Laudas Konkurrenzkampf mit Hunt inkl. Crash am Nürnburgring wurde verfilmt - und der Film gefällt, zumindest der Vorlage.
 

Lauda über „Rush“ – Kinostart am 3. Oktober

„Für mich war es halt immer so, dass ich mir am Nürnburgring mein Ohr verbrannt habe“, so Lauda – sein eigenes Lebens verfilmt zu sehen, ist für den 64-jährigen aber trotzdem „eher komisch“.

20.09.2013 APA

Am 3. Oktober kommt „Rush“, Ron Howards Film über das Formel 1- Duell zwischen Niki Lauda (dargestellt von Daniel Brühl) und James Hunt (dargestellt von Chris Hemsworth) im Jahr 1976, in die heimischen Kinos. Bei der Filmpremiere in Toronto bekam der 64-jährige Standing Ovations. Für ihn selbst ist es „eher komisch, aber interessant“, sein eigenes Leben verfilmt zu sehen, so Lauda im APA-Interview. Der Unfall am 1. August 1976 am Nürnburgring, der im Film behandelt wird, erschüttert ihn aber schon lange nicht mehr.

Niki Lauda: Trauma schon nach einem halben Jahr überwunden

„Für mich war es halt immer so, dass ich mir am Nürnburgring mein Ohr verbrannt habe“, so Lauda zur APA. Er habe das Trauma mit konsequenter Arbeit und neuem Selbstvertrauen in seine Fähigkeiten schon nach einem halben Jahr vollständig überwunden. „Ich bin nach sechs Monaten wieder so gefahren wie früher oder sogar besser, und das kann man nur dann, wenn man ein Problem hundertprozentig gelöst hat. Die schnelle Rückkehr gehörte zu meiner Strategie, nicht lange daheimzusitzen und darüber nachzugrübeln, warum und wieso mir das Ganze widerfahren ist“, betonte Lauda etwa anlässlich des 30. Jahrestages seines Feuerunfalls im Jahr 2006.

„Ich habe gedacht, da hat einer einen irren Unfall“

Es war ein regnerischer Nachmittag. Laudas Ferrari brach aus, raste frontal in die Leitplanken und brannte lichterloh auf der Strecke. Als der ihm folgende US-Amerikaner Brett Lunger in das Wrack prallte, verlor Lauda seinen Helm und wurde ohnmächtig. Der italienische Kollege Arturo Merzario zog den Weltmeister aus dem Auto. Lauda wurde mit lebensgefährlichen Verbrennungen und Lungenverätzungen sowie Kiefer- und Rippenbrüchen ins Krankenhaus gebracht. Es folgten der Überlebenskampf in einer Mannheimer Klinik, mehrere Hauttransplantationen – und das Leben mit dem verbrannten Gesicht. Als der Wiener später den Film von dem Crash sah, erschrak er mächtig: „Ich habe gedacht: Da hat einer einen irren Unfall.“

Lauda schaffte trotzdem das scheinbar Unmögliche: Sechs Wochen nach dem Unfall kehrte er in Monza zurück in den Grand-Prix-Zirkus und wurde sensationell Vierter; das „zweite Leben“ begann. Die erfolgreiche Titelverteidigung gab er aber kampflos aus der Hand, als er im Regenrennen von Fuji nach zwei Runden aufgab. Nutznießer war der Brite James Hunt, der mit nur einem Zähler Vorsprung auf den Österreicher Champion wurde.

Lauda 1976 verunfallt, 1977 wieder Weltmeister

Ein Jahr später holte Lauda aber das Versäumte nach und gewann seinen zweiten WM-Titel. Mit den berühmen Worten „Ich will nicht mehr blöd im Kreis herumfahren“ trat er 1979 zurück, um drei Jahre später wieder ein Comeback zu geben und 1984 Titel Nummer drei zu feiern. Seinen letzten Grand Prix absolvierte der Gewinner von 25 Formel-1-WM-Läufen 1985. Heute ist der 64-jährige, ehemalige Airline-Chef Aufsichtsrats-Vorsitzender des Mercedes-Formel-1-Teams.

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