Renault Clio R-Link R-Soundeffekte
Der Dreizlinder kann jetzt wie ein Sechszylinder klingen.
 

Das musste ja alles so kommen!

Fakemotorensound. Ist ja irre – mein Dreizylinder-Clio klingt wie verdoppelt.

10.07.2012 Autorevue Magazin

Wie ich einer Presseaussendung von Renault entnehmen durfte, wird der nächste Clio, ein Kleinwagen, der durch sein modisches Auftreten seit mehreren Modell-Generationen Jung und Alt begeistert, eine Art Nachbildung des Apple iPads an Bord haben. Mit dem kann man sogar twittern (ich weiß noch immer nicht so genau, was das ist, aber wenn man es jetzt auch im Auto tun kann, hat es vielleicht was mit Hupen zu tun).

Mittels automobilem App-Store wird der Kunde dieses R-Link genannte Tablet mit Inhalt beschicken können. Darunter auch eine Anwendung namens „R-Sound Effekt“. Renault schreibt dazu: „Der Innenraum wird von einem speziellen Klang ausgefüllt. Renault R-Sound Effekt kann sechs eigenständige und attraktive Motorenambiente simulieren. Diese werden perfekt mit den Fahrparametern (Geschwindigkeit, Beschleunigung) synchronisiert.“

Konkret heißt das, dass ich mir einen Clio-Dreizylinder kaufen kann, der innen wie ein Sechszylinder klingt.

Das ist einerseits natürlich völlig krank, ein weiteres Geschwür in diesem uns bald ganz auffressenden virtuellen Weltkrebs. Andererseits ist es auch wieder ein gutes Zeichen. Denn sollten das die Leute tatsächlich kaufen, hieße es ja nur, dass ihnen das Autofahren noch nicht völlig zur banalen Distanzüberbrückung verkommen ist. Wie diese kleinen oder großen Nischen aussehen, in denen man sich die Freude an der automobilen Fortbewegung erhalten kann, schreibt uns ja niemand vor. Für den einen ist es der Erwerb eines Bugatti von 1934, für den anderen der Besuch des Golf GTI-Treffens oder der samstägliche Autoputz und für den Dritten der Sechszylindersound im Clio, der ihm Freude macht. Das ist ja sogar ziemlich unschuldig.

Ich stelle mir vor, wie ich meinen kleinen 90-PS-Clio auf einer langgezogenen Autobahnsteigung von der Leine lasse, was äußerlich kaum merkbar sein dürfte, um mich herum aber erbraust eine rauhkehlige Symphonie, die mich in erhabenen Zustand versetzt, und das ganz ohne Mehrverbrauch.
Eigentlich eh nicht schlecht. Also, ich bin dafür.

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