Foto von Siegfried Wolf
Wolf arbeitet seit 2010 im Firmenimperium von Oleg Deripaska
 

Russland wird im Jahr 2017 Deutschland überholt haben

Siegfried Wolf geht davon aus, dass im Jahr 2017 Russland mehr Kfz zulassen wird als Deutschland.

24.10.2013 APA

 

Siegfried Wolf, der steirische Ex-Magna-Manager der seit 2010 im Firmenimperium des russischen Oligarchen Oleg Deripaska arbeitet, geht davon aus, dass Russland im Jahr 2017 3,4 Millionen Fahrzeuge zulassen wird und somit Deutschland ein- wenn nicht sogar überholt. Die russische Autoindustrie habe einen starken Heimmarkt. Für importierte Luxuskarrossen wie dem Range Rover oder dem Bentley sei Russland aber weiterhin der größte Markt, sagte Wolf am Mittwochabend bei einem Vortrag in Wien.

Beinahe 200.000 Mitarbeiter

Wolf ist den gestrigen Angaben zufolge gemeinsam mit seinem Finanzkollegen Peter Koob, der ebenfalls von Magna kommt, Gesellschafter in zwei Unternehmen des Deripaska-Mischkonzerns Basic Element (BasEl). Als Verwaltungsratschef steht Wolf in der Maschinenbausparte Russian Machines (RM) mehr als 90.000 Mitarbeiter vor, in der Bauindustrie seien es direkt und indirekt an die 100.000 Leute, so Wolf, der für Deripaska auch im Aufsichtsrat der Strabag sitzt.

Mit dem Flugzeug von Werk zu Werk

Er sei vier bis fünf Tage die Woche in Russland, erzählte Wolf bei einer Veranstaltung der Handelskammer Schweiz Österreich Lichtenstein (HKSÖL). Viel Zeit verbringt er dabei im Flugzeug: „Von einem Werk zum anderen sind es halt doch fünf Flugstunden“, schilderte Wolf. Er sprach auch die „bissl andere“ und „enge“ Beziehung zwischen Politik und Wirtschaft in Russland an. „Wenn man hier was macht, interessiert das auch den höchsten Herrn“, so Wolf, der Fotos aus Sotschi zeigte, auf denen Kremlchef Wladimir Putin den Österreicher kräftig knuddelt. In Sotschi baute die Strabag das Olympia-Dorf für die im Februar 2014 anstehenden Winterspiele. Die BaseEl-Gruppe hält laut FirmenCompass über die zypriotische Rasperia Trading Limited derzeit 18,8 Prozent der Anteile an der Strabag und hat bis Juli 2014 eine Kaufoption für weitere 6,2 Prozent.

Autos bis Mähdrescher

In der Maschinenbausparte baut Russian Maschines Autos, Busse, aber auch Bagger und andere Baumaschinen. Mit dem US-Konzern Agco habe RM vor kurzem ein Joint Venture gegründet, um gemeinsam Maschinen und Fahrzeuge für die Landwirtschaft, also Traktoren, Mähdrescher und Co, zu bauen. Außerdem schrauben die Mechaniker von Russian Maschines jährlich rund 12.000 Güterwaggons zusammen. „Hintereinander gereiht ist das ungefähr die Strecke von Wien bis Bregenz“, erklärte Wolf. Außerdem versuche RM derzeit mit Flugzeugen und U-Bahnen „Fuß zu fassen“.

 

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