Subaru XV Exterieur Dynamisch Front
Ein höhergelegter Impreza soll Stückzahlen machen.
 

Schwergewichtsboxer

Ein höher gelegter Impreza – der Subaru XV – soll SUV-Kompetenz schaffen.

10.12.2011 radical mag

Der Subaru XV ist eine Mischung aus Limousine und SUV im Kompaktsegment, einer der Fahrzeugkategorien, die sich in einer starken Wachstumsphase befindet. Kann der neue Subaru im Kampf gegen Mitsubishi ASX und Nissan Qashqai bestehen? Im Prinzip ja.

Natürlich haben es die Japaner nicht dabei belassen, dem Impreza einfach mehr Bodenfreiheit zu spendieren. Der XV ist ein durchaus eigenständiges Modell. Und wie es sich für die Marke mit dem hemdsärmeligen Image gehört, wurde der Neue zwar modisch aufgepeppt, doch die optischen Insignien des XV stammen nicht von einer Prêt-a-porter-Show aus Paris, sondern gleichen eher der Ware aus einem Kleider-Outlet. Durchaus okay, aber eben nicht der letzte Schrei.

Subaru XV Exterieur Dynamisch Front

Doch irgendwie kann man es den Designern von Subaru auch nicht verübeln. Sie wurden durch das Erdbeben und den Tsunami im Frühling dieses Jahres besonders hart getroffen. Als eher kleiner Hersteller konnte Subaru nicht wie einige Japan-Giganten (darunter die Konzernmutter Toyota) einfach auf andere Werke außerhalb Japans zurückgreifen. Und so verschiebt sich auch die Lancierung des neuen Impreza zum Beispiel um ein ganzes Jahr auf den Sommer 2012. Also beschloss man, den XV so schnell wie möglich auf den Markt zu schieben. Und wir konnten das Resultat nun fahren.

Der XV fährt ganz anständig. Zur Wahl stehen drei Boxertriebwerke. Der 1,6-Liter große Benziner (114 PS, 150 Nm) hat mit dem hochbeinigen Subaru logischerweise am meisten Mühe. Diese Motorisierung eignet sich nur für Leute, die das ruhige Cruisen zur Lebensaufgabe gemacht haben. Man kann zwar locker mitschwimmen im Verkehr, wer aber in die Berge oder ins Gelände will, sollte sich definitiv für einen anderen Motor entscheiden. Denn der 1600er wirkt oft angestrengt, was sich auch an der Zapfsäule niederschlagen wird. Im Normzyklus verspricht Subaru für den XV 1,6i einen Verbrauch von 6,5 Litern – was als unrealistisch eingestuft werden kann.

Also greift man besser zu einem der Zweiliter-Diesel. In Österreich hat man die Wahl zwischen zwei Selbstzündern. 109 PS und 310 Newtonmeter oder 147 PS und 350 Newtonmeter.

Damit ist klar, dass der seidenweich laufende Diesel das deutlich souveränere Auto ist und zudem im Innenraum auch nicht wie ein Diesel klingt. Wir haben ihn deshalb während der Testfahrten zur besten Antriebsalternative auserkoren. Schade nur, dass es für diesen Motor kein Stopp/Start-System gibt. Der Benziner ist damit serienmäßig ausgerüstet.

Aber wir wollen ja fahren und nicht anhalten – also geht’s auf die kurvenreichen und an einem Feiertag auch menschenleeren Straßen rund um Florenz. Und wir lassen es zügig angehen, schließlich sind Subarus wegen des tiefen Fahrzeugschwerpunkts (wegen des flachen Boxermotors) für die Kurvenhatz eigentlich prädestiniert.

Subaru XV Interieur

Für einen SUV ist der XV recht fahraktiv. Das Fahrwerk ist mit einer idealen Mischung aus Komfort und Straffheit abgestimmt, nervt also nicht mit übertriebener Härte. Racer darf man sich allerdings keinen erwarten (wer tut das schon bei einem SUV?): Die Wankneigung des Aufbaus ist zwar nicht so ausgeprägt wie bei einem Offroader, aber doch fühlbar. Immerhin gibt’s bei den Bremsen und natürlich bei der Traktion keinerlei Abzüge. Wie bei der Optik gilt auch im Bereich Fahrwerk: nicht auf dem allerneusten Stand, aber immer noch gut genug. Zumal das Stabilitätsprogramm bei allen Modellen serienmäßig mit an Bord ist. Wer übrigens so richtig ins Gelände will (oder muss), bekommt sogar eine Geländereduktion (1:1,44), allerdings nur im Kombination mit dem schwächsten Motor.

Die große Bodenfreiheit bringt allerdings noch einen weiteren Nachteil mit sich. Die Ladekante liegt hoch. Wer also den Subaru XV beladen will, muss ganz schön stemmen. Das ist aber eigentlich nicht so schlimm, denn mit einem Volumen von 380 Litern ist der Kofferraum nicht eben riesig. Nur so zum Vergleich: ein normaler VW Golf bietet 350 Liter. Immerhin lässt sich der Laderaum durch Umklappen der Rücksitze auf 1270 Liter erweitern.

Die Markteinführung soll im Frühjahr 2012, zeitgleich mit der Vienna-Autoshow erfolgen. Bestellt werden kann der XV jetzt schon. Der kleine Benziner kommt ab 24.990 Euro. Der 109-PS-Diesel startet bei 30.990 Euro, der große Diesel startet bei 34.990 Euro.

Vielen Dank an die Kollegen von www.radical-mag.com. Lediglich die Meinung über Fahrwerk und Lenkung haben wir für diesen Artikel geändert.

Und so setzt Subaru selbst den XV (sprich iksfau, nicht fünfzehn) ins Bild:

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