Ein beinahe leerer Parkplatz. Opel-Werk Bochum.
Die Autohersteller spüren die gesunkene Kaufkraft Europas
 

Skoda, VW, Renault und PSA – ein Problem

Europa. Die Autohersteller sind bemüht ihre Verluste auf dem schwächelnden europäischen Markt zu kompensieren.

13.07.2013 APA

 

Trotz des Verkaufsrekords im Juni (mit 87.400 abgesetzten Autos) verzeichnet der Autobauer Skoda für das erste Halbjahr 2013, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, einen Absatzrückgang von 5,8 Prozent. Die Gründe für dieses schlechtere Ergebnis, sind nach Unternehmensaussagen, die Produktion der neuen Modelle „Skoda Octavia“ und „Skoda Superb“ sowie der derzeit schlechten Kaufkraft des europäischen Marktes.

Aufschwung im zweiten Halbjahr

Der Vorstandschef von Skoda Auto, Winfried Vahland, sieht der Zukunft positiv entgegen, ist sich aber der momentanen Situation in Europa bewusst: „Im 2. Halbjahr rechnen wir mit einem Anstieg der Verkäufe. Allerdings bleiben die ökonomischen Rahmen-Bedingungen vor allem auf den europäischen Märkten anspruchsvoll“.

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Die Tochter ringt mit Absatzeinbußen, der Mutter geht es in Europa ähnlich. Die Verkaufszahlen vom VW-Konzern sind ebenfalls in der Zeitspanne (Jänner bis Juni 2013) gesunken. Mit einem Minus von 3,5 Prozent sind die Verluste von Volkswagen jedoch ein wenig geringer. Die europäischen Einbußen konnten die Wolfsburger allerdings mit der gestiegenen Nachfrage in den USA und China abfedern – dafür sorgten die Marken Volkswagen, Audi, Porsche und Seat. Die Folge ist ein Anstieg  bei den weltweiten Auslieferungen von 5,5 Prozent.

Angespannt, aber selbstbewusst

Der VW-Vertriebsvorstand Christian Klingler ist trotz der „angespannten“ Situation in Europa zufrieden, er geht mit VW „selbstbewusst“ in das zweite Halbjahr. Sein Resümee für die Zeitspanne Jänner bis Juni: „die Auslieferungen des Volkswagen Konzerns haben sich im ersten Halbjahr trotz teilweise schwieriger Marktbedingungen zufriedenstellend entwickelt“.

Renault kann seine Verluste in Europa nicht wettmachen

Der französische Autohersteller Renault hat die europäische Absatzkrise nicht durch andere Märkte kompensieren können. Zwar verbuchen die Franzosen ebenfalls einen Anstieg der Autoverkäufe außerhalb Europas, jedoch reicht das Plus von 4,3 Prozent nicht aus um den Rückgang auf dem Heimkontinent auszugleichen. Der Autoverkauf ging in Europa um 7,3 Prozent zurück.

Renault mit ehrgeizigen Zielen

Für das Gesamtjahr hält die Gruppe mit den Marken Renault, Dacia und Renault Samsung Motors trotz des verhaltenden Auftakts an seinen Zielen fest. Unter anderem sollen 2013 mehr Autos verkauft werden als im Vorjahr und Marktanteile in Europa zurückerobert werden. Auch beim zweiten Ziel konnten im ersten Halbjahr noch keine Erfolge verbucht werden. Der Marktanteil der Gruppe sank um 0,1 Punkte auf 9,2 Prozent. Hoffnung macht allerdings die Entwicklung im zweiten Quartal. Von April bis Ende Juni wurde weltweit ein Absatzplus von 0,7 Prozent registriert.

PSA Peugeot Citroen trifft es schlimmer

In einer noch schwereren Krise steckt Renaults heimischer Rivale PSA Peugeot Citroën. Das Unternehmen hatte bereits am Montag angekündigt, dass der Absatz im ersten Halbjahr um 9,8 Prozent auf 1,46 Millionen Einheiten gesunken sei.

 

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