SSang-Yong-Kyron-7
 

Ssangyong Kyron Testbericht

Geglättetes Angebot für schwierige Zeiten.

01.01.2008 Autorevue Magazin

Die Dinge stehen nicht gut für SsangYong. Die niederländische Kroymans Gruppe – nebstbei Europa-Importeur für GM – will den Deutschland-Vertrieb wieder abgeben. In Österreich hält die Klagenfurter SYMA GmbH, eine Tochter des Mailänder Importeurs Koelliker, weiter die Stellung – was angesichts der Verkaufszahlen bis Oktober (müde 310 SsangYongs nach derer 787 im Vergleichszeitraum 2006) eine tapfere Mission ist. Am jüngst überarbeiteten Kyron lässt sich – abseits aktueller Business-Cases – ablesen, warum die Story vom Bestpreis-Offroader nicht so einfach über die Rampe kommt. Gut, die Außenwirkung ist beim Kyron II und im Vergleich zu den ästhetisch hinterfragbaren Actyon und Rodius sozialer.

Kühlergrill in Benz-Optik, Klarglas, vor allem aber das neu sortierte Heck mit jetzt flüssig gezeichneten Leuchten verwandeln den 4,66-Meter-Koreaner in einen gefälligeren Vertreter seiner Art. Der innere Kyron zeigt sich konservativ (Zeigerinstrumente) bis kreativ, bei der Zusammenlegung diverser Tasten zu kreisrunden Gruppen hat man sich offenbar etwas schwer getan. Was Warnblinker und Heckscheibenheizung logisch vereint? Fragen Sie Südkorea. Alle Taster sind durchgängig bis hin zur Drückphalanx am Lenkrad-Pralltopf üppig ausgeführt, im Gegenzug verweist ein putziger Knubbel am Schaltstock auf den manuellen Modus der 5-Gang-Automatik. Schlaue Lösung.

Losgelöst von jeder Seitenführung schicken einen hingegen die Kyron-Sitze in die Kurven. Wacker halten die Lenkung als auch das überraschend straffe Fahrwerk inklusive hinterer Starrachse dagegen. Falls nicht, sind ESP, BAS und 2 Airbags in Serie an Bord, zudem auch die einzige Motorisierung, ein Common-Rail-Turbodiesel mit 141 PS. Ein Mercedes-Aggregat. Das arbeitet sich spürbar an den zwei Tonnen ab, dank 310 Nm Drehmomentmax und einer unauffälligen Wandler-Automatik kommt der Kyron II dennoch nicht in den Geruch der Untermotorisierung.

Seine Sanftgelände-Kompetenz unterstreichen zuschaltbarer 4WD (samt deutlichen Antriebsstrang-Verspannungen beim scharfen Abbiegen), Bergabfahrhilfe und Geländeuntersetzung, den Komfort-Anspruch das wertige Premium-Paket (samt dann 6 Airbags, Klima, Leder …). Macht im konkreten Fall verhältnismäßig freundliche 35.660 Euro für die komplette SUV-Packung inklusive Vergrößerung der persönlichen Freiheit, so sie extreme Wege zum nächsten Stadtheurigen betrifft. Kein exklusives SsangYong-Phänomen, bekanntlich.

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