Megane-Kombi-AR-2
 

Renault Mégane Grandtour TCe 130 Privilège Testbericht

Zeichen freudiger Vernunft: ­Mehr Lade- und weniger Hubraum bei fröhlichen Fahrleistungen, zum Beispiel.

01.09.2009 Autorevue Magazin

Auch wenn bei Renault die Zeit der Designexperimente wegen durchwachsenen Erfolges abgebrochen wurde: Die, sagen wir, etwas unaufgeregte Linienführung des Laguna vermeidet der Mégane mit trainierter Akzentuierung. Der Dreitürer spielt sich als Coupé ins Unbewusste, auch wenn er mitten in der braven Kompaktklasse steht; der Fünftürer empfiehlt sich für Familien, die mehr Türen gerne flott (und nicht ganz so niedrig) arrangiert hätten; der Grandtour erweitert das Thema Richtung Freizeitgesellschaft, und die verlangt nach 524 bis 1595 Liter Laderaum. Das klingt nach sehr gutem Wert bei den Kompakten, immerhin ist der Grandtour aber 456 cm lang, was noch vor wenigen Jahren als tadelloser Wert in der Mittelklasse gegolten hätte.

Der Kofferraum ist gut nutzbar, aber frei von Revolutionärem, was das Verstauen und Imzaumhalten von Gepäckstücken betrifft. Die niedrige, filigrane Zwischenwand, die sich knapp vor der Heckklappe errichten lässt, wollen wir uns im Fall einer Notbremsung lieber nicht im Dialog mit einem schweren Trumm vorstellen. Klar lassen sich die Sitzlehnen umlegen, dann ist der Kofferraumboden aber deutlich nicht eben. Wer einen flachen Ladeboden wünscht, muss die Sitzflächen hochstellen (und beim Wiederaufstellen der Rücksitze die Gurtpeitschen an die Oberfläche fummeln – seltsam, welch banale Details noch einer Lösung harren).

Durch die relativ flache Linie geht’s für die Passagiere ein bisserl eingebunkert zu und nicht so luftig hell, wie der Kombi an sich verspricht, aber mit ausreichend Knie- und Ellenbogenfreiheit auch hinten, und dieses Layout wird den Coupéfahrern unter den Kombikäufern nur recht sein: Vorne fühlt man sich sportlich, und hinten hat dennoch die Familie samt ihren Freizeitbeschäftigungen inkl. Hund Platz. Wer Sabber im Nacken nicht so mag, bestellt das Trennnetz um 110 Euro dazu.

Perfekt im Trend liegt der Motor: Downsizing beim Benziner, und was der Hubraum schrumpft, sorgt ein Turbolader für Leistung. Konkret: 1397 ccm, 130 PS, 190 Nm, feine Abstimmung. Das Turboloch ist nämlich (fast) bis zur Unkenntlichkeit mit Punch befüllt, der Motor dreht freudig hoch, man muss sich halt daran gewöhnen, dass der Top-Motor jener mit dem kleinsten Hubraum ist. (Der Vollständigkeit halber: Es gibt auch einen geringfügig stärkeren 2,0-Liter-Sauger, ausschließlich mit Automatik und damit in der Performance deutlich unterlegen.) Das Downsizing drückt auch den Verbrauch, die fröhliche Charakteristik des Motors macht einen Teil der Bemühungen wieder zunichte: Aus 6,6 l/100 km im Prospekt macht die Praxis 9,0 Liter im Schnitt.

Mehr zum Thema
pixel