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Kommt er noch, oder kommt er nicht mehr? Der Saab 9-4X.
 

Sagt Saab „Servus“?

Nur noch ein chinesischer Investor könnte den Bankrott von Saab abwenden.

28.04.2011 Online Redaktion

Seit drei Wochen stehen in Trollhättan die Bänder still. Saab kann die Zulieferer nicht mehr bezahlen, die Lieferungen bleiben aus. Zwei Lösungen sind derzeit noch denkbar.

Möglichkeit eins.
Saab verkauft seine Fabrikanlage an Wladimir Antonow. Der russische Finanzier will ohnehin schon seit langem als Miteigentümer bei Saab einsteigen – neben dem bisherigen Besitzer, dem niederländischen Hersteller Spyker. Für den Fabrikverkauf besteht bereits ein ausgehandelter Vertrag, der Saab 270 Millionen Kronen (30,4 Millionen Euro) bringen würde. Die 3700 Beschäftigten könnten sofort die Arbeit aufnehmen.

Zwei Probleme gibt es dabei. Zum einen müsste die Europäische Investitionsbank (EIB), die Saab einen Kredit über vier Milliarden Kronen (450 Millionen Euro) zur langfristigen Modellentwicklung gewährte, hierfür die Genehmigung erteilen. Dazu sind sie prinzipiell bereit, knüpfen das OK allerdings an harte Auflage, bezüglich der Rückzahlung der bestehenden Kredite –  in den kommenden 90 Tagen werden 3,6 Milliarden Kronen (405 Millionen Euro) des Kredites fällig. Konditionen, die Saab nicht eingehen will, weil sie den Konkurs zur Folge hätten

Zum anderen schloss General Motors beim Verkauf von Saab eine Beteiligung von Antonow vertraglich aus, weil diesem vom US-Geheimdienst Geldwäsche und Kontakte zur Mafia vorgeworfen werden. Beschuldigungen, die der Russe vehement bestreitet.

Möglichkeit zwei.
Saab wird an einen chinesischen Investor verkauft. Im schwedischen Rundfunk bestätigte Unternehmenssprecher Eric Geers, dass es bereits Kontakte zu mehreren Interessenten aus Fernost gäbe. Volvo tat die Übernahme durch Geely zumindest finanziell sehr gut. Außerdem öffnete sich dadurch das Tor zum bald größten Automarkt der Welt.

Doch auch hier gibt es wieder zwei Probleme. Zum einen darf hinterfragt werden, welchen Nutzen der Verkauf nach China für den schwedischen Standort hätte. Die Wertschöpfung für den chinesischen Markt findet auch bei den meisten anderen Herstellern direkt vor Ort statt und nicht in den europäischen Werken. Für die vorhandenen Märkte produzierte Saab im vergangenen Jahr gerade mal 32.000 Autos – fernab von jeder Kostendeckung. Problem zwei ist die Zeit. Der Verkauf müsste schnell über die Bühne gehen. Wie gesagt: die Bänder stehen still.

Kommt scheinbar zu spät. Der Saab 9-4X. Vielleicht freuen sich auch die Chinesen über den schwedischen SUV-Star.

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