Rimac Concept One dynamisch vorne links
800 kW, 1600 Nm, 305 km/h – so kann ein Elektroauto auch daher kommen.
 

Stromschlag – Rimac Concept One

Das stärkste Elektroauto der Welt kommt aus Kroatien und heißt Rimac Concept One.

26.05.2013 Online Redaktion

Es ist schön, dass solche Geschichten in unserer hochtechnisierten Zeit noch möglich sind: Der Kroate Mate Rimac, zarte 25 Jahre alt, hat 2007 in seiner Garage begonnen, auf BMW-Basis ein Elektroauto zu bauen. Ein E30-Coupé mit 404 kW ist dabei herausgekommen. 2009 wurde die dazugehörige Marke Rimac gegründet, unter der das Rimac Concept One nun firmiert – und auch schon bestellt wird. Ein Stück wurde bereits nach Spanien (Krise? Wo?) ausgeliefert, zwei weitere mit Zielort Abu Dhabi sind in Entstehung. Vier Monate dauert die Produktion eines Fahrzeuges, individuelle Wünsche werden da natürlich gerne berücksichtigt. Bestellungen liegen vor, der one ist auf 88 Stück limitiert.

Rimac Concept One: Ein Supersportler mit 800 kW

Das Auto. Ein Supersportwagen mit nicht weniger als 800 kW (entspricht 1088 PS) bei 1,59 Tonnen Kampfgewicht. Der 92 kWh-Akku mit Lithium-Eisenphosphat-Technik soll für 600 Kilometer Strom bereit halten – wohl eher nicht, wenn man den Paradesprint auf Hundert tatsächlich in 2,8 Sekunden erledigen will. 1600 Newtonmeter reißen das Geschoß nach vorne, ansatzlos von der ersten Umdrehung bis 6500 Touren. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 305 Stundenkilometern. Das Rimac Concept One verfügt dabei über vier separate Motoren, was natürlich ganz neue Möglichkeiten in Sachen Torque Vectoring ermöglicht. All Wheel Torque Vectoring heißt das dann.

Gebremst wird natürlich mit Keramik-Scheiben (vorne 390 mm, hinten 380 mm), dazu kommen noch die 800 kW Regenerations-Leistung der Motoren. Da dürften sich ein paar Zusatzkilometer ausgehen. Von Hundert auf Null soll in 31,5 Metern gehen. Für rund 750.000,- Euro ist der Bolide zu haben, damit spielt sich das Concept One auch in dieser Kategorie ganz nach vorne im Auto-Quartett. Aber: Alle Teile des Rimac Concept One entstehen in Eigenproduktion, selbst die Leichtmetallfelgen. Für Zulieferbetriebe fehlt die nötige Produktionsgröße. Dafür übt sich Rimac mittlerweile selbst als Zulieferer und entwickelt in 20-köpfigen Team Elektro-Komponenten für andere Hersteller. Was Tesla schafft, kann für Rimac schließlich nicht unmöglich sein. Eine schöne Geschichte ist das. Wir werden sie weiter verfolgen.

  • Thomas

    Also, das ist wirklich sehr interessant. Eine kleine Firma die Luxus E-Autos produziert, die auch noch sehr schön sind.

    Aber kann das mit der Reichweite von 600 km tatsächlich hinkommen?
    Tesla kriegt mit dem Modell S gerade mal 350 km hin (nach Datenblatt sollen es 400 km sein) und Tesla ist ja wirklich bereits eine Größe auf in dem Markt.

  • Embo

    Interessant, dass ein kleiner Garagenbastler zeigt, was technisch machbar ist punkto Elektro-Leistung. Interessant, dass die grossen Konzerne mit ihrem geballten Ingenieurs-Know-How das nicht können (oder wollen) – Vorsprung durch Technik ist anderswo, scheint es. Der geradezu absurde Preis ist wohl auch den Gimmicks geschuldet, die niemand im Alltagsbetrieb braucht (Keramikbremsen und so), die Scheich & Co aber locker bezahlen, weil´s eh schon wurscht ist. Wenn man aber in der Fantasie ein paar der Elektrokomponenten in ein „normales“ Fahrzeug a la Golf einbaut und in der gleichen Stückzahl an Band produziert und nicht einzeln von Hand, wäre die Frage nach dem Preis wohl schon seriöser. Je höher die Stückzahlen, desto geringer die Stückkosten – das ist eine Binsenweisheit. Freue mich auf den Tag, an dem das die Konzerne merken…

  • Josef Hofbauer

    So ein Elektroauto kann sich kein „Normalverdiener“ leisten. Wann gibt es sportliche Elektroautos nur die Normalen?

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