artega_13
 

Salud, mi Amigo

Gerettet von mexikanischen Bier-Millionen, versucht es die Sportwagen-Manufaktur Artega erneut. Diesmal mit einem fertigen Auto.

23.07.2010 Online Redaktion

Delwas? Delbrück. Der Ort liegt in Deutschland, oberhalb von Paderborn, unterhalb von Bielefeld (die Stadt, die nicht existiert, glaubt man einer Verschwörungstheorie-Satire von 1994). Aber ehrlich: Wer hatte denn seinerzeit Zuffenhausen auf dem Radar? Oder Sindelfingen? So gesehen ergibt es Sinn, dass sich Artega hier niedergelassen hat. Fuchs und Hase sagen sich in diesem ­Irgendwo im Nirgendwo gute Nacht – und das schon zur Mittagszeit. Die rote Fabrika­tionshalle von Artega ist da ein Weckruf. Aber von vorne.

Bruchlandung
Der Automobilzulieferer Paragon gründet 2006 ein Tochterunternehmen: Artega. Der Kleinserienhersteller sollte ein Auto bauen, das als Präsenta­tionsplattform für die Inte­rieur-Technik Paragons dient. Ein Vorhaben, das gleich doppelt schiefging. Erstens erfüllte das fertige Auto zu keiner Zeit die gewünschten Qualitäts­ansprüche (auf Drängen der Kunden wurden 15 Stück ausgeliefert. Ohne ABS, ESP oder Airbags und mit groben technischen Schwierigkeiten.) Zweitens schlitterte der Mutterkonzern in die Pleite.

Reset
Alles auf null. Das Thema ­Paragon ist wenig beliebt. „Wird aus der Insolvenz geführt. Die Produktion läuft weiter“, gibt Wolfgang Ziebart, der ­jetzige Geschäftsführer von Artega (vorher BMW und Continental), eher wortkarg zu Protokoll. Euphorischer wird er beim neuen Geldgeber von Artega: Maria Asunción Aramburuzabala. Hierzulande eine unbekannte Größe, in Mexiko bekannt als 1,8 Milliarden Dollar schwere Erbin der Corona-Brauerei, Investorin von Privat-Universitäten, Vertreiberin von Lifestyle-Produkten und bekennende Autonärrin. Sie schenkte der Manufaktur in den vergangenen zwei Jahren einen „mittleren zweistelligen Millionenbetrag“ ein. ­Verkauf und Produktion des Artega GT wurden gestoppt, ­sieben der 15 ausgelieferten Modelle wieder eingesammelt, und dann hat man noch einmal von vorne angefangen.

Mehr zum Thema
pixel