Christoph Stütz Leserblog
Christoph Stütz` kaltverformende Testfahrt.
 

Schwarz! Breit! Stark!

Christoph Stütz über ein Sondermodell, benamst nach einem Reifenproduzenten.

10.12.2010 User

Umso mehr erfüllte es mich mit Stolz den Zuschlag für die regional einzige Testfahrt zu erhalten. Meine umfassende Vorkenntnis der Automarke waren letztendlich das Zünglein an der Waage, um mir die schwarze Flunder anzuvertrauen. Schließlich befasse ich mich mit dem Hersteller und den diversen Alltags- und Sondermodellen bereits seit über einer Dekade.

Ich besitze selber noch drei Oldtimer dieser Marke, welche nach wie vor unkaputtbar ihren Dienst verrichten – diese werden jedoch nun weit über dem höchstzulässigen Gesamtgewicht betrieben. Sie dienen oft als Zugfahrzeug in unwegsamem Gelände oder an langweiligen Sonntagnachmittagen zur Verkürzung des Raum-Zeit-Kontinuums, indem mein Rennteam versucht damit Downhill-Rennen verletzungsfrei zu überstehen. Dabei werden die Renner voll beladen über Wiesen und Steine gelenkt. Sprünge gehören ebenso dazu, wie bewusst provozierte Auffahrunfälle. Diese dienen mehr der Unterhaltung als der Wissenschaft von Kaltverformungseigenschaften.

Die Begegnung
Es war schon spät geworden – ich ankerte den Wolfsburg‘schen in einer düsteren Tiefgarage. Die Geheimhaltung des Erlkönigs hatte oberste Priorität. Die Konkurrenz schläft nicht und das Enthüllen der zahlreichen Tuning-Maßnahmen hätte viele Neider bzw. chinesische Nachahmer geweckt. Wir wählten die Tiefgarage, weil sie uns einerseits den Schutz vor ungewollten Fotografen bot, andererseits wollten wir damit auch die Alltagstauglichkeit der schwarzen Schönheit im Garagenbetrieb testen – dass es für hohe Geschwindigkeiten erschaffen wurde, wussten wir ohnehin.

Der erste Blick auf die ‚Black Beauty‘ zauberte ein Lächeln auf meine Lippen. Mattschwarze Lackierung, aggressive Optik und auffälliges Airbrush-Design. Es wäre kein ‚Fulda‘ Sondermodell, wenn man sich nicht im hauseigenen Regal der High-Tech Abteilung bedient hätte. Sehr breites und sehr flach quergeschnittenes Beinkleid auf peitscherlbübischen Alufelgen. Welches Auto hat schon rote Alufelgen und sieht gleichzeitig wirklich scharf aus? Aber bei diesem Modell ist alles stimmig … eben stark – breit – schwarz!

Die Berührung
Die erste Berührung war gewohnt. Am Sitzkomfort wurde nichts verändert. Die Sitzposition wurde nach wie vor für die Schlankeren unter uns entwickelt. Mit etwas gutem Willen zwänge ich mich in die harten Schalensitze. Die Sitzposition ist vertraut – alles ist an seinem Platz. Die erste Runde in der Garage zeigt bereits das ganze Potenzial des schwarzen Goldes. Er liegt satt auf der Straße, die Lenkung ist aufgrund der Bereifungn noch direkter als beim Serienmodell. Die Beschleunigung passiert unmittelbar, die Bremsen packen ordentlich zu und signalisieren dies mit einem Ruck durch Fahrzeug und Fahrer. Mein Herz schlägt wie wild, das Blut schießt mir in den Kopf. Die erste Runde auf Zeit kostet Kraft, wirklich Kraft!

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Der Alltagstest
Aber wir wollten ja auch die Garagentauglichkeit testen. An der Übersicht gibt’s nichts zu meckern. Die direkte Lenkung hilft beim punktgenauen Ansteuern der Markierungen. Alleine der extreme Tieferlegungssatz machte mir Probleme beim Anmelden vor dem Schranken. Dazu ist es schon mal notwendig, sich aus dem harten Schalensitz zu schälen. Ich hatte jedoch nie das Gefühl überfordert zu sein.

Alles in Allem ein extremes, aber sehr gelungenes Setup – dieses Bobby-Car hat das Zeug zum Supersportler.

Shortcut

Was ich daran mag
– Die Übersichtlichkeit
– Die aggressive Optik

Was mir fehlt
– Die Rückfahrkamera
– Der Schub
– Die Beine von Carl Lewis

Was mich überrascht
– Wie komfortabel extremer Niederquerschnitt sein kann
– Die roten Felgen werden von Stunde zu Stunde hübscher

Die Konkurrenz
– Bobby Car in rot, blau und grün, Polizei Bobby Car, Feuerwehr Bobby Car, …

Und hier geht es zu Hr. Stütz persönlich.

Mehr zum Thema
  • @ HudsonHawk: Wir übernehmen keine Verantwortung für verunfallte Nachahmer und empfehlen trotz der vier Räder die Verwendung eines Helmes.

  • HudsonHawk

    erstens super, weil du alles hautnah miterlebst – besser als Motorradfahren
    zweitens super, weil du von der Helmpflicht befreit bist (4 Radln)
    drittens pfffffff … a bissal mühsam

  • thomas117

    cooler Bericht. Bin am überlegen ob ich mir dieses Modell anstatt meines Peugeots zulege da dieser nicht sehr standhaft ist :D
    Wie ist es über lange Strecken damit zu fahren?

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