Nissan Leaf Exterieur Dynamisch Front
Man muss sich nicht schämen.
 

So klingt Stille

Sounddesign gegen die Gefahren lautloser Elektrofahrzeuge.

27.10.2010 Online Redaktion

Jetzt soll also die Zukunft beginnen. Anfang 2011 wird Nissan den Leaf auf den Markt bringen. Zuerst unter anderem in Portugal und England, später in Frankreich und Holland, im dritten Quartal 2011, also am Ende der Markteinführungs-Zeremonie, dann auch in Österreich und Deutschland. Pikante Anmerkung: die Reihenfolge der Märkte ergab sich daraus, welche Bundesregierung beim Thema „Elektrofahrzeuge“ produktiv mit Nissan zusammengearbeitet haben. England lässt bis zu 5000 Euro beim kauf eines EV springen, Portugal hat kräftig in die Infrastruktur investiert. Und Österreich? Wie gesagt: hier kommt der Leaf als letztes auf den Markt.

Ein ausführlicher Test des Nissan Leaf wird in der kommenden Autorevue erscheinen. Vorab sei aber gesagt, dass diese Zukunftslösung von Nissan, die erste wirklich massenkompatible und ernstzunehmende Lösung auf diesem Gebiet ist. Der Leaf wird rund 30.000 Euro kosten, ist optisch wie fahrdynamisch den designtechnischen Notlösungen wie dem Mitsubishi i-Miev oder dem Think City haushoch überlegen (man muss sich nicht schämen) und bietet unendlich viel mehr Nutzwert als ein Tesla Roadster.

Nissan Leaf Exterieur statisch front

Ein großer Teilbereich bei Elektrofahrzeugen ist das Sounddesign – siehe Autorevue 11/2010, Seite 45. Susanne Hofbauer traf sich für ein Interview zu diesem Thema auf dem Autosalon in Paris mit Fabrice Gottini, dem Porduct Manager für Concept Cars und Design von Renault. Denn einerseits ist die fast lautlose Art des E-Antriebs eine viel versprechende Tugend, andererseits ist sie gefährlich und irgendwie auch atmosphärisch leer. Elektromobilitäts-Pionier Renault hat sich deshalb mit der Erforschung und Entwicklung einer adäquaten Geräuschkulisse für Elektrofahrzeuge beschäftigt und einen ersten Soundtrack bei der Vorstellung des Concept DeZir präsentiert.

Hinter dem Akustik-Projekt bei Renault stehen die promovierte Musikerin und Chef-Sounddesignerin Bénédicte Le Nindre und Fabrice Gottini, die die besondere Herausforderung darin sahen, gleichermaßen diskrete wie eindeutig wahrnehmbare -Geräusche für ein Elektroauto zu finden, die sowohl Passanten warnen als auch den Fahrer mit akustischer Information über den optimalen Fahrbetrieb des Fahrzeugs versorgen.

In Zusammenarbeit mit dem -renommierten Pariser Forschungszentrum für Akustik und Musik IRCAM schuf man eine Klangkulisse, die teilweise an eine Hollywood-Vertonung von Hyperraum-Antrieben und Raumschiff-Schiebetüren erinnert und sich auch tiefer Basstöne und Herzschlagrhythmen bedient, um der Sportwagen-Rasanz des DeZir Leben zu verleihen.

Im Alltag, also im Nissan Leaf, hört sich das alles noch wenig spektakulär an. Die Techniker spendierten dem Vorreiter einen Lautsprecher, der zwischen vorderem Radkasten und Motorraum liegt, um bei niedrigen Geschwindigkeiten Passanten zu warnen. Im Vorwärtsgang erinnert die Soundkulisse ein wenig an Raumschiff Enterprise, im Rückwärtsgang an Raumschiff Enterprise als Lkw. Im Innenraum ist die Geräuschkulisse praktisch kaum wahrzunehmen. Bei laufendem Radio schon gar nicht.

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  • Was ja seine Gründe hat.

  • autofreak

    Sieht echt nicht schlecht aus, leider kommt der Leaf erst so spät.

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