkeraufhängung vorne und Multilenker-Einzelradaufhängung hinten ausgestattet, um das exklusive Fahrgefühl einer Luxuslimousine wieder zu geben.“

„Die konventionellen Seitentüren können von Kindern und älteren Menschen problemlos geöffnet und geschlossen werden.“

„State-of-the-art safety technology such as ESP (Electronic Stability Program), ARP (Active Roll over Protection) and dual front and side airbags are included, reflecting European consumers’ demands for high levels of safety.“

„Als Außenfarben stehen neben der neuen, von SsangYong entwickelten Farbe Wine Black auch die Farben Grand White, Fine Silver, Cyber Grey und Space Black zur Auswahl.“

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