Portugal Rallye 1986
 

Zu schnell für irgendeine Art von Zukunft

Ein Film über den Rallyewahnsinn der 80er-Jahre.

09.05.2012 Online Redaktion

Ari Vatanen! Stig Blomqvist!! Walter Röhrl!!! Jeder kennt die furchtlosen Rallyelegenden, jeder kennt auch die bleichen, verwackelten Filmausschnitte aus den Achtziger-Jahren, mit den fliegenden Quattros und den Drift-Lancias.

Der Wahnwitz beginnt

Zu Beginn der Achtziger-Jahre führte die FIA das Reglement der Gruppe B ein und schuf damit die Grundlage für den Wahnwitz der kommenden Rallye-Dekade. Da nur noch wenige straßentaugliche Homologations-Fahrzeuge vorgeschrieben waren, entwickelten die Werksteams ihre Geräte immer weiter weg von den Serienfahrzeugen, am Ende stand dann zum Beispiel eine Art Peugeot 205 mit Mittelmotor, Allradantrieb und fast 500 PS. Oder der legendäre Audi quattro, der erstmals die etablierten Heckschleudern mit der Macht der vier angetriebenen Räder  vorführte.

Sicherheit ein Fremdwort

Aber auch der Allrad konnte mit der Zeit nicht mehr darüber hinwegtäuschen, dass die Fahrzeuge vor lauter Kraft nicht mehr laufen konnten, und weil die Zuschauermassen den Rennwägen damals noch zum Greifen nahe standen, geschah, was geschehen musste: am 5. März 1986 fuhr Joaquim Santos bei der Portugal Rallye mit seinem Ford RS 200 ungebremst in die Zuschauermenge, drei Menschen wurden getötet, 30 verletzt. Dass der Fahrer wenige Meter zuvor von einem Fan abgelenkt wurde, der in die Fahrbahn gelaufen war, konnte die Angelegenheit auch nicht gerade relativieren. Walter Röhrl stieg mit seinem Audi-Team sofort aus der Rallye aus, andere Teams folgten, Lancia zögerte, der Veranstalter zeigte sich verständnislos über so viel Sorge um die Sicherheit.

Das Ende der Gruppe B

Als zwei Monate später, bei der Korsika Rallye, schließlich der Lancia Delta S4 von Henri Toivonen und Sergio Cresto nach einem Überschlag wie eine Bombe explodierte und das Fahrer-Team in den Tod riss, war klar, dass die Gruppe B am Ende war.

„Madness on Wheels“

Der Film „Madness on Wheels“ widmet sich dem Aufstieg und Absturz der Gruppe B, „dem Wahnsinn, der entsteht, wenn Fans, Ehrgeiz Machtpolitik und Autos kollidieren.“ Den Trailer sehen Sie unten, erwerben können Sie die DVD, beispielsweise, im RallyWebShop. Sehenswert.

„Unglaublich, dass man die Toten dafür wirklich gebraucht hat, in voller Realität. Dass die Vorstellung, die Vision allein nicht reichen konnte“, schrieb Herbert Völker in der April-Ausgabe der Autorevue.

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