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Alpine Vision: Serienmäßig ab 2017

2017 ist es so weit, dann wird mit der Studie „Alpine Vision“ eine große Sportwagen-Marke ihr Comeback feiern. Wir sind gespannt, ob der Zeitplan eingehalten wird.

17.02.2016 Press Inform

Das Ende von Alpine war kläglich. Genau 40 Jahre nachdem Autohändler und Rennfahrer Jean Rédélé 1955 die Sportwagen-Manufaktur aus dem Taufbecken gehoben hatte, stellte Renault die Produktion des Alpine A 610 Turbo sang und klanglos ein. Die leuchtenden Augen der erwachsen gewordenen Quartettspieler, die sich in den 70er und 80 Jahren an Flundern, wie dem Alpine A110 oder dem futuristisch aussehenden Alpine A310 (Spitzname: der französische Porsche) ergötzt hatten, verwandelten sich in Sehnsucht nach einem Comeback. Die wurde stetig befeuert und doch immer wieder enttäuscht: Erst machte die Krise Renault bei der Alpine-Reanimation einen Strich durch die Rechnung, dann platzte die unglückliche Liaison mit dem englischen Sportwagen-Hersteller Caterham. Immerhin lebte die Sportwagen-Marke durch Auftritte in Computer-Rennspielen wie „Gran Turismo“ in der virtuellen Welt fort und letztes Jahr drehte die Studie „Alpine Celebration“ eine Runde bei den 24 Stunden von Le Mans.

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© Bild: Werk

Alpine Vision ab 2017 beim Händler?

Jetzt nimmt die Marke ihr Glück in die eigene Hand und präsentiert mit der Studie Alpine Vision einen Prototypen, der laut Renault-Chef Carlos Ghosn „sehr sehr nahe am Serien-Fahrzeug ist“. Der Plan steht: Im zweiten Quartal 2017 sollen ausgewählte Händler die ersten neuen Alpine-Modelle verkaufen dürfen. Damit der neue Hoffnungsträger der Sportwagenmarke auch ins rechte Licht gerückt wird, wählten die Franzosen Monaco als Präsentations-Ort. Schließlich ein Alpine A110 im Jahr 1971 die Rallye Monte Carlo gewonnen. Um den Neuanfang zu zelebrieren, hatten die Franzosen eine ganze Armada der „alten“ Alpines mitgebracht. Ursprünglich sollten 110 der formschönen Klassiker den Platz füllen. Es wurden dann 88 Stück. Hausherr Prinz Albert von Monaco schaute natürlich auch vorbei.

Carlos Ghosn mit großen Tönen

Konzernchef Carlos Ghosn genoss sichtlich den Auftritt. Schließlich ist Alpine sein Baby. Deswegen ließ er es sich nicht nehmen, eine Runde in einem Konzeptfahrzeug zu drehen. Ghosn im O-Ton: „Ich bringe Alpine zurück“, nächstes Jahr gibt es dann Gewissheit. Das Design des Alpine Vision orientiert sich an den klassischen Formen des Alpine A110 Berlinette: leicht geschwungene Kotflügel mit scharfen Kanten und eine flache Motorhaube zitieren den legendären Vorfahren. Die Technik unter dem schicken Blechkleid stammt von Renault: Der Vierzylinder-Turbo beschleunigt die Alpine Vision in weniger als 4,5 Sekunden von null auf 100 km/h.

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© Bild: Werk

Techniktransfer mit Renault-F1-Team

Mehr wollten die Franzosen zunächst nicht verraten, bloß, dass auch ein Technik-Transfer vom Renault-Formel-1-Team stattfindet. Die Spurtstärke des neuen Alpine wird nicht mit PS erkauft sondern durch Leichtbau, „Der historische Alpine hat nur 600 Kilogramm gewogen“, sagt Carlos Ghosn. Diese Marke wird das neue Auto zwar nicht erreichen, aber trotzdem deutlich weniger wiegen als andere Sportwagen. Um Gewicht zu sparen, ließen die Designer sogar Teile des Interieurs unverkleidet. „Wir setzen auf Agilität und Sinnlichkeit“, sagt der frisch gekürte Alpine-Chef Michael van der Sande, der schon bei Bentley gearbeitet hat. Voraussichtlich wird das Serien-Fahrzeug einen Vierzylinder-Liter Turbo mit rund 270 PS haben, eine spätere Version legt dann mit 300 PS nach. Das Auto soll unter 80.000 Euro zu bekommen sein und falls der erste Alpine ein Erfolg wird, werden weitere Modelle folgen. „Eine Marke kann man nicht nur mit einem Auto schaffen“, so Ghosn.

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© Bild: Werk

Im Cockpit lässt sich die Serie bereits erahnen

Die Instrumente werden auf einem digitalen TFT-Bildschirm projiziert und in der Mittelkonsole dient ein Touchscreen als zentrales Eingabe-Gerät. Da wird die technische Verwandtschaft mit Renault sichtbar. Der Material-Mix aus schicken Alu-Schaltwippen, Carbon-Elementen und Lederverkleidungen gefällt. Bleibt nur zu hoffen, dass möglichst viel davon in der Serien-Version übernommen wird. Produziert wird das Auto in traditionellen Alpine-Standort Dieppe.

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