Renault Zoe BMW i3 Datenskandal NSA Prism
Der Renault Zoe ist in der Mitte angekommen.
 

Panoramaaufnahme unseres Lebens

Der Renault Zoe ist eine ernsthafte und leistbare Elektroalternative. An diesem Auto muss sich die Strom-Konkurrenz orientieren. Was gar nicht so gut ist.

10.08.2013 Online Redaktion

Hier die blinden Elektrobasher, dort die blauäugigen Earlyadopter. Mittendrin: der Renault Zoe. Ein alltagstaugliches Elektroauto. Renault musste zwischen beiden Gruppen Brücken schlagen. Mit geballter Servicepower.

Ein Renault Zoe wird erst nach intensiver Beratung verkauft. Die Frage ist: „Kann ein Elektroauto in das Leben integriert werden?“. Ist es möglich, installiert das Unternehmen zusammen mit Partnern (Mobility House, Wien Energie und Kelag) eine Schnellladebox. Der Akku wird nur geleast – ab 79 Euro pro Monat – und ist er defekt oder mit der Kapazität unter 75 Prozent, wird er kostenlos getauscht. Einen Abschleppservice gibt es auch. Geht einem unterwegs der Saft aus, kommt Renault und bringt einen zur nächsten Ladestation.

Der Renault Zoe ist angekommen

Ob sich dieser Aufwand für Renault finanziell lohnt, darf (noch) bezweifelt werden. Aber es gibt einen Achtungserfolg. Der Renault Zoe wurde im Mai in Europa eingeführt. 5000 Stück wurden mittlerweile verkauft, 194 davon in Österreich. Der Anteil an Geschäftskunden liegt unter fünfzig Prozent. Damit ist Renault der erste Hersteller, der ein Auto in der Mitte der Gesellschaft positioniert hat und die Marke wird zum Vorreiter der Maßstäbe setzt, Standards definiert um darum herum ein Segment bildet. An diese gesetzten Eckpfeiler werden sich auch andere Hersteller wie BMW orientieren müssen. Und das ist gefährlich.

Renault Zoe BMW i3 Datenskandal NSA Prism

Das R-Link im Renault Zoe.

Renault hatte die schwere Aufgabe Ängste und Vorbehalte gegen die Elektromobilität zu lindern, die gar nicht gelindert werden können. Den Elektrogegnern kann man noch so viel Service anbieten, sie werden sich ein solches Auto nicht zulegen. Trotzdem hat Renault es versucht. Statt aber einen klugen Vordenker an die Spitze zu stellen, übernahm die Marke einfach alles, was ihre Entwickler an Grotesken im Labor entwickelt hatten.

Online kann der Nutzer sein Auto – während es an der Steckdose hängt – vorklimatisieren. Er kann Restweiten berechnen und seine Ladezyklen überwachen. Das System zeigt die nächstgelegenen Ladestationen an. Dazu arbeitet Renault für sein Naviagtions- und Multimedia-System R-Link mit TomTom zusammen. Jenes Unternehmen, das 2011 Geschwindigkeits- und Fahrtenprofile seiner Kunden an die niederländische Regierung verkauft hatte. Die konnten so profitorientiert Blitzer aufstellen.

Renault Zoe BMW i3 Datenskandal NSA Prism

Tesla Model S – auch hier werden für Servicetools Daten gesammelt.

Totalüberwachung ist kein Service

Das alles ist kein Vorwurf an Renault, die sicherlich an das Servicekonzept glauben, sondern ein Hinweis auf die allgemeine Entwicklung. Die Totalüberwachung des Fahrers wurde mit der Elektromobilität durchs Katzentürl eingelassen. Tesla und BMW werden diese Entwicklungen nicht zurückdrehen, sondern eher noch mehr, nun, Servicetools anbieten. Sie haben einen Premiumruf zu verlieren.

Renault Zoe BMW i3 Datenskandal NSA Prism

Studie des BMW i3 – die Überwachung kommt durchs Katzentürl.

Während der NSA-Datenskandal noch nicht so recht in Schwung kommen will, wird die letzte Bastion der individuellen Freiheit, das Auto, zu einem Überwachungstool ausgebaut. In wenigen Jahren werden besagte Entwicklungen dann durch die Demokratisierung der Ausstattung in allen Modellen verfügbar sein – und sei es nur, um die Entwicklungskosten streuen zu können oder die Car-to-Car-Kommunikation voran zu treiben. Und wir sind ganz beklickt vor lauter Service.

Aber diese Zeit dürfte spannend werden: Die Anbindung an das Internet und die Car-To-Car-Kommunikation wird den Autoverkehr für Viren-Programmierer interessant machen. Also Tesla Model S, BMW i3, Renault Zoe… es kommen spannende Zeiten auf uns zu.

Einen Fahrbericht zum Renault Zoe gibt es in der kommenden Autorevue 09/2013 – ab 23. August in der Trafik.

  • Herzl

    Der zoe ist ok!
    Für die stadt ein angenehmes e car!
    Leider gibt es ein reichweiten problem.
    Die angegebenen 210 kilometer stimmen um 30% nicht!!

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