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Rettet die Gasse!

Freie Zufahrt für Rettungsfahrzeuge ist essenziell, aber wird das SO jemals funktionieren?

10.02.2012 Autorevue Magazin

Ich schreibe das hier nicht, weil ich mich für so gescheit halten würde, aber ich will aus den Reaktionen gerne ein bisserl was lernen. Dass die Bildung einer Rettungsgasse jetzt Pflicht ist, wenn man auf einen Stau aufläuft, hat sich schon ganz gut herumgesprochen – dass es in der Praxis kaum funktioniert, irgendwie auch. Dass in Österreich eine recht hohe Zahl von Autofahrern mit dem Freimachen einer Spur überfordert ist, lässt ja allerhand Rückschlüsse zu, und die sind nicht so angenehm.

Was mich allerdings noch immer rätseln lässt, ist die Anordnung der Rettungsgasse: Die zweite Spur von links ist freizuschaufeln. Bislang hab ich ja immer den Pannenstreifen für die ideale Rettungsspur gehalten, weil warum: Er ist ganz rechts, Einsatzfahrzeuge können ihn also direkt von der Auffahrt weg nutzen und sind auch flugs wieder bei einer Abfahrt, wenn die Verletzten verladen sind.

Mit der Rettungsgasse aber müssen Einsatzfahrzeuge ein bis zwei Stauspuren überwinden, um vorfahren zu können. Theoretisch müssen die Stau-Teilnehmer bei Auf- und Abfahrten Platz lassen, werden sie das in der Praxis schaffen?

Rettungsgasse Blog Martin Strubreiter Screenshot Video

Überhaupt sind ja nicht alle Staus auf schwere Unfälle zurückzuführen. Vielfach sind die Autos noch fahrbereit, und bislang fuhr man dann einfach ganz nach rechts, um die Formalitäten zu erledigen. Damit war der Stau noch immer gewiss, denn die meisten Vorbeifahrenden müssen ganz dringend sehen, wie leicht kaltverformte Autos ausschauen, und daher langsamer werden. Wenn man jetzt ganz nach rechts fährt und den Unfallbericht zückt, steht man in der rechten Stauspur, da dürfte das Chaos überhaupt sehr fein werden. Oder soll man künftig mit Panne oder leichtem Blechschaden dort stehenbleiben, wo die Rettungsgasse sein sollte, wenn man sie zusammenbrächte, auf dass die Stauspuren frei bleiben? Wie geht das in anderen Ländern?

Ich weiß schon, dass Pannenstreifen vermehrt eingespart werden, aber: Wär’s nicht einfacher und logischer, wenn auf pannenstreifenfreien Strecken einfach alle ein Stückerl nach links rücken, auf dass ganz rechts die Einsatzfahrzeuge vorbei können?
Und sollten jene, die eine Rettungsgasse intellektuell oder aus egoistischen Gründen nicht schaffen, zur verkehrspsychologischen Untersuchung geladen werden, könnte man auch schwer was dagegen sagen, oder?

Hier ein Übungsvideo von www.rettungsgasse.com – zum Üben daheim.

Vielleicht hab ich aber bei alldem auch nur einfach was übersehen, daher: Erhellt mich bitte!

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  • edge07

    Durfte bis jetzt ein Mal daran teilnehmen und es ist im Endeffekt darauf hinausgelaufen, dass sich ca. 75% der Autos auf die ganze rechte Spur eingereiht haben und sich auf dieser dann ein ca. 10 km langer Rückstau gebildet hat, während nur wenige auf die "zweite" Rettungsgassen-Spurt fuhren und noch weniger auf die Dritte. Rettung und Polizei waren zu dem Zeitpunkt natürlich schon da, also im Prinzip alles umsonst. Lustig wars dann auch, dass bei der Unfallstelle selbst erst wieder alles rechts vorbei gelotst wurde und es sich noch einmal mehr gestaut hat, denn es musst ja alle erst wieder Spur wechseln. Und am Ende wusste dann irgendwie auch niemand so richtig, ob denn jetzt Stau bzw. Unfall schon aus sind und man jetzt wieder normal fahren darf.

    Somit fürchte ich mich schon ein bissl vorm nächsten Mal und habe den festen Vorsatz, dieses Mal nicht so blöd zu sein, und mich ganz rechts einzureihen, weil dort echt weniger als nix weitergeht. Ansonsten halte ich das Ganze für eine nicht so schlechte Idee, nur wie man an deinen "Fragen" sieht, ist Vieles nicht zu Ende gedacht.

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