53 Prozent der Österreicher empfinden andere Autofahrer als rücksichtslos

Was Österreichs Autofahrer als ärgerlich empfinden, hängt von der Fahrroutine ab – Vielfahrer von zögerlichen Lenkern genervt

20.06.2016 APA

Knapp mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Lenker auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen empfindet andere Fahrer als rücksichtslos. Laut einer Online-Umfrage von ÖAMTC, Asfinag und Boku, bei der 1.186 ÖAMTC-Mitglieder befragt wurden, gibt es dabei Unterschiede zwischen routinierten Fahrern und wenig Geübten. „Je größer die Fahrroutine, desto seltener werden Schwierigkeiten mit der Infrastruktur genannt“, sagte ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger.

Vielfahrer ärgern sich über abgelenkte und zögerliche Lenker

„Die Vielfahrer ärgern sich am meisten über abgelenkte und zögerliche Fahrer und nicht regelkonformes Verhalten“, so Seidenberger. Diejenigen, die sich selten hinters Steuer setzen, sehen laut Umfrage in erster Linie rücksichtsloses Verhalten in Kombination mit unübersichtlichen Beschilderungen, schmalen Fahrspuren und knapp aufeinanderfolgenden Auf- oder Ausfahrten als Herausforderung.

Stresszeiten während der Nachmittagsspitze

60 Prozent der Fahrten auf der Autobahn finden während der sogenannten Nachmittagsspitze zwischen 16.00 und 19.00 Uhr statt. 57 Prozent der Privatfahrer und 60 Prozent der Berufsfahrer sind in diesem Zeitraum unterwegs. Der Unfallanteil ist in diesen drei Stunden mit sieben Prozent sehr hoch. „Wer sich seine Fahrzeiten aussuchen kann, sollte soweit möglich diese Stresszeiten meiden“, so die ÖAMTC-Expertin.

Nur 22 Prozent bleiben in Stresssituationen ruhig

Zeitdruck kann laut Umfrage eher nicht der Grund für Stressverhalten sein: Drei Viertel der Befragten geben an, immer genügend Zeit zu haben, um ans Ziel zu kommen. Nur ein Prozent steht oft unter großem Zeitdruck. Wird es aber einmal stressig, zeigen sich unterschiedliche Verhaltensweisen. „58 Prozent der Befragten geben dann mehr Gas, 55 Prozent sind ungeduldiger mit den anderen und nur 22 Prozent versuchen, ruhig zu bleiben und an ihrem Fahrverhalten nichts zu verändern“, führt Seidenberger aus.

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