Richtgeschwindigkeit 130

Warum der Nissan 370Z Roadster ausgerechnet in Deutschland vorgestellt wurde.

29.04.2010 Autorevue Magazin

Fahrzeugvorstellungen passieren in der Regel verstreut auf der ganzen Welt. Manchmal, um Nähe zum Herkunftsland zu demonstrieren, meistens aber aus pragmatischen Gründen irgendwo im Süden. Derzeit steht Barcelona hoch im Kurs, weil das Wetter dort meistens stabil ist. Süden und Sonnenschein würden prinzipiell auch dem offenen Nissan 370Z gut stehen, doch ausgerechnet der wurde im herbstlich anmutenden Bonn vorgestellt. Warum, beweist das kleine Video.

Der offene 370er setzt eine mittlerweile 40 Jahre dauernde Geschichte rund um den Buchstaben Z fort. Zählt man alle Serien zusammen, stellt er den meistverkauften Sportler weltweit dar. Das mutet hierzulande seltsam an, in Amerika jedoch genießt der Z hohe Beliebtheit. Sein Schattendasein hat er aber hier völlig zu Unrecht. Er ist ein Sportler nach klassischem Layout (V6-Motor vorne, Antrieb hinten) und genauso klassisch fühlt er sich auch an. Lenkung, Schaltung und Bremse sind allesamt am Punkt, verlangen aber nach starker Hand bei der Bedienung (oder strammen Wadeln bei den Bremsen). Auch die Tendenz zum Übersteuern macht für den Liebhaber des gepflegten Drifts etwas her, sofern man das ESP vorher ins off geschickt hat. Leider auch klassisch: Das Geräuschniveau bei geschlossenem Verdeck, was auf längeren Strecken dann doch etwas lästig ist. Darum: Entweder mit der kraftvollen Bose-Anlage gegenhalten, oder gleich offen fahren (das Dach verschwindet in 20 Sekunden im Heck, ohne den Kofferraum zu schmälern. Allerdings nur im Stand.)

Der Motor leistet nach einer kleineren Überarbeitung zugunsten der Euro 5-Abgasnorm jetzt 328 PS und ist ein braves, lineares Aggregat – oben raus wirkt er ein wenig zugschnürt, erfüllt aber immer brav seinen Job. Wer noch das dumpfe Grollen des 350ers im Ohr hat, muss sich jetzt aber mit einem anderen Auspuff helfen, denn der Ton hat bedauerlicherweise an Dramatik verloren. Was die tolle Zwischengas-Funktion des manuellen Getriebes akustisch nur unterstreichen würde. Beim Zurückschalten passt diese nämlich die Motordrehzahl automatisch an, damit die Hinterachse kein Schleppmoment erfährt.

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