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Willkommen an der Basis.
 

Testbericht: Seat Alhambra 2,0 TDI Family

Willkommen an der Basis: Auch wenn man sich selber nichts gönnt, wird einem reichlich ­gegeben.

05.10.2013 Autorevue Magazin

Wie man zu einem Seat Alhambra Family kommt? Zum Beispiel, indem man über die Gattin des Fuhrparkleiters ­gelästert hat, während sich der Fuhrparkleiter unbemerkt von hinten annäherte. Wir befinden uns hier an der schmucklosen Basis der Vorsteuerabzugsfähigen, sitzen in der ersten Wahl für all jene, die sich nichts gönnen (oder denen nichts gegönnt wird). Aufpreisfreies Weiß. Stahlfelgen. Kein DSG, kein ­Alcantara, kein Navi, kein nix. Aber auch: 27.007,13 Euro (31.990 inkl. MwSt.).

Theoretisch könnte man Preis und Anspruch sogar noch eine – ziemlich heftige – Stufe absenken, indem man zur schwächeren Version des Zweiliter-Diesels greift. Aber will man sich wirklich die Dynamik von 115 PS bei fast 1800 kg mit der Querschnittfläche einer Würstelbude vorstellen? Wir jedenfalls nicht (und dem Fuhrparkleiter erklärt man am besten, dass die gesparten zwei Tausender schnell durch höheren Verbrauch und schlechteren Wiederverkaufswert aufgefressen werden).

Wie gut der mehrwertsteuerbefreite Preis wirklich ist, zeigt ein Quervergleich zum Golf:

Der kostet mit vier Türen, ähnlicher Motorisierung und keinesfalls luxuriöser Comfortline-Ausstattung nicht einmal 500 Euro weniger. Spätestens hier beginnt man zu ahnen, dass man mit dem Alhambra Family in die dünnsten Bereiche der Bestpreis-Atmosphäre vorgedrungen ist. Noch mehr Auto fürs Geld wird man kaum irgendwo bekommen.

Und dieser Gedanke wärmt dann doch wieder das Herz, irgendwie. Wir nehmen also auf banalen, aber nicht unangenehmen Stoffsitzen Platz, fummeln unser Hofer-Navi (wenn schon, denn schon) aus der Tasche und begeben uns auf eine harte Businesstour: 5000 Kilometer in drei Tagen.

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Erster Eindruck:

Der ­Alhambra Family ist keine Nacktschnecke. Keine Ausstattung bedeutet hier immerhin Außentemperatur-Thermo­meter, Bordcomputer, Fenster­heber rundum, Tempomat, CD-­Radio und Klimaanlage. Und die 140 PS reichen wirklich für jede Lebenslage, selbst auf deutschen Autobahnen wird man nur selten als Störenfried auf der linken Spur empfunden. Der Verbrauch bleibt auch auf Vollgas­etappen unter zehn Litern, im regulierten Bereich steht locker eine Sechs vorm Komma. Auch der Geräuschpegel bleibt überraschend moderat, und in einem späteren Stadium der 5000 km durften wir feststellen, dass ­Sitze und Federungskomfort ganz ausgezeichnet sind, diese Kernqualitäten eines Reise­wagens haben also mehr mit den guten Genen zu tun als mit der Ausstattungslinie.

Im Grunde ging uns nach dem kleinen Kulturschock beim Einsteigen genau nichts ab, der Fuhrparkleiter wird also in Zukunft wohl die Wahrheit vertragen müssen.

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