Die Lösung für das größte Problem der Elektroautos?

In Schweden geht die E-Mobilität einen Schritt weiter, mittels einer Renault-Plattform sollen künftig Elektroautos „überall“ geladen werden können.

16.06.2016 APA

Skandinavien wird seiner Vorreiter Rolle in Sachen Elektromobilität wieder einmal gerecht. Nach dem Vorstoß von Norwegen ab 2025 Benzin- und Dieselautos zu verbieten, lässt jetzt Schweden aufhorchen. Dort können Besitzer von Elektroautos ihre Fahrzeuge bei Privatleuten im ganzen Land an die Steckdose stecken. Elbnb heißt die vom französischen Autohersteller Renault vorgestellte Online-Plattform, mit der eine der größten Hürden für den breiten Erfolg von E-Autos beseitigt werden soll. Die Preise sollen Steckdosenbesitzer und Nutzer dabei einfach untereinander aushandeln.

„Überall“ Aufladen

Das von Süden nach Norden rund 1.500 Kilometer messende Land könnten Autofahrer dank Elbnb nun wesentlich einfacher mit elektrisch betriebenen Fahrzeugen durchqueren. „Aufladen ist für die Besitzer das größte Problem“, erklärte die Sprecherin von Renault Schweden, Karin Karlsson. Das Land sei wohl das weltweit erste, das eine solche Möglichkeit bietet, fügte sie hinzu. Dabei sei völlig egal, von welchem Hersteller das E-Auto stammt.

Auf Platz 3 der weltweiten Zulassungsstatistik

2,5 Prozent aller 2015 in Schweden zugelassenen Autos fuhren laut dem Automobilverband Bil elektrisch. Damit habe das Land weltweit an dritter Stelle gelegen, hinter Norwegen (25 Prozent) und den Niederlanden (9,7 Prozent). Auf seiner Website ruft Elbnb Besucher dazu auf, die Regierung mit einer Petition zum Ausbau des E-Tankstellennetzes zu bewegen. Das soll helfen, das bis 2030 angestrebte Öko-Ziel von hundert Prozent erneuerbaren Antriebsmethoden im Verkehr zu erreichen.

  • ChV

    Denkt denn keiner beim (zum Glück nur verbalen, aber mit Drohungen verbundenenen – Norwegen 2025, Österreich 2020, Deutschland 2050) Elektroauto-Hype an die Lifecyle-Emissionen und den Ressourcen-Abbau bei der Batterieherstellung?
    Mit dieser kurzfristigen Denkweise ist der Umwelt kein Dienst erwiesen und global nichts in die richtige Richtung bewegt. Elektroautos sind sicher ein kommender, wichtiger und verbessernder Faktor im Verkehr, dort wo ihre Anwendung Vorteile bringt, ergo Kurzstrecke (Stadtbus, Handwerkstransporter, Verteilerverkehr, City-Roller etc., sogar Müllsammlung), aber von der Warte aus betrachtet, nicht das Allheilmittel.
    Daher wird es dringend Zeit, sich mit Alternativen zu befassen, um nachhaltige Energie ins Auto zu bringen. Die wird sicher meist als Strom dargeboten, also Wasserstoff oder wirklich Power to Gas. Mag der Prozess noch einiger Entwicklung bedürfen, aber Fahrzeugtechnik gibt es ausgereift (CNG-, LNG-Autos) und die nötige Infrastruktur ist ziemlich gut ausgebaut vorhanden. Eine saubere Verbrennung, die Herstellung am Weg Power to Gas verbraucht sogar Kohlendioxyd, und inzwischen gibt es die Versorgung über die Erdgasreserven, zusätzlich durch Bioabfall-Vergasung.
    Wer die Vielfalt verbieten will, geht unter, wir brauchen Diversität und keine Dogmen, jetzt und in Zukunft.

    • eldu

      naja, Wasserstoff wird kommerziell aus Erdöl erzeugt, da das die weitaus günstigste Variante ist. Bei der Erzeugung wird genau so viel CO2 frei, als wenn man das Erdöl verbrennt… dazu ist die Verbrennung um ein vielfaches ineffizienter als Strom. Für mich also DAS No-Go schlecht hin – auch wenn es uns die Öl-Lobby sicherlich irgendwann einreden will wie „sauber“ es ist… am Ende wird der Wasserstoff dann in Afrika und im Osten erzeugt, damit das CO2 dort erzeugt wird…

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