Da fehlt doch was? Nein, so sieht er aus, der neue smart fortwo.
 

Besser als er aussieht, der smart fortwo 2015

Was ist denn hier los? Der neue Smart Fortwo macht einen auf Toyota iQ. Warum? Aber alles nach der Reihe und mit viel Ruhe. Kann er überzeugen?

06.11.2014 Press Inform

Der erste Blick auf die Front des Smart Fortwo 2015 lässt uns dann doch die Stirn runzeln. Also schnell eine halbe Runde gedreht und das Pferd von hinten aufzäumen. Das Heck und auch die neuen quadratischen Rückleuchten im LED-Design – ja, so kann man sich eine Weiterentwicklung des klassischen Smart-Designs durchaus vorstellen. Aber schon die Seitenansicht offenbart: Der neue Smart hat eine Front mit Stufe. Die Knubbelnase sieht aus wie ein Motorraum, ist aber keiner. Das Aggregat ist beim Smart nach wie vor im Heck.

Fußgängerschutz beim smart fortwo 2015

Vorne liegen unter einer sehr gewagt abnehmbaren Haube die ganzen Einfüllstutzen für den Betrieb – Öl, Bremsflüssigkeit, Wischwasser, dazu ein paar Nebenaggregate wie der Bremskraftverstärker. Die gestufte Front ist vielmehr dem Fußgängerschutz geschuldet. Bei einem Frontaufprall wird so verhindert, dass der Kopf wie beim alten Smart auf den harten oberen Dachholm knallt, sondern etwas weniger heftig auf die nachgiebigere Windschutzscheibe._Smart-Fortwo-(42)

Der Neue ist nicht nur besser

Nähert man sich dem neuen Smart ohne nostalgische Scheuklappen, wird dann allerdings schon nach den ersten Kilometern klar: Der Neue ist nicht nur besser, er ist deutlich besser als sein Vorgänger. Und das liegt nicht zuletzt daran, dass er eben nicht mehr so ist, wie sein Vorgänger. Beispiel Breite. Der neue Knubbelschnauzen-Smart ist zwar mit 2,69 Metern genau so kurz wie der alte Kugel-Smart – aber satte zehn Zentimeter breiter. Das verschafft nicht nur den Insassen mehr Platz zur Entfaltung ihrer Ellenbogen und mehr Fußraum, sondern auch mehr Platz für die Technik. Der Platzgewinn wirkt sich so auch in den Radkästen aus und macht neue Federn und Dämpfer mit längeren Federwegen möglich.

Ein Smart der beinahe komfortabel ist

Ergebnis ist ein deutlicher Komfortgewinn. Wo der alte Smart noch mit schönem Gruß an die Wirbelsäule über schlechte Straßen hoppelte, ist der neue fast schon komfortabel. Und dank der breiteren Spur sowie einer neu konstruierten Vorderachse auch um einiges fahrstabiler. In Kurven ist der Smart zwar nicht zum Rennwagen gewachsen – wohl aber sind nun Geschwindigkeiten möglich, die zu fahren man sich im alten Smart nie und nimmer getraut hätte. Dabei kokettiert der Smart III durchaus mit den Eigenheiten des Hecktrieblers. Wer es auf nicht ganz griffigem Untergrund mit dem Gasgeben aus der Kurve heraus übertreibt, der bringt das Heck durchaus schon mal ins Schwänzeln – bevor das deutlich reaktionsschneller gewordene ESP alles wieder in Ordnung bringt.

Trailer für den smart fortwo 2015

Wo sich der Smart Fortwo wohlfühlt

Ideal ist der Smart wie gehabt als Stadtauto: Keine sieben Meter Wendekreis – das ist schon genial und sehr viel weniger als bisher. Wenden auf enger Straße, ohne Rangieren – kein Problem. Da vorne kein Motor im Weg ist, wird ein viel stärkerer Lenkeinschlag der Fronträder möglich. Überhaupt wuselt der Smart nur so durch den Stadtverkehr. Das könnte noch mehr Spaß machen, wenn die Lenkung nicht so leichtgängig, unpräzise und gefühllos wäre.

Die Schaltung

Schluss ist mit der typischen Gedenksekunde samt anschließender Nickbewegung beim Schalten. Denn serienmäßig ist der neue Smart mit einer präzisen Fünfgang-Handschaltung ausgestattet. Auf Wunsch gibt es ihn gegen Aufpreis aber auch mit einem richtigen, sechsstufigen Doppelkupplungsgetriebe. Die Automatik reagiert dann allerdings wie gehabt mit leichter Verzögerung auf den Gasfuß._Smart-Fortwo-(22)

Der Bier-Test

Für die Sicherheit steht wie schon beim Vorgänger die nur schwer kaputtbare Tridion-Zelle. Auch sie ist weiterentwickelt worden und nutzt zum Teil neue hochfeste und warmgeformtes Stahl. Innen ist der Smart erwachsener geworden – damit aber auch nicht mehr so liebevoll verspielt. Die Materialien wirken wertiger als beim Vorgänger, sind aber von Premium immer noch weit entfernt und wirken mitunter nicht gerade sehr stabil. Der Laderaum ist mit 260 bzw. 350 Litern nach wie vor nicht sonderlich üppig bemessen und hat wegen des Heckmotors bauartbedingt eine relativ hohe Ladekante. Immerhin: Zwei Kisten Bier passen rein. Und geblieben ist die zweigeteilte Heckklappe.

Aufgerüstet hat der Smart in Sachen Multimedia

Gegen Aufpreis gibt es eine großen Touchscreen und die Option für eine umfangreiche Vernetzung. Optional mit an Bord auch ein stattliches Paket an Assistenzsystemen: Ein Spurhalteassistent läßt sich ebenso ordern wie Seitenwind-Assistent, City-Notstopp, Einparkautomatik, Abstandswarner oder Rückfahrkamera. Entwickelt wurde der Smart zusammen mit Renault. Entsprechend eng verwandt ist er mit dem neuen Renault Twingo. Der Dreizylindermotor im Heck kommt von den Franzosen._Smart-Fortwo-(24)

2 Benziner, kein Diesel

Zur Markteinführung fällt die Wahl der Motorisierung nicht sonderlich schwer – es gibt nur zwei. Aus einem Liter Hubraum fördert der Sauger-Motor 52 kW/71 PS und ein maximales Drehmoment von 92 Nm zutage. Dazu kommt ein 66 kW/90 PS starker Turbo-Motor mit 135 Nm und ab Mitte 2015 eine auf 61 PS gedrosselte Version des Saugers. Ein Diesel ist für die neue Generation Smart nicht mehr vorgesehen – zuletzt wurden weniger als zehn Prozent mit Selbstzünder ausgeliefert. Auch die Elektroversion wird es noch rund zwei Jahre nur im alten Kleid geben.

Warten auf den 100+PS-Smart

Brabus plant darüber hinaus mindestens eine Sportversion mit mehr als 100 PS. Der Smart mit Turbo schafft den Spurt von 0 auf 100 km/h in 10,4 Sekunden und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 155 km/h. Sein 71 PS starkes Brüderchen braucht für den Spurt mit 14,4 Sekunden deutlich länger, Schluss ist dann bei 151 km/h Spitze. Dafür begnügt er sich mit einem Durchschnittsverbrauch von 4,1 Liter Super auf 100 Kilometern. Der 90-PS-Smart braucht mit 4,2 Liter kaum mehr. Ein großer Spar-Fortschritt zum Vorgänger ist das nicht gerade: Der 71 PS starke Smart 1.0 mhd brauchte auch nur 4,2 Liter.

Der Preis des Smart Fortwo 2015 in Österreich

Auf den ersten Blick ist der neue Smart Fortwo mit mindestens 12.191,68 Euro für den 71-PS-Einsteiger und 12.991,68 Euro für die 90-PS-Version nicht teurer als sein Vorgänger.

Dank an press-inform

pixel