Seat Leon 1,4 TSI Testbericht

Gelungener Mix aus Vernunft und Lebensfreude.

01.05.2008 Autorevue Magazin

Der León ist prinzipiell einer, der weit unter seinem Wert geschlagen wird. Technisch eigentlich ein Golf, sicher nicht teurer, aber doch um einiges schicker – und trotzdem geht in den Verkaufszahlen nicht wirklich was weiter. Echt schade, denn hier werden Autoaffine seriös und doch mit Herz bedient.

Apropos Herz: Der neue 125-PS-Turbo-Direkteinspritzer ist durchaus ein Kind der Fröhlichkeit und hält sich dabei mit seinem Appetit an der Tankstelle zurück – ist also ein Triebwerk unserer Tage, in denen das Pendel der Diesel-Hysterie wieder langsam zurückschwingt. Das beginnt beim Klang, der entfernt an den rotzigen Sound älterer Alfa-Doppelnocker erinnert, setzt sich über einen saftigen Antritt fort und endet mit kommoden Verbrauchswerten. Die Charakteristik des Motors stellt schon bei niedrigen Drehzahlen ordentlich Drehmoment zur Verfügung, oben dreht die Maschine nicht ganz frei. Kein Wunder: So oder so ähnlich gibt es den Motor auch mit bis zu 170 PS, deshalb steht die maximale Leistung schon bei 5000 Umdrehungen bereit. Dennoch bringen 125 PS genug Sportlichkeit für den Alltag mit.

Seitenhalt wie in einem Schraubstock, nur etwas zärtlicher. Leider nur im SportUp-Paket.

Seitenhalt wie in einem Schraubstock, nur etwas zärtlicher. Leider nur im SportUp-Paket.

Am wohlsten fühlt sich dieser León samt seiner direkten Lenkung und der präzisen Schaltung im engen Geläuf. Für die Langstrecke empfiehlt es sich, das Kreuzerl beim Sportfahrwerk wegzulassen.

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