Die skurrilsten Autos der Geschichte die witzigsten Autos der GEschichte Antarktis Admiral Richard Evely Byrd Snow Cruiser
Macht euch die Erde rumtata. Per Snow Cruiser.
 

Skurrile Autos der Geschichte 1 – Snow Cruiser

Mit dem Snow Cruiser wollten Thomas C. Poulter und Admiral Richard Evelyn Byrd die Antarktis erobern. Vorab: es ging katastrophal schief.

01.10.2013 Online Redaktion

Wilde Hunde, todesmutige Sturschädel, patriotische Abenteurer und halbseidene Bauernfänger waren die Helden des frühen 20. Jahrhunderts. Die Grenzen zwischen den einzelnen Eigenschaften waren dabei oft fließend. Als Beispiel soll Richard Evelyn Byrd dienen.

Wunsch und Wirklichkeit

So behauptete Byrd, er sei der erste Mensch gewesen, der den Nordpol per Flugzeug erreicht hätte. Das war schlichtweg gelogen. Byrd ist zwar im Mai 1926 von Spitzbergen aus gen Nordpol losgeflogen, aber nie am Nordpol angekommen. Kurz nach dem Start verloren die Motoren Öl. Byrd kehrte um, die Motoren leckten plötzlich nicht mehr. Also flog Byrd 14 Stunden im Kreis und landete erst dann. Beobachter wunderten sich schon, wie er so schnell zum Nordpol und wieder zurück fliegen konnte.

Aber auch ein echtes Husarenstück gelang ihm. 1929 war er der erste Mensch, der den Südpol per Flugzeug umrundete. Ein Abenteuer, dass ihm zum Antarktis-Besessenen machen sollte. Er kehrte samt großer Crew zu einer Forschungsmission zurück… und verirrte sich. Thomas C. Poulter sollte ihn schließlich finden und vor dem sicheren Tod bewahren.

Die skurrilsten Autos der Geschichte die witzigsten Autos der GEschichte Antarktis Admiral Richard Evely Byrd Snow Cruiser

Admiral Richard Evelyn Byrd.

Bei der Rettungsmission kam Poulter angeblich die Idee zum Snow Cruiser. Ein Gefährt für Arktis-Expeditionen, ein Forschungs-Truck, der jeder Gefahr gewachsen wäre und jeden gewünschten Luxus böte. Poulter machte sich nach seiner Rückkehr direkt an die Arbeit und arbeitete zwei Jahre (1937 bis 1939) an seinen ersten Entwürfen. Sogar die US-Regierung überzeugte er davon sich zu beteiligen. 150.000 Dollar ließen sie im Frühjahr 1939 springen.

Der Snow Cruiser für das Abenteuer Antarktis

Das Ergebnis war ein beeindruckender Koloss. 37 Tonnen, verteilt auf 17 Meter Länge. Im Innenraum eine Werkstatt und ein Funkraum. Auf dem Dach ein Flugzeug, das von dort aus auch starten könnte. Die Reichweite des Snow Cruisers hätte theoretisch 8.000 Kilometer betragen.

Aber schon bei den Testfahrten kam es zu Problemen. Selbst an den lächerlichsten Hindernissen (kleine Flüsse und Sanddünen, die Schneewehen simulierten) scheiterte das Monstrum kläglich. Doch davon wollte sich das Team nicht aufhalten lassen. Der Snow Cruiser wurde in ein Schiff verladen und in die Antarktis gebracht. Über eigens angefertigte Rampen ging es an Land… aber auch nicht weiter. Der Snow Cruiser sank ein.

Das Team arbeitete daraufhin hektisch an Verbesserungen. Vorne sollten Doppelreifen für Grip sorgen, hinten wurden Schneeketten montiert. Vergeblich. Der Snow Cruiser war unfahrbar und wurde deswegen einfach im Schnee zurück gelassen.

 

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  • normalootto

    Vielleicht fehlt mir auch das Verständnis eines Ingenieurs oder Maschinenbauers, aber das Ding sieht doch schon danach aus, dass es bei jedem kleineren Hügel hängenbleibt oder aufsitzt. Ein Wahnsinn, dass die trotzdem in die Antarktis sind damit.

    In jüngerer Zeit hat man passendere Geräte für solche Expeditionen gefunden. Auch wenn sich der Luxus in einer Klobrille auf der Anhängekupplung erschöpft.
    https://www.youtube.com/watch?v=WNkvASxfEWQ

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