Don Frey und Lee Iacocca präsentieren 1965 den Ford Falcon und Mustang.
Don Frey und Lee Iacocca präsentieren 1965 den Ford Falcon und Mustang.
 

Sergio Marchionne und Lee Iacocca

Fiat übernimmt Chrysler und in den USA überrascht Sergio Marchionne positiv. Noch ist ja auch nichts passiert.

30.04.2013 Online Redaktion

Was waren das, vor Sergio Marchionne, für unvergleichliche Auftritte der Fiat Pressesprecher in den USA. „In Italien benutzen Fahrer keine Klimaanlage“, sprachen diese und schwiegen fortan angesprochen auf die anhaltenden Probleme mit Klimaanlagen in ihren Modellen. Das dürfte einer der Gründe gewesen sein, warum Fiat in den USA nie Fuß fassen konnte.

Jetzt führt der Weg also über Chrysler auf den amerikanischen Markt. Und siehe da, angeführt von Sergio Marchionne trägt dieser Versuch tatsächlich erstmals Früchte. Vielleicht ist das auch nur eine subjektive Wahrnehmung. Marchionne überraschte uns Amerikaner nämlich. Und das kam so.

Eine kurze Geschichte Chryslers

Der Startschuss für Chrysler – also der richtige, nicht die Firmengründung 1925 – wurde 1928 abgefeuert. Es war mehr ein Paukenschlag als ein Startschuss. Chrysler übernahm die Dodge Brothers, wurde die Nummer drei auf dem Markt und vereinte fast ein halbes Dutzend Marken unter seinem Dach (Chrysler, Dodge, Plymouth, DeSoto, Imperial). Im gleichen Jahr wurde auf das Chrysler-Building in New York angekündigt. BUMM ! So stellt man einen Konzern der Weltöffentlichkeit vor.

Lee Iacocca

Lee Iacocca

Es folgten einige gute, aber viel mehr schlimme Entscheidungen und Firmenlenker, weswegen Lee Iacocca 1978 einspringen musste. Er rettete den Konzern vor dem Untergang.

Hätte er damals gewusst, was kommt, vielleicht hätte er sich die Mühe erspart. Denn sein Nachfolger Robert Eaton verkaufte Iacoccas Baby an Daimler-Benz. Nicht wenige behaupten, dass sich dieses Geschäft für Eaton mehr gelohnt hat, als für Chrysler.

Sergio Marchionne übernimmt Chrysler

Daimler-Benz verließ Chrysler, es folgte Homemade-Missmanagement, dann kam Fiat. Ausgerechnet Fiat. Die Marke, die Amerikanern zu erklären versuchte, ob und wie man eine Klimaanlage benutzt. Aber siehe da: Sergio Marchionne ist ein zweiter Lee Iacocca. Marchionne beherzigt alles, was Iacocca einst gepredigt hat. Er spricht viel mit den Händlern und pendelt zwischen Turin und Detroit.

Sergio Marchionne

Sergio Marchionne

Außerdem rechnen wir Amerikaner es ihm hoch an, dass er seine Ausbildung wenigstens in Kanada genossen hat. Kurzum, er ist der Mann für eine Renaissance der Amerikanisch-Europäischen-Autobeziehungen.

Was sich Fiat beim neuen Jeep Cherokee gedacht hat, bleibt Marchionnes Geheimnis. Aber ein Fehlschuss wird jedem verziehen. Der von Lee Iacocca hieß Ford Pinto. Und der neue Cherokee wird bestimmt nicht explodieren oder in Flammen aufgehen, wenn jemand hinten drauf fährt. Und wenn doch, dann god bless america.

Ford Pinto Werbung von 1970:

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