Renault Zoe ZEN weiß front vorne
Modern, aber nicht kitschig. Futuristisch, aber nicht roddenberryesk.
 

Testbericht: Renault Zoe ZEN

Die Elektromobilität kommt mit dem Renault Zoe in der Wirklichkeit an. Und die schaut genau zu.

21.09.2013 Online Redaktion

Renault Zoe: Das Paradebeispiel

Der Elektromobilität fehlt es an einem Kern, um den herum ein Segment entwickelt werden könnte. Es gibt keine Leitlinien oder Erfahrungswerte. Renault, Tesla und BMW schaffen gerade erst diese Normen. Der Renault Zoe wird einmal ein Paradebeispiel dafür sein, warum Elektroautos den Durchbruch geschafft haben. Oder gescheitert sind.

Dabei geht es weniger um die Eckpfeiler dieser Art der Mobilität. Die große Revolu­tion in Sachen Reichweite und Ladedauer wird noch lange auf sich warten lassen. Aber der Renault Zoe hat viele Probleme beseitigt, die Elektrobasher gerne als Totschlagargument verwendet und blauäugige ­Early Adopter gerne ignoriert haben. Den Preis zum Beispiel.

Renault Zoe ZEN heck detail weiß heckleuchte

Renault Zoe: ab 20.780 Euro.

Für ein modernes und vollwertiges Elektroauto eine Okkasion. Der Akku wird einfach geleast und kommt um 79 Euro pro Monat (Dreijahresvertrag bei 12.500 Kilometern pro Jahr).

Renault führt vor dem Kauf mit dem Kunden sogar ein ­Beratungsgespräch, in dem ­ermittelt wird, ob ein Elektroauto zum Lebensstil des Käufers passt: Wie lange sind die Fahrten? Gibt es eine Garage samt Steckdose? Auch eine eigene Starkstrom-Ladebox wird installiert – denn 90 Prozent der Kunden laden ihr Auto zu Hause. Falls der Saft doch einmal ausgeht, bietet Renault ­einen Hilfservice an, der das Auto zur nächstgelegenen ­Ladestation bringt.

Renault Zoe ZEN heck hinten seite weiß

Bis zu 338 Liter passen in den Kofferraum. Genug für einen unkomplizierten Alltag.

Der Renault Zoe fährt sich wie ein Kompaktwagen.

Nur sportlicher, als es die angegebene ­Leistung vermuten lässt. Zumindest in der Stadt. Der Drehmomentkurve und dem tiefen Schwerpunkt sei Dank. Sogar für clevere und schicke Lösungen ist Platz. Der Kofferraum fasst 338 Liter – mehr als in ­einem Clio. Der Innenraum ist, rein optisch, modern, aber unaufdringlich. Anders als beim Fluence und Kangoo (bei denen es sich lediglich um konventionelle Modelle handelt, ­denen ein Elektromotor reintransplantiert wurde) gibt ­Renault dem Zoe wie auch dem Twizy genug Spielraum, um ei­ne Elek­troidentität zu schaffen.

Dabei geht es um das Gesamtbild, um Trends und Standards, eben um die angesprochene Norm, an der sich andere messen lassen müssen. Und hier hat Renault einen wenig schmeichelhaften Weg eingeschlagen. Im Kampf um ein modernes Erscheinungsbild hat die Marke dem Zoe alle Grotesken mitgegeben, die wohlmeinenden Entwicklern eingefallen sind. Der Zoe ist wahrscheinlich das erste vollüberwachte Auto in Großserie, seine Fahrer völlig ­gläsern.

Jedes Auto hat eine eigene (private) Homepage, die per Fahrgestellnummer aufgerufen werden kann.

Über sie lässt sich beispielsweise die Klimaanlage steuern. Hängt das Auto an der Steckdose, kann es so vorklimatisiert werden, ohne den Akku zu belasten. Das Programm speichert auch Bewegungs­daten und Lade­zyklen. Wer Renault dabei ­Böses unterstellt, tut dem Unternehmen Unrecht. Es geht um Service. Um Information. Die Firma will die Elek­tro­mobilität transparent machen, macht das Gleiche aber auch mit den Kunden.

Renault Zoe ZEN

Außerdem arbeitet Renault ausgerechnet mit TomTom ­zusammen.

Jene Firma, die 2011 Geschwindigkeits- und Bewegungsprofile seiner ­Nutzer an die holländische ­Regierung verkauft hat. Die wiederum gab die Daten an die ­Polizei weiter, die dadurch Radar­fallen gezielt aufstellen konnten.

Die Autobauer könnten Vorreiter in Sachen Datenschutz sein, feiern aber lieber Bequemlichkeits-Tools, bei ­denen die Überwachung durchs Katzentürl mit eingeführt wird. Weder BMW mit dem i3 noch Tesla mit dem Model S werden es anders machen. Die Techniken werden demokratisiert und in allen Modellen eingeführt werden. Mehr als an einem normativen Kern fehlt es an einer ethischen Instanz.

Darunter leidet der Renault Zoe, der die Stadt leiser machen und zusammen mit i3 und Model S zum neuen Statussymbol der urbanen Boheme werden könnte. Oder aber zum Musterbeispiel einer unnötig vertanen Chance.

  • Ing.Paul Preißler

    Ich bin an einem Elektroauton interessiert ,da ich Kostenlosen Strom von der Sonne erhalten und mit dem Überschuß das Elektroauto betreiben möchte.Da ich Nervenlähmung in meinen Beinen habe möchte ich ein E-Mobil,wo ich alles mit den Händen bedienen kann.Da ich im Jahr nur ungefähr 6000 km fahre ist mir die Akkumiete mit
    79 Eure etwas zu hoch ,haben Sie für mich ein güstigeres
    Angebot.Leider hat der Renautdiest in Steyr niemand der sich bei E-Fahrzeugen aus kennt und hat mich Nach Linz
    verwiesen ,bin aber nicht interessiert immer nach Linz zu
    fahren,wenn ich in Wolfern zu hause bin.Bitte senden Sie mir ein Angebot zu.

    Mit freudlichen Grüßen

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